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AfD verschickt Abschiebetickets als Wahlkampf-Aktion

Die AfD verschickte am Wochenende «Abschiebetickets» an Menschen mit Migrationshintergrund.
Die AfD verschickte am Wochenende «Abschiebetickets» an Menschen mit Migrationshintergrund.Bild: Threads/ajdar1009

«Nazis» – die AfD verschickt «Abschiebe-Flugtickets» zum Wahlkampf

Die AfD Karlsruhe provoziert mit ihrer neusten Wahlkampfaktion.
14.01.2025, 11:3317.01.2025, 12:42

Dass in der Politik beim Wahlkampf oftmals auf Provokation gesetzt wird, ist keine Neuheit. Darüber, was dabei noch als «okay» durchgeht, lässt sich streiten. Dass die AfD mit ihrer jüngsten Aktion aber zu weit ging, findet nicht nur ihre Konkurrenz.

So hat die rechtsextreme Partei AfD am Wochenende Menschen mit Migrationshintergrund «Flugtickets» mit der Aufschrift «Abschiebeticket» in den Briefkasten gelegt.

Während einige anfangs dachten, dass es sich dabei um eine Fake-Aktion handle, um der AfD zu schaden, postete die Partei den Flyer selbst auf ihrer Webseite. Die «Tickets» seien zudem laut der deutschen Tagesschau auf dem Bundesparteitag in Riesa in Sachsen am Wochenende bei regionalen Parteimitgliedern aufgetaucht.

Passagier: «illegaler Einwanderer»

Der Flyer ist gestaltet wie ein normales Flugticket. Dabei steht als Abflugort Deutschland und als Reiseziel «sicheres Herkunftsland». Beim Passagiernamen steht «illegaler Einwanderer» und ein QR-Code führt zu der AfD-Webseite.

Die AfD verschickte am Wochenende «Abschiebetickets» an Menschen mit Migrationshintergrund.
Die Flyer in Form von Flugtickets tauchten auch am AfD-Parteitag in Ries auf.Bild: Threads/ajdar1009

Wie viele Menschen den Flyer im Briefkasten hatten, ist bisher unklar. Wie der Karlsruher AfD-Bundestagsabgeordnete Marc Bernhard jedoch bestätigte, seien 20'000–30'000 Flyer gedruckt worden. Laut Bernhard sei aber nicht gezielt nach ausländisch klingenden Namen an Briefkästen gesucht worden.

Kriminalpolizei ermittelt wegen Volksverhetzung

Gegenüber SWR teilte die Kriminalpolizei mit, dass sie über die Flyer informiert sei. Die Beamten hätten die Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung aufgenommen. Anzeigen seien Stand Montagnachmittag aber noch keine eingegangen.

Auf Social Media gingen die Flyer derweil viral. Dabei äusserten sich vor allem Kritikerinnen und Kritiker der AfD. In den Kommentaren zu den Posts liest man viel Empörung: «Wir haben wirklich nichts gelernt aus unserer Vergangenheit, ich schäme mich», schrieb etwa eine Userin, während eine zweite meinte: «Nennen wir die AfD beim Namen, es sind Nazis.»

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