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Ihr Stern sinkt: Raggis Stadtregierung in Rom bröckelt weiter



Rome's Mayor Virginia Raggi, left, listens to Five-Star Movement's Senator Nicola Morra as she arrives to attend an eucharistic liturgy, at the St. John in Latheran Basilica, in Rome, Thursday, Feb. 9, 2017. (AP Photo/Gregorio Borgia)

Schwierige Zeiten für Virginia Raggi.  Bild: Gregorio Borgia/AP/KEYSTONE

Roms umstrittene Bürgermeisterin Virginia Raggi muss einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Der für Stadtplanung zuständige Spitzenbeamte Paolo Berdini, der Raggi in der vergangenen Woche «Inkompetenz» vorgeworfen hatte, ist am Dienstagabend zurückgetreten.

Seine Entscheidung sei unwiderruflich, betonte der parteiunabhängige Experte in einer Pressemitteilung. Berdini kritisierte Raggis Entscheidung, mit dem Fussballclub AS Rom für den Bau eines privaten Fussballstadions im Süden Roms zu verhandeln. Raggi wollte Transparenz und Legalität in Roms Stadtplanung einbringen, doch sie verteidige die Interessen privater Gruppen, die der Stadt viel Schaden zugefügt hätten, kritisierte Berdini.

Die Beziehungen zwischen Berdini und der populistischen Bürgermeisterin waren seit Tagen gespannt. Im Gespräch mit einem Journalisten hatte er gesagt, dass die 38-jährige Raggi «strukturell inkompetent» sei, was nicht mit ihrem jungen Alter zusammenhänge. Ausserdem sei sie von einer «Bande» aus Kollegen der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung um den Starkomiker Beppe Grillo umringt, die sie schlecht berate.

«Raggi hat einen Fehler nach dem anderen gemacht», zitierte die Tageszeitung «La Stampa» Berdini, der als parteiunabhängiger Experte in die Stadtregierung gekommen war. Die Lage in Rom sei «explosiv», die Stadt warte auf konkrete Antworten auf ihre chronischen Probleme, die Raggi nicht geben könne.

Raggi reagiert gelassen

Mit Berdinis Rücktritt wurde bereits seit Tagen gerechnet. Raggi reagierte gelassen auf die Demission. «Berdini nährt Polemik statt für die Stadt zu arbeiten. Wir lassen uns nicht beeindrucken und machen weiter», kommentierte die Fünf-Sterne-Politikerin.

Seit ihrem Amtsantritt im Juni als erste Frau an der Spitze Roms, hat Raggi wegen Skandalen und parteiinternen Konflikten bereits mehrere enge Mitarbeiter verloren.

Raggi hat auch mit der Justiz Schwierigkeiten, die gegen sie wegen Amtsmissbrauchs und Falschaussage ermittelt. Es geht um die Ernennung des umstrittenen Renato Marra zum Direktor des Tourismussektors. Dieser ist der Bruder des im Dezember wegen Korruptionsvorwürfen verhafteten Raffaele Marra, Raggis ehemals «rechte Hand».

Die Bürgermeisterin war in ihrer Heimatstadt mit dem Versprechen angetreten, Polit- und Mafiaskandale zu beenden. Scheitert Raggi in Rom, wäre dies eine grosse Blamage für ihre Fünf-Sterne-Bewegung, die auf einen Sieg bei den Parlamentswahlen hofft. Diese werden spätestens im Frühjahr 2018 stattfinden. (sda/apa)

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