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Londons Polizeichef Mark Rowley zum Rücktritt aufgefordert

Wegen Antisemitismus: Londons Polizeichef soll zurücktreten

21.04.2024, 20:1821.04.2024, 20:18
epa10978151 Metropolitan Police Commissioner Sir Mark Rowley arrives to give a speech in London, Britain, 16 November 2023. The Metropolitan Police have said that no laws had been broken when pro-Pale ...
Der Londoner Polizeichef wurde zum Rücktritt aufgefordert.Bild: keystone

Die Londoner Polizei steht in der Kritik, angesichts anhaltender propalästinensischer Demonstrationen in der britischen Hauptstadt nicht genug zum Schutz jüdischer Menschen zu tun. Der Chef einer Organisation gegen Antisemitismus forderte den Rücktritt von Polizeichef Mark Rowley. Er habe die Kontrolle über die Strassen verloren, kritisierte Gideon Falter von der Initiative Campaign Against Antisemitism in einem Gastbeitrag in der Zeitung «Sunday Times».

Falter hatte ein Video veröffentlicht, das ihn mit Kippa am Rande einer propalästinensischen Demonstration zeigte. Ein Polizist hinderte ihn am Weitergehen und sagte, er sei offen als Jude zu erkennen: «Ich werfe Ihnen nichts vor, aber ich mache mir Sorgen über die Reaktion auf Ihre Anwesenheit.» Falter wurde auch gesagt, seine Anwesenheit sei für manche provokant. Ein Polizist äusserte die Sorge, dass Falter angegriffen werden könnte und sie dann nicht mit der Gruppe klarkämen.

Er sei wie ein Krimineller behandelt worden, kritisierte Falter. Die Metropolitan Police entschuldigte sich dafür, dass ein Polizist von «offen jüdisch» gesprochen hatte. «Jüdischsein ist keine Provokation», stellte die Polizei klar und löschte ein erstes Statement, in dem sie nahegelegt hatte, Gegner von solchen Protesten müssten wissen, dass ihre Anwesenheit provokant sein könne. Der Nachrichtenagentur PA zufolge soll es am Montag ein Gespräch zwischen dem Polizeichef und Londons Bürgermeister Sadiq Khan geben. Die Polizei kündigte zudem an, das persönliche Gespräch mit Falter suchen zu wollen.

Seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober und der darauffolgenden Militäroffensive Israels im Gazastreifen kommt es in London immer wieder zu Protesten. Falter warf der Polizei vor, für Aufrufe zum Dschihad und gezeigte Hakenkreuze immer wieder Ausreden zu finden. «Über Monate wurde uns gesagt, dass es – wenn antiisraelische Proteste durch London ziehen – für Juden absolut sicher ist», sagte Falter in dem Video, in dem er von umstehenden Menschen auch beleidigt und bedroht wurde. Was ihm passiert sei, sei das unausweichliche Ergebnis eines Polizeiansatzes, der die Rechte der Londoner opfere, die sich an Gesetze hielten, um einen gesetzlosen Mob zu besänftigen, schrieb er in der «Sunday Times». (sda/dpa/lyn)

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