International
Migration

Deutschland: Scholz attackiert nach Migrationsgesprächen Merz

Scholz attackiert Merz: «Führung sieht anders aus»

10.09.2024, 22:3710.09.2024, 22:37
epa11596003 German Chancellor Olaf Scholz looks on during a session of the German parliament 'Bundestag' in Berlin, Germany, 10 September 2024. In its 183rd session, the German Bundestag dis ...
Bundeskanzler Olaf Scholz im Bundestag.Bild: keystone

Bundeskanzler Olaf Scholz hat CDU-Chef Friedrich Merz wegen des Abbruchs der Migrationsgespräche mit der Ampel-Koalition persönlich und in scharfer Form kritisiert. Beim Sommerfest des konservativen Seeheimer Kreises der SPD in Berlin warf der Kanzler dem Unionsfraktionsvorsitzenden am Abend Verantwortungs- und Führungslosigkeit vor.

«Das Rausgehen aus dieser Runde, das stand schon vorher fest. Und das ist blamabel für diejenigen, die das zu verantworten haben», sagte der Kanzler in einer emotionalen Ansprache bei den Seeheimern. «Führung sieht anders aus. Charakter, Ehrlichkeit und Festigkeit sind für dieses Land gefragt. Und nicht solche kleinen Taschenspielertricks und Provinzbühnenschauspielerei», sagte Scholz.

Führung bedeute, dass man nicht davonlaufe. "Und Führung bedeutet, dass man Kompromisse machen kann. Aber das muss man dann auch wollen.

Unionsfraktionschef Friedrich Merz hatte die Gespräche mit der Ampel-Regierung für gescheitert erklärt. Die Koalition sehe sich offensichtlich nicht zu umfassenden Zurückweisungen an den deutschen Staatsgrenzen in der Lage, sagte der CDU-Vorsitzende. «Damit ist der Versuch gescheitert, einen gemeinsamen Weg zu gehen», fügte er hinzu.

«Massive Kehrtwende» in Migrationspolitik

Die Bundesregierung werde nun das, was sie vorgeschlagen habe, auf den Weg bringen, sagte der Kanzler weiter. «Wir haben eine massive Kehrtwende im effektiven Umgang mit irregulärer Migration in Deutschland eingeleitet. Und das war richtig.» Das sehe man etwa an der gesunkenen Zahl der irregulär Eingereisten und der massiv gestiegenen Zahl von Rückführungen.

Scholz verwies auf das nach dem Messerangriff in Solingen innerhalb weniger Tage verabredete Sicherheitspaket der Ampel-Koalition, das bereits am Donnerstag in erster Lesung im Bundestag beraten werden soll. Es sieht Massnahmen für eine härtere Gangart bei der Rückführung abgelehnter Asylbewerber in ihre Herkunftsländer, Schritte zur entschiedeneren Bekämpfung des islamistischen Terrors und Verschärfungen beim Waffenrecht vor. «Wir handeln, wir reden nicht nur», machte der Regierungschef deutlich.

Am Mittwoch kommt es im Bundestag zum direkten Rededuell zwischen Merz und Scholz. In der Generaldebatte im Rahmen der Haushaltsberatungen redet in der Regel zunächst der Chef der grössten Oppositionsfraktion, also Merz. Dann ist der Kanzler an der Reihe. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
12 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
N. Y. P.
10.09.2024 23:18registriert August 2018
«Führung sieht anders aus»
Olaf

Ja, definitiv Olaf. Ihr macht wirklich keine gute Falle. Neuwahlen wären besser schon morgen.
477
Melden
Zum Kommentar
avatar
butlerparker
10.09.2024 22:59registriert März 2022
Welche Wende meint Scholz, wenn man an der Grenze nicht zurückweisen kann??? Alles wird bleiben wie es ist. Jeder kann an die Grenze kommen, wird aufgenommen, es gibt ein Asylverfahren und wenn nicht gerade hochkriminell gibt es keine Abschiebungen.

Eine Wende wäre,wenn die Netto Zahl der Asylbewerber weniger würde und nicht mehr !!

Dazu wollte die Union gar nicht an dem Treffen teilnehmen.Innenministerin Faeser hat wohl Zusagen gemacht (von denen die anderen Koalitionspartner nichts wussten), die dann die Union bewogen haben,teil zu nehmen.Als die nicht eingehalten wurden,gingen sie,normal!
269
Melden
Zum Kommentar
12
Europas Luxusbranche tut alles, um den US-Markt für sich zu gewinnen
Von Dior über Louis Vuitton bis hin zu Gucci – die grossen europäischen Modehäuser verstärken ihre Bemühungen, die USA für sich zu gewinnen. Mit gigantischen Modenschauen, Stars und kulturellen Kooperationen wird der US-Markt für die Luxusbranche strategisch wichtiger denn je.
Gucci mitten auf dem Times Square oder Chanel auf einem New Yorker U-Perron: Die renommiertesten Modehäuser Europas veranstalten immer häufiger spektakuläre Modenschauen in den Vereinigten Staaten – einem Markt, der für die Branche zugleich Schlüsselmarkt und Trendbarometer ist. Dior, das 2024 im Brooklyn Museum eine Kollektion mit Retro-Akzenten in den Farben der amerikanischen Flagge präsentierte, entschied sich Mitte Mai für das Los Angeles County Museum of Art (LACMA) als Schauplatz seiner Cruise-Modenschau – eine Hommage an das goldene Zeitalter des Hollywood-Kinos.
Zur Story