International
Migration

London will für Ruanda-Pläne ausdrücklich Menschenrechte aussetzen

London will für Ruanda-Pläne ausdrücklich Menschenrechte aussetzen

06.12.2023, 18:5706.12.2023, 18:57
epaselect epa11003754 British Prime Minister Rishi Sunak at a Christmas festive market outside 10 Downing Street in London, Britain, 30 November 2023. Sunak switched on the 10 Downing Street Christmas ...
Will sich nicht von belanglosen Dingen wie Menschenrechten stoppen lassen: Premierminister Rishi Sunak.Bild: keystone

Die britische Regierung will sich bei ihren umstrittenen Plänen zur Abschiebung von Asylsuchenden nach Ruanda ausdrücklich nicht von Menschenrechten stoppen lassen. Der konservative Premierminister Rishi Sunak sagte, ein neuer Gesetzentwurf werde festlegen, dass zentrale Teile des britischen «Human Rights Act», der Menschenrechte vorschreibt, im Fall von Ruanda nicht angewendet werden können. Dies werde sicherstellen, «dass unser Plan nicht gestoppt werden kann», sagte Sunak. Mit dem geplanten Gesetz soll Ruanda zum sicheren Drittstaat erklärt werden.

Die britische Regierung will Asylsuchende, die irregulär ins Land kommen, ungeachtet ihrer Herkunft umgehend in das ostafrikanische Land ausfliegen. Sie sollen dort Asyl beantragen, eine Rückkehr nach Grossbritannien ist ausgeschlossen. Das Oberste Gericht in London hatte das Vorhaben auch mit Verweis auf rechtsstaatliche Defizite in Ruanda gestoppt. Mit dem neuen Gesetz glaubt die Regierung, die Vorbehalte aus dem Weg räumen zu können. Premier Sunak steht unter erheblichem Druck des rechten Flügels, die Migration deutlich zu reduzieren.

Für Aufsehen sorgte ein ausserordentliches Zitat von Innenminister James Cleverly auf der ersten Seite des Entwurfs. Er sei ausserstande zu sagen, ob das Gesetz mit der Europäischen Menschenrechtskonvention (ECHR) vereinbar sei, heisst es dort. Der rechte Flügel von Sunaks Konservativer Partei fordert, Grossbritannien solle aus der ECHR aussteigen, damit internationale Gerichte das Vorhaben nicht mehr stoppen können. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Verliert Trump seine Mehrheit? Die Umfragen eine Woche vor den Midterms
Am 3. November wählen die USA ein neues Parlament. Können sich Donald Trumps Republikaner behaupten oder verlieren sie ihre Mehrheiten im Repräsentantenhaus und dem Senat? Die Umfragen eine Woche vor den Midterms:
Glaubt man den Umfragen für das Repräsentantenhaus deutet einiges darauf hin, dass die Demokraten eine Mehrheit erreichen.
Zur Story