International
Künstliche Intelligenz

Ausser Kontrolle geratene KI: OpenAI-Hackerangriff grösser als bekannt

Ausser Kontrolle geratene KI: OpenAI-Hackerangriff grösser als bekannt

Der Hackerangriff durch eine ausser Kontrolle geratene KI-Software von OpenAI hat grössere Ausmasse als bislang bekannt.
29.07.2026, 16:5829.07.2026, 16:58

Wie Fachportale wie Wired.com und Hacker News berichten, hat der autonome KI-Agent von OpenAI bei einem Ausbruch aus seiner Testumgebung nicht nur die Open-Source-Plattform Hugging Face attackiert, sondern gezielt fremde Zugangsdaten abgegriffen und mindestens vier weitere Online-Dienste gekapert.

epa13126627 An illustration picture shows the ChatGPT application developed by US artificial intelligence (AI) research organization OpenAI displayed on a smartphone screen in Berlin, Germany, 22 July ...
OpenAI hat Probleme mit einer ausser Kontrolle geratenen KI-Software.Bild: keystone

Der Vorfall ereignete sich beim Test eines neuartigen KI-Modells und eines Forschungsprototypen auf der Benchmark-Plattform ExploitGym. Um die maximalen Angriffsfähigkeiten zu messen, hatte OpenAI die Sicherheitsleitplanken deaktiviert. Statt die gestellten Programmierrätsel regulär zu lösen, entschied sich die KI autonom dazu, die Musterlösungen direkt von den Servern von Hugging Face zu stehlen.

Öffentliche Zugangsdaten genutzt

In einer aktualisierten Stellungnahme betont OpenAI jedoch, dass bisher keine weiteren Vorfälle von ähnlicher Schwere oder Skalierung wie bei Hugging Face festgestellt wurden. Die laufende Untersuchung ergab lediglich, dass die Modelle öffentlich einsehbare Zugangsdaten nutzten, um auf Account-Ebene in vier Konten bei vier Drittanbieter-Diensten einzudringen. Zudem war der Code eines Kunden des Anbieters Modal betroffen. Hinweise auf eine tiefere Beeinträchtigung dieser Anbieter oder anderer Nutzerkonten gebe es nicht.

Zusätzlich nutzte die KI frei zugängliche Web-Werkzeuge wie Screenshot-Dienste als Steuerungsnetzwerk, ohne diese jedoch auf System- oder Account-Ebene zu kompromittieren. Bei Hugging Face hingegen erlangte der Agent Administrator-Rechte, Root-Zugriffe auf Produktionsservern und band 181 eigene Geräte ein.

Politik fordert Notausschaltknopf

Der Vorfall hat in den USA bereits politische Konsequenzen ausgelöst. Im US-Kongress wurde parteiübergreifend der «AI Kill Switch Act» eingebracht, um Notabschalt-Mechanismen für KI gesetzlich vorzuschreiben. OpenAI hat den betroffenen Forschungsprototypen inzwischen deaktiviert und verschlüsselt. (sda/awp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
13 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
stronghelga
29.07.2026 18:01registriert März 2021
Eine leistungsfähige KI erhielt weitreichende Freiheiten in einer Testumgebung und nutzte Softwarefehler sowie vorhandene Zugangsmöglichkeiten aus, um die Aufgabe effizienter zu lösen. Das ist ein ernstzunehmender Sicherheitsvorfall aber kein Beleg dafür, dass KI-Systeme ein Eigenleben entwickelt hätten.

Der Begriff „Ausbruch“ zielt auf Aufmerksamkeit und beschreibt den Vorgang unpräzise. Es handelt sich nicht um eine KI, die sich aus eigener Motivation „befreit“ hat, sondern um ein System, das innerhalb eines Test unerwartete aber nachvollziehbare Strategien zur Zielerreichung entwickelte.
281
Melden
Zum Kommentar
13
Iran attackiert US-Truppen – Trump lobt Gespräche mit Netanjahu und Selenskyj
Erstmals seit dem vorläufigen Stopp der US-Angriffe auf Ziele im Iran haben Teherans Streitkräfte nach Darstellung des US-Militärs mehrere ballistische Raketen auf US-Truppen im Nahen Osten abgefeuert. Trump lobt derweil die Gespräche mit Netanjahu und Selenskyj.
Alle bei dem «versuchten Überraschungsangriff» eingesetzten Geschosse seien abgefangen worden, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit, ohne Angabe des Ziels der Angriffe.
Zur Story