International
Medien

Türkische Sender unter staatliche Kontrolle gestellt

In this image from TV, Hatice Cengiz, who is Turkish, reacts during an interview on Turkish television channel HaberTurk, Friday Oct. 26, 2018, about the day her fiancee Saudi writer Jamal Khashoggi e ...
Ein Gericht in Istanbul habe entschieden, den Nachrichtensender Habertürk sowie Show TV unter Treuhänderschaft des staatlichen Einlagensicherungsfonds zu stellen.Bild: AP HaberTurk TV

Türkische Sender unter staatliche Kontrolle gestellt

11.09.2025, 12:25

Türkische Fernsehsender sind im Rahmen von Ermittlungen wegen Betrugs, «Geldwäsche» und anderen Vorwürfen unter staatliche Kontrolle gestellt worden.

Ein Gericht in Istanbul habe entschieden, den Nachrichtensender Habertürk sowie Show TV unter Treuhänderschaft des staatlichen Einlagensicherungsfonds zu stellen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Insgesamt seien 121 Unternehmen der Can Holding betroffen. Die Holding ist unter anderem in den Sektoren Energie, Gesundheit, Bildung und Medien aktiv. Auch die renommierte Istanbuler Bilgi Universität und der Sender Bloomberg HT gehören zur Can Holding.

Zehn Personen seien zur Fahndung ausgeschrieben worden, darunter Führungskräfte, wie Anadolu weiter berichtete. Die Staatsanwaltschaft in Istanbul habe Ermittlungen wegen Gründung einer kriminellen Vereinigung, Schmuggel, Betrug und Geldwäsche eingeleitet.

Türkei belegt im Pressefreiheitsindex untere Ränge

Der Sender Habertürk ist liberalkonservativ ausgerichtet. Ob das Vorgehen gegen den Sender einen politischen Hintergrund hat, war zunächst unklar. Das Programm lief derweil uneingeschränkt weiter.

Mehr als 90 Prozent der Medien stehen in der Türkei direkt oder indirekt unter dem Einfluss der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Medienhäuser gehören in der Regel zu grossen Holdings, die noch in anderen Sektoren wie etwa der Energiewirtschaft aktiv und daher abhängig von staatlichen Aufträgen sind. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt die Türkei auf Platz 158 von 180. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
15 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
15
Britischer Influencerin droht in Dubai die Todesstrafe
Brooke George wird wegen vorsätzlicher Tötung in Dubai angeklagt. Ihr droht die Todesstrafe durch ein Erschiessungskommando. Laut ihrer Aussagen hat sie aus Notwehr gehandelt.
Eine 23-jährige Britin ist wegen Mordes an ihrem Freund in Dubai angeklagt. Brooke George wird beschuldigt, ihren Freund mit einem Küchenmesser erstochen zu haben. Laut der Menschenrechtsorganisation Detained International in Dubai droht George die Todesstrafe durch ein Erschiessungskommando.
Zur Story