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Nach Messerattacke in Belfast: Proteste eskalieren – Bus in Brand

Vehicles set on fire by protesters burn on Lendrick Street in east Belfast, Northern Ireland, on Tuesday, June 9, 2026, after the arrest of a Sudanese man accused of stabbing a man in the northern par ...
Die Randalierer setzten Autos in Brand und griffen Häuser von Migranten an.Bild: keystone

Eskalation in Nordirland nach Messerattacke – Maskierte griffen Migranten-Häuser an

Nach einer brutalen Messerattacke in Belfast ist es am Dienstagabend zu schweren Ausschreitungen gekommen. Maskierte griffen in der nordirischen Hauptstadt Häuser von Migranten an und setzten Fahrzeuge in Brand.
09.06.2026, 21:4810.06.2026, 07:06

Darum geht es

Einen Tag nach einem brutalen Messerangriff in Nordirland spitzte sich die Lage in Belfast am Dienstag zu. Wie die BBC berichtete, gingen am Dienstagabend an mehreren Orten in Nordirland Menschen auf die Strasse. Zunächst verliefen die Proteste friedlich, doch im Verlauf des Abends kam es zu erheblichen Ausschreitungen.

Nebst Fahrzeugen wurden auch Häuser in Brand gesetzt. Eine Gruppe von etwa 100 maskierten Männern attackierte Häuser von Migranten und zerstörte Türen und Fenster. Britische Politiker verurteilten sowohl die Messerattacke als auch die ausländerfeindliche Gewalt scharf. Zu Protesten kam es auch in anderen britischen Städten wie Glasgow, Edinburgh oder Southampton.

Das ist über den Gewaltausbruch bekannt

Mehrere hundert Menschen hatten sich nach der Gewalttat in der nordirischen Hauptstadt Belfast versammelt, um gegen Einwanderung zu demonstrieren. Zunächst protestierten sie friedlich gegen die Migrationspolitik Grossbritanniens. Teilweise blockierten Demonstranten dann Zufahrten zur Autobahn sowie mehrere wichtige Verkehrsachsen. Im Verlaufe des Abends kam es dann zu erheblichen Ausschreitungen und ausländerfeindlicher Gewalt.

Demonstrators march along Portswood Road in Southampton, England, on Tuesday, June 9, 2026, during an Enough is Enough protest, after a man from Sudan was arrested over a knife attack in Belfast. (And ...
Zunächst protestierten die Menschen friedlich gegen die Migrationspolitik Grossbritanniens.Bild: keystone

Die nordirische Verkehrsgesellschaft Translink stellte am Abend sämtliche Metro- und Busverbindungen in Belfast bis auf Weiteres ein. Mehrere Strassen mussten wegen der Blockaden gesperrt werden, der Verkehr kam teils vollständig zum Erliegen. Am späteren Abend wurde in Belfast Busse und Fahrzeuge, auch Polizeiautos, in Brand gesetzt. Feuerwehr und Polizei rückten mit einem Grossaufgebot aus. Die Beamten mussten Löschfahrzeuge vor Randalierern beschützen.

Die Demonstranten zündeten einen Bus an, der in der Folge vollständig ausbrannte.Video: watson/x.com/MarioNawfal

In der Folge griffen Flammen auch auf Häuser über. Ob diese mutwillig angezündet wurden, ist noch nicht klar. Klar ist aber, dass eine Gruppe von etwa hundert Maskierten in einem Stadtteil Belfasts Häuser beschädigte, in denen sie Migranten vermuteten. Laut Medienberichten zerstörten sie Türen und zerschlugen Fenster.

Ein Pfarrer, der sich der Menge entgegenstellte und versuchte den Angegriffenen zu helfen, sagte gegenüber der «BBC», dass die Randalierer Häuser attackierten und versuchten Menschen zu verjagen, «weil sie Schwarz sind». Dabei handle es sich auch um Mitglieder seiner Kirchgemeinde, die teils seit 20 Jahren und mehr in der Gegend lebten. Viele Unschuldige seien nun von der «Tat eines Idioten» betroffen und würden in Angst leben.

