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Members of the press and participating delegates gather at the COP22 village, a day ahead of the opening ceremony, in Marrakesh, Morocco, Sunday, Nov. 6, 2016. The Climate Conference, known as the COP22, starts Monday in Marrakech. (AP Photo/Mosa'ab Elshamy)

Den Klimavertrag mit Inhalt füllen: Das soll an der Konferenz in Marrakesch geschehen. Bild: Mosa'ab Elshamy/AP/KEYSTONE

Klimakonferenz in Marrakesch – «Unser Haus brennt weiterhin»



Ein knappes Jahr nach Vereinbarung des historischen Klimavertrags von Paris beraten die Staaten der Welt in Marrakesch über dessen Umsetzung. In der ersten Woche verhandeln vor allem Experten, in der zweiten Woche werden Politiker wie Bundesrätin Doris Leuthard erwartet.

195 Länder hatten sich in Paris darauf verständigt, die gefährliche Erderwärmung mindestens auf «deutlich unter zwei Grad» im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Nun muss dieses Ziel in konkrete Schritte und Zeitpläne übersetzt werden.

French Minister of Foreign Affairs Laurent Fabius leaves after the weekly cabinet meeting at the Elysee Palace in Paris in this February 19, 2014 file photo. Fabius, who has stood out in an otherwise unpopular government for his firm handling of international crises, is to take on responsibility for improving the country's weak trade performance, diplomatic sources said. In a cabinet reshuffle on April 2, 2014, Fabius has been handed the task of reducing the trade deficit and developing external business as part of an expanded portfolio to boost growth opportunities overseas, the sources told Reuters. REUTERS/Benoit Tessier/Files    (FRANCE - Tags: POLITICS HEADSHOT BUSINESS)

«Alarmstufe rot»: Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius. Bild: BENOIT TESSIER/REUTERS

Die Pariser Konferenz habe zwar Schwung in den Klimaschutz gebracht – aber das reiche nicht, warnte Frankreichs damaliger Aussenminister und Konferenzleiter Laurent Fabius. «Unser Haus brennt weiterhin. Es herrscht sogar Alarmstufe rot», sagte er der Zeitung «Journal du Dimanche». «Das Klima droht sich stärker und schneller zu verschlechtern als die meisten von uns sich das vorstellen.»

Auch die diesjährigen Gastgeber drängen auf eine «Klimakonferenz der Taten». Die zweiwöchige Konferenz beginnt mit einer feierlichen Eröffnungssitzung, an der auch UNO-Klimachefin Patricia Espinosa und Marokkos Aussenminister und Konferenzleiter Salaheddine Mezouar teilnehmen.

Bühne für Entwicklungsländer

Ein Aufgebot an Staats- und Regierungschefs wie in Paris, wo US-Präsident Barack Obama oder die deutsche Kanzlerin Angela Merkel ihr politisches Gewicht in die Waagschale warfen, ist in Marrakesch nicht zu erwarten – die grossen politischen Beschlüsse sind schliesslich gefasst.

In Marrakesch wollen die Delegierten nun Verfahren und Zeitpläne zur konkreten Umsetzung der Pariser Klimaziele ausarbeiten. Es geht unter anderem um die Frage, wie insbesondere arme Länder bei der Anpassung an die Folgen der Erderwärmung unterstützt werden oder wie die ganz unterschiedlichen Klimaziele der Staaten verglichen werden können.

Gastgeber Mezouar will beim Treffen besonders afrikanischen und Inselstaaten eine Bühne geben. Viele Entwicklungs- und Schwellenländer leiden stark unter Wetterextremen.

La conseillere federale Doris Leuthard lors de l'inauguration de fin de chantier du Parc eolien des Gries au Nufenen ce vendredi 30 septembre 2016 au Gries. Le parc reunit quatre eoliennes et produit 10 gigawatt-heure (GWh) par annee, soit l'equivalent de la consommation de quelque 2850 menages. (KEYSTONE/Sedrik Nemeth)

Wird nächste Woche in Marrakesch erwartet: Bundesrätin Doris Leuthard. Bild: KEYSTONE

Schweiz ratifiziert erst noch

Am vergangenen Freitag, also kurz vor Beginn der Konferenz, war der neue Weltklimavertrag offiziell in Kraft getreten. Das wurde möglich, weil grosse Staaten und Gemeinschaften wie China, die USA und die EU rasch ratifiziert haben. Damit können die USA auch im Falle eines Wahlsiegs des Klimawandelskeptikers Donald Trump nicht so leicht vom Abkommen zurücktreten.

In der Schweiz steht die Ratifikation 2017 im Parlament zur Debatte. Die Schweiz nimmt daher als Beobachterstaat an der Klimakonferenz teil. Anwendung findet das Abkommen erst nach 2020: Solange gilt noch der Vorläufer, das Kyoto-Protokoll.

Einsetzen soll sich die Delegation nach dem bundesrätlichen Mandat für die «Einführung robuster und wirksamer Regeln». Schwerpunkte sind unter anderem bei den Bestimmungen zur Bekanntgabe von Reduktionszielen der Staaten oder bei der Schaffung von Anreizen für eine nachhaltigere Wirtschaft gesetzt worden. Am 16. und 17. November nimmt Umweltministerin Leuthard am Ministertreffen teil. (kad/sda/dpa)

Die grössten Klimasünder

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • lilie 07.11.2016 08:20
    Highlight Highlight Ein Vorstoss, der Mut macht. Besonders, dass die USA jetzt auch dabei ist, ist ermutigend.

    Nun kann man nur hoffen, dass die nächsten Schritte entschlossen angepackt werden.
  • dracului 07.11.2016 07:13
    Highlight Highlight Nach Jahrzehnten der Unklarheit, ob sich die Erde durch den menschlichen Einfluss wirklich erwärmt, wissen wir jetzt scheinbar genau, was zu tun wäre, damit es maximal 2 Grad wärmer wird. Mit einer grossen Dramaturgie werden die Verhandlungen der Nationen dargestellt. Doch die Umwelt verhandelt nicht, sondern spiegelt geduldig, was der Mensch anrichtet. Es passt, dass Frau Leuthard uns als "Beobachterstaat" vertritt.
  • giguu 07.11.2016 06:25
    Highlight Highlight Gut gewählter Ort. Marrakech ist eine tolle Stadt. Wer sich aber mal aus der Altstadt wagt, wird sein graues Wunder erleben. Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Rauch von Abgasen gesehen wie dort... Ein richtig feiner Nebel, der durch die ganzen Vororte und Slums zieht, sodass man kaum mehr luft kriegt...
    • giguu 07.11.2016 10:38
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