DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Chelsea-Fans protestieren vor dem Premier-League-Spiel gegen Brighton gegen die Super League – offenbar mit Erfolg.
Chelsea-Fans protestieren vor dem Premier-League-Spiel gegen Brighton gegen die Super League – offenbar mit Erfolg.Bild: keystone

Die Super League löst sich in Luft auf – alle Premier League Teams steigen aus

20.04.2021, 22:5921.04.2021, 00:08

Kaum ist die neue Super League beschlossene Sache, zerbricht sie bereits wieder in ihre Einzelteile. Wie die englische BBC berichtete, plante Chelsea keine zwei Tage nach der Verkündung des neuen Fussball-Megaprojekts als erster Klub den Ausstieg. Die Verantwortlichen der «Blues» hätten am frühen Dienstagabend entsprechende Unterlagen vorbereitet, um den äusserst umstrittenen Zusammenschluss europäischer Spitzenklubs zu verlassen.

Und Chelsea war mit dieser Absicht nicht allein: Nach zahlreichen Gerüchten machte Manchester City am späten Dienstagabend schliesslich ernst und verkündete den endgültigen Ausstieg. In einem kurzen Statement auf der Vereinswebsite distanzierte sich der designierte Champion der Premier League von einer Teilnahme an der Super League.

Auch Arsenal kündigte am Dienstagabend an, sich aus der Super-League zurückziehen zu wollen. Auf Twitter schrieb der Club: «Wir haben einen Fehler gemacht und bitten um Verzeihung.»

Wenige Minuten später kündigten auch die restlichen Premier-League-Klubs an, nicht mehr mitmachen zu wollen.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin begrüsste den City-Rückzug umgehend: «Ich freue mich sehr, City wieder in der europäischen Fussballfamilie begrüssen zu dürfen», liess er sich in einem Statement zitieren. «Sie haben grosse Intelligenz gezeigt, indem sie auf die vielen Stimmen – insbesondere auf ihre Fans – gehört haben. [...] Wie ich auf dem UEFA-Kongress sagte, braucht es Mut, einen Fehler zuzugeben, aber ich habe nie daran gezweifelt, dass sie die Fähigkeit und den gesunden Menschenverstand hatten, dies einzugestehen.»

Doch nicht nur englische, sondern auch andere Gründungsmitglieder planen offenbar den Ausstieg. Wie spanische Medien berichten, wollen sich auch Atlético Madrid und der FC Barcelona aus der Super League zurückziehen.

Später kamen auch noch Meldungen über einen geplanten Rückzug von Arsenal und Manchester United hinzu. Dort sollen die Fan-Proteste auch zum Rücktritt Geschäftsführer Ed Woodward geführt haben. Zwar bestätigten die «Red Devils» Woodwards Abgang auf Ende Jahr, liessen im Communiqué aber offen, ob die Proteste zum Rücktritt führten. Berichte über einen Abgang von Juve-Präsident Andrea Agnelli erwiesen sich als Falschmeldung.

Wie das Portal «talkSPORT» meldet, wollen sich die Verantwortlichen der zwölf Super-League-Klubs am Dienstagabend ab 23.30 Uhr besprechen und die «Exit-Strategie» festlegen. Barça-Präsident Joan Laporta äusserte sich gegenüber dem TV-Sender «TV3» am frühen Abend wie folgt: «Barça wird der Super League nicht beitreten, solange nicht die Fans dafür gestimmt haben. Es ist deren Klub, also ist es auch deren Entscheidung.»

Cech muss Chelsea-Fans beruhigen

Vor der Ausstiegswelle protestierten rund 1000 Chelsea-Fans vor dem Premier-League-Spiel gegen Brighton & Hove Albion vor der Stamford Bridge gegen die Super-League-Pläne ihres Klubs. Sie zündeten Feuerwerkskörper, zeigten selbstgebastelte Protestschilder und skandierten Sprüche gegen die neue, zwölfköpfige Superliga und deren Initiator Florentino Perez. Ausserdem wurde verhindert, dass der Teambus zum Stadion fahren konnte.

Klubberater Peter Cech, der jahrelang als Keeper zwischen den Chelsea-Pfosten stand, versuchte die erhitzten Gemüter zu beruhigen und sprach zu den aufgebrachten Fans: «Gebt allen Zeit, die Dinge zu klären», rief der Tscheche den Fans zu.

Als dann die Meldung die Runde machte, dass sich Chelsea wohl aus der Super League zurückziehen werde, feierten die Fans das, als hätten die «Blues» gerade einen grossen Titel gewonnen. Wenig später zog der Mob schliesslich weiter. (pre)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das sind die wertvollsten Klubs Europas im Jahr 2021

1 / 22
Das sind die wertvollsten Klubs Europas im Jahr 2021
quelle: imago / anp / imago / anp
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Keine Fussball-Fans im Büro, bitte!

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

121 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Pana
20.04.2021 20:24registriert Juni 2015
"zeigten selbstgebastelte Protestschilder"

Die schrecken vor nichts zurück!
7873
Melden
Zum Kommentar
avatar
Sitzplätzler
20.04.2021 20:31registriert April 2017
Der ganze Rückzug nach 2 Tagen zeigt die verdammte Verlogenheit dieser ********* noch viel mehr als der Gedanke zur Liga!
4057
Melden
Zum Kommentar
avatar
Scaros_2
20.04.2021 20:25registriert Juni 2015
Geht das jetzt unter Satire oder was?
3263
Melden
Zum Kommentar
121
Eintracht vs. Rangers – ein Europa-League-Final für die Nostalgiker
Im Final der Europa League duellieren sich heute Abend in Sevilla mit Eintracht Frankfurt und den Glasgow Rangers zwei Traditionsklubs mit grosser Anhängerschaft und ähnlicher Philosophie. Für beide Klubs ist es eine rare Chance auf einen Europacup-Titel.

«50'000 Hessen vs. 70'000 Schotten» titelte die deutsche Nachrichtenagentur dpa zum Wochenbeginn und kündigte einen Ausnahmezustand in der Stadt des Europa-League-Rekordsiegers FC Sevilla an. Übertrieben war die Schlagzeile nicht, sollen doch sogar gegen 100'000 Schotten für das aussergewöhnliche Happening nach Südspanien gereist sein. Wer in Sevilla eine Übernachtung buchen wollte, musste selbst für eine einfache Unterkunft mehr als 1000 Euro locker machen.

Zur Story