Nasa fürchtet wegen El Niño zigtausende Tote und immense Kosten: «Wird ein Riesending»
Eine beispiellose Hitzewelle hat die Weltmeere erfasst: Noch nie wurden zum Sommerbeginn so hohe Oberflächentemperaturen gemessen wie in diesem Jahr. Am Stichtag 21. Juni lagen die Messungen des EU-Klimaprogramms Copernicus mit 20,86 Grad Celsius und des Copernicus-Meeresdienstes mit 21,0 Grad Celsius über den bisherigen Rekordwerten für diesen Tag aus den Jahren 2023 und 2024.
Der Nasa zufolge ähneln die derzeit gemessenen Daten zum Teil jenen aus dem Jahr 1997. Damals starben laut der Weltbank 23'000 Menschen durch Naturkatastrophen, die Armutsquote stieg in besonders betroffenen Ländern um bis zu 15 Prozent und die wirtschaftlichen Folgekosten beliefen sich auf rund 45 Milliarden US-Dollar.
Der Verursacher ist ebenfalls bereits ausgemacht: das natürliche Klimaphänomen El Niño, das die Auswirkungen der menschengemachten Klimakrise verschärft. Die Fachleute fürchten, dass der diesjährige El Niño sich zu einem gewaltigen Super-El-Niño mit verheerenden Folgen auswachsen könnte.
Besorgniserregende Nasa-Messungen
«Im Augenblick sieht es so aus, als ob das ein Riesending wird», erklärte die Nasa-Forscherin Severine Fournier Ende Juni. Sie stützt ihre Aussage auf Daten des Sentinel-6-Satelliten «Michael Freilich». Bereits im Frühjahr 2026 begann dieser Satellit, Hunderte Kilometer breite Warmwasserwellen aufzuzeichnen, die vom westlichen in den östlichen Pazifik wanderten.
Dort wird die Wärmeansammlung unter der Wasseroberfläche laut Nasa durch Messungen der Meeresoberflächenhöhe erfasst. Das Prinzip dahinter: Das mit El Niño verbundene wärmere Wasser verdrängt kälteres Wasser in der oberen Meeresschicht – und das führt aufgrund der grösseren Ausdehnung zum Anstieg des Meeresspiegels.
«Deutlich relevanter»: Darum ist die Meeresspiegelhöhe so wichtig
Die Messung der Meeresoberflächenhöhe geht den Nasa-Wissenschaftlern zufolge über die reine Messung der Oberflächentemperatur hinaus. Denn sie zeigt auch an, wie viel Wärme unterhalb der Oberfläche gespeichert ist. Das ist laut Nasa wichtig, weil eine dünne, warme Oberflächenschicht Klima und Wetter möglicherweise weniger stark beeinflusst, wohingegen ein grosses Wärmereservoir unter der Oberfläche «deutlich relevanter» sein könne.
Die deutsche Max-Planck-Gesellschaft fürchtet ebenfalls, dass der aktuelle El Niño sich bis zum Jahresende zu einem besonders starken Phänomen entwickeln könnte, auch wenn sich die Stärke eines El Niño erst am Ende des Sommers zuverlässig vorhersagen lasse.
Ein Ereignis wie 1997 – oder noch schlimmer?
Sicher ist indes, dass die Folgen massiv wären. Schon bei einem normalen El Niño sind die Auswirkungen immens: Überschwemmungen an der Westküste Südamerikas, starke Dürren und Waldbrände in Indonesien und Australien, mehr starke Wirbelstürme im Pazifik und kalte Spätwinter in Europa.
Ein starker El Niño würde Niederschläge und Stürme noch intensivieren, denn beide hängen laut Max-Planck-Gesellschaft stark von der Oberflächentemperatur des Meeres ab.
Der Nasa zufolge ähneln die derzeit gemessenen Daten zum Teil jenen aus dem Jahr 1997. Damals starben laut der Weltbank 23'000 Menschen durch Naturkatastrophen, die Armutsquote stieg in besonders betroffenen Ländern um bis zu 15 Prozent und die wirtschaftlichen Folgekosten beliefen sich auf rund 45 Milliarden US-Dollar.

