International
Lateinamerika

Ermittlungen gegen Venezuelas Oppositionsführung eingeleitet

Ermittlungen gegen Venezuelas Oppositionsführung eingeleitet

Im Machtkampf nach der von Betrugsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl in Venezuela hat die Generalstaatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die Oppositionsführung eingeleitet.
06.08.2024, 07:1606.08.2024, 07:16

Diese hatte zuvor dazu aufgerufen, Anweisungen der amtierenden Regierung nicht zu befolgen.

Venezuelan President Nicolas Maduro speaks during a press conference at the Miraflores presidential palace, in Caracas, Venezuela, Friday, Aug. 2, 2024. (AP Photo/Cristian Hernandez)
Nicolas Maduro klammert sich an sein Amt.Bild: keystone

Oppositionsführerin María Corina Machado und dem regierungskritischen Kandidaten Edmundo González Urrutia werde die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Verschwörung, Amtsanmassung und Aufruf zum Aufstand vorgeworfen, teilte die regierungstreue Behörde mit.

Angesichts des harten Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen Demonstrierende hatten González und Machado Soldaten und Polizisten dazu aufgerufen, sich auf die Seite des Volkes zu stellen und den Anweisungen der amtierenden Regierung nicht mehr Folge zu leisten. «Wir fordern Sie dringend auf, die Zügellosigkeit des Regimes gegen das Volk zu stoppen und die Ergebnisse der Wahlen vom 28. Juli zu respektieren und durchzusetzen», hiess es in ihrem offenen Brief.

Mindestens elf Tote

In den vergangenen Tagen hatten zahlreiche Menschen in dem südamerikanischen Land gegen die nach ihrer Überzeugung manipulierte Wahl demonstriert. Die Staatsgewalt griff hart durch: Mindestens elf Menschen kamen laut der regierungsunabhängigen Organisation Foro Penal ums Leben, Hunderte wurden festgenommen.

Die linientreue Wahlbehörde hat den seit 2013 regierenden autoritären Präsidenten Nicolás Maduro offiziell zum Wahlsieger erklärt. Allerdings veröffentlichte sie bislang nicht die aufgeschlüsselten Resultate der einzelnen Stimmbezirke. Die Opposition wirft der Regierung Wahlfälschung vor und reklamiert den Sieg für ihren Kandidaten González.

Die USA und ein halbes Dutzend lateinamerikanischer Länder haben González bereits als Sieger anerkannt. Die Europäische Union will das offizielle Ergebnis nicht ohne vollständige Offenlegung der Wahlunterlagen anerkennen. Auch zahlreiche Staaten in der Region haben zumindest deutliche Zweifel am offiziellen Wahlergebnis angemeldet. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Putin-Freund Schröder: So umgeht der Altkanzler die Russland-Sanktionen
Gerhard Schröder sitzt im Aufsichtsrat einer russischen Supermarktkette – trotz strenger Sanktionen gegen Russland. Die Spur des Geldes führt ins Saarland.
Gerhard Schröder, 82, macht weiter Geschäfte mit Russland – und das trotz verschärfter Sanktionen. Der SPD-Altkanzler hält ein Aufsichtsratsmandat beim russischen Lebensmittelhandelsunternehmen Hyperglobus, dem russischen Ableger der deutschen SB-Warenhauskette Globus. Dabei gibt es offenbar ein raffiniertes Konstrukt, um Schröder für seine Dienste zu vergüten – vorbei an den Sanktionen.
Zur Story