Moskau-Flug mit Spitzenpolitiker kehrt nach Belgrad um
Grund für den ausserplanmässigen Rückruf: Es sei «eine zusätzliche Sicherheitsüberprüfung im Zusammenhang mit einem Passagier» erforderlich geworden, wie Air Serbia mitteilte.
Bei dem Passagier handelte es sich, wie serbische Medien unter Berufung auf ihre Quellen berichteten, um den Spitzenpolitiker Aleksandar Vulin, einen Vertrauten des bei der Parlamentswahl am 25. Oktober abgewählten Langzeitherrschers Aleksandar Vucic.
Den Medienberichten zufolge soll er am Dienstagabend vor dem Abflug nach Moskau an der obligatorischen Sicherheitskontrolle vorbei in den Airbus A320 eingestiegen sein. Dem Sicherheitschef des Belgrader Flughafens fiel dies demnach erst bei der nachträglichen Betrachtung der Videoaufnahmen von der Sicherheitskontrolle auf.
Als er die Order für die Rückkehr des Flugzeugs erteilte, befand dieses sich den Berichten zufolge bereits im Luftraum über dem Nato-Land Litauen und noch gut eine Stunde von Moskau entfernt.
Vulin schimpft über «Schikane»
Nach der Landung in Belgrad wurden alle Passagiere, unter ihnen auch Vulin, und ihr Gepäck einer erneuten Sicherheitskontrolle unterzogen. Die Maschine startete anschliessend erneut nach Moskau.
Vulin bestätigte seine Anwesenheit an Bord des Fluges. Nach der ausserplanmässigen Rückkehr nach Belgrad rief er beim Vucic-nahen Fernsehsender Informer TV an und beschwerte sich über die angebliche Schikane. «Das ist der Versuch der politischen Abrechnung mit mir.»
Zuvor hatten Gerüchte kursiert, dass sich Vulin nach Moskau absetzen könnte. Er bestritt jegliche Fluchtabsicht. In der Vergangenheit war er mit Drogenhandel und Korruption in Zusammenhang gebracht worden, die USA haben ihn deshalb auf ihre Sanktionsliste gesetzt. (sda/dpa)
