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Wie «Klima-Zar» John Kerry seine Karriere in der Schweiz startete

epa08839030 (FILE) - Former US Secretary of State John Kerry gives his speech during the fifth edition of the University's Commencement Exercises of New York University Abu Dhabi (NYUAD) in Abu D ...
John Kerry kämpft bald als Sonderabgeordneter von Joe Biden gegen die Klimakrise. Bild: keystone

Verliebt am Zugerberg: Wie «Klima-Zar» John Kerry seine Karriere in der Schweiz startete

Der neue «Mr. Klima» in der Biden-Administration hat seine Karriere in der Schweiz begonnen. John Kerry hat sich zwar zuletzt stark für mehr Klimaschutz eingesetzt. Trotzdem bleiben die Klimastreikenden skeptisch.
24.11.2020, 18:4124.11.2020, 18:41

Mit 76 Jahren bekommt John Kerry den womöglich wichtigsten Posten seiner Karriere: Der künftige US-Präsident Joe Biden hat Kerry am Montag zum Sondergesandten für das Klima ernannt. Er wird das erste Mitglied des US-Sicherheitsrats werden, das exklusiv mit dem Klimawandel betraut ist. Kerry kommentierte dies wie folgt:

«Bald hat Amerika eine Regierung, die die Klimakrise als Bedrohung für die nationale Sicherheit sieht. Jetzt müssen alle Leute an Deck.»

Der frühere US-Aussenminister betonte, dass er auch mit der Klima-Bewegung zusammenarbeiten will. In sozialen Medien wurde Kerry sogleich als neuer «Klima-Zar» abgefeiert.

Der Zürcher Klimastreik-Aktivist Jonas Kampus ist weniger euphorisch. Schon viele Politiker hätten angekündigt, mit «Fridays for Future» zusammenzuarbeiten. Meistens seien auf die Worte keine Taten gefolgt.

Umweltfragen sind für Kerry kein Neuland. Er war einer der Architekten des Pariser Klimaschutzabkommens, aus dem die USA unter Donald Trump ausgetreten sind. 2019 startete er zudem die Initiative «World War Zero», bei der sich zahlreiche Politikerinnen, Prominente und Militärs in den USA zu einem Bündnis gegen den Klimawandel zusammenschlossen.

«Kerry und Biden können Erdölmultis nicht einfach schliessen.»
Jonas Kampus, Klimastreik

Das reicht für Kampus aber nicht aus. «Biden und Kerry können die Klimakrise in den USA nicht alleine lösen. Es braucht massiven Druck von der Strasse», so Kampus weiter. Denn Kerry werde die grossen Erdölfirmen wie Exxon Mobile nicht einfach in die Knie zwingen können. Kerry habe zwar bereits unter Barack Obama das Thema Klimaschutz vorangetrieben. Er stehe aber genauso wie Joe Biden für eine «unglaublich neoliberale Politik», die vor allem auf Wachstum ausgelegt sei.

Kerrys Schweiz-Connection

Undated portrait of John Kerry as it was pinned up at the school's line of ancestors at the Institut Montana Zugerberg, the International Boarding School in Central Switzerland, near Zug. America ...
Portrait von Schüler Kerry in Zug. Bild: KEYSTONE / INSTITUT MONTANA ZUGE

Die steile Karriere von John Kerry begann in der Schweiz. In den 1950er-Jahren besuchte er das Knabeninstitut Montana auf dem Zugerberg. Dort gefiel es ihm offenbar bestens: Am Swiss Economic Forum (SEF) 2018 verriet Kerry laut Blick, dass er mit zwölf Jahren in die Tochter des Schulleiters verliebt war.

In der Schulzeitung beschrieb der damals 11-Jährige eine Fahrt nach Zürich, die er mit einem amerikanischen Schulkollegen zur Feier von Thanksgiving unternommen hatte. Während die älteren Jungen «in Buchläden schmökerten» besuchten Kerry und seine Kameraden lieber «ein Museum für alte Waffen und den Zürcher Zoo», heisst es in einem Bericht von Swissinfo aus dem Jahr 2004. Damals trat Kerry im US-Präsidentschaftswahlkampf gegen George W. Bush an und brachte dem Zuger Internat für kurze Zeit weltweite Aufmerksamkeit.

Kerry besuchte in den 1950er-Jahren das Institut Montana auf dem Zugerberg.
Kerry besuchte in den 1950er-Jahren das Institut Montana auf dem Zugerberg. bild: wikipedia

Neben der Zentralschweiz besuchte Kerry auch noch eine Schule in der Romandie. «Ich liebe die Schweiz», sagte Kerry am WEF weiter.

Im fortgeschrittenen Alter steht Kerry nun vor seinem wohl härtesten politischen Kampf. Er ist über 50 Jahre älter als die Klima-Aktivisten, mit denen er sich an einen Tisch setzen will.

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