A crowd of protesters gathers in the road following a stabbing incident in North Belfast, Tuesday, June 9, 2026. (AP Photo/Peter Morrison)
Britain Northern Ireland Stabbing
Zunächst kam es zu friedlichen Protesten gegen die Migrationspolitik Grossbritanniens, später gab es massive Ausschreitungen.Bild: keystone

Das ist über den Täter bekannt

Unterdessen hat die Polizei den festgenommenen Tatverdächtigen offiziell angeklagt. Dem 30-jährigen Mann aus dem Sudan werden versuchter Mord, das Mitführen einer Stichwaffe in der Öffentlichkeit sowie Morddrohungen vorgeworfen. Er soll am Mittwoch vor dem Bezirksgericht in Belfast erscheinen. Das Opfer der Attacke hatte bei dem Angriff schwere Verletzungen im Gesicht, an den Augen und am Rücken erlitten und befindet sich nach wie vor im Spital.

Die «BBC» berichtete unter Berufung auf Angaben der nordirischen Polizei, dass der mutmassliche Täter 2023 nach Grossbritannien gekommen war und eine Aufenthaltsbewilligung als Flüchtling bis 2028 bekommen hatte.

So reagiert die Politik

Britische Politiker verurteilten sowohl die Messerattacke als auch die späteren, fremdenfeindlichen Gewalttaten scharf. Nordirlands Regierungschefin Michelle O'Neill, ihre Stellvertreterin Emma Little-Pengelly sowie Polizeichef Jon Boutcher riefen die Bevölkerung zur Besonnenheit auf. Justizministerin Naomi Long appellierte an die Menschen, sich nicht von Aufrufen in sozialen Medien zu Protesten oder Gewalt aufstacheln zu lassen.

Hilary Benn, der für Nordirland im Kabinett des britischen Premiers Keir Starmer zuständig ist, erklärte, dass die Leute zurecht schockiert über die Messerattacke seien, dass es aber «keine Rechtfertigung gebe, das Leben Unschuldiger zu gefährden». Die Gewalt müsse sofort aufhören.

epa12846188 British Secretary of State for Northern Ireland Hilary Benn arrives for a cabinet meeting at 10 Downing Street in London, Britain, 24 March 2026. EPA/ANDY RAIN
Hilary Benn verurteilte die Gewalt gegen Unschuldige scharf.Bild: keystone

Die britischen Behörden befürchten, dass es nach der Tat zu weiteren, rassistisch motivierten Ausschreitungen kommen könnte. Bereits im Sommer 2024 gab es in Grossbritannien schwere Ausschreitungen, nachdem es zu mehreren Messernagriffen kam. (con/mke)

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Messerangriff in Winterthur
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Messerangriff in Winterthur

In Winterthur hat ein Mann mit einem Messer Passanten angegriffen.

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Messerangriff am Bahnhof Winterthur
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399 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Opossum2
09.06.2026 22:21registriert Januar 2022
Der tiefere Sinn, nach einer Gewalttat gegenüber jemandem gewalttätig zu werden, von dem man weiss, dass es nicht der Täter ist (der Täter ist gefasst) oder dessen Auto anzuzünden, oder die Polizei gewalttätig anzugehen, wird sich mir nie erschliessen.
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Loki.O
09.06.2026 21:57registriert März 2025
"riefen die Bevölkerung zur Besonnenheit auf"

Wie besonnen soll man denn auf diese Zustände reagieren?
Versuchen das Gespräch zu suchen? Demos gegen rechts? Auf Besserung hoffen?
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Roger Durrer
09.06.2026 22:24registriert März 2025
Auch in der Schweiz wird dies mal soweit sein… das nächste Land wird entweder Frankreich oder Deutschland sein… für mich absolut kein Wunder haben die extremen Parteien von links und rechts so ein Zulauf… auch der Winterthur Täter wird wohl davonkommen mit der Begründung er hätte psychische Probleme… hat sich soweit ja rumgesprochen bei den Tätern, oder sie haben es mitbekommen.. die alten Parteien versagen durch das Band und leben in ihrem Elfenbeinturm weiter
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