Verliert Trump seine Mehrheit? Die Umfragen eine Woche vor den Midterms
Repräsentantenhaus
Glaubt man den Umfragen für das Repräsentantenhaus deutet einiges darauf hin, dass die Demokraten eine Mehrheit erreichen.
Die USA wählen – die House-Prognosen
Stand: 27.10.2026 - 17:00 Uhr
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Die USA wählen – die Senate-Prognosen
Stand: 27.10.2026 - 17:00 Uhr
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watsonDer Kampf um die Mehrheit im Senat verspricht dieses Jahr ein knapper zu werden. Hier sind die sechs engsten Senatsrennen:
Alaska
In Alaska tritt der amtierende republikanische Senator Daniel S. Sullivan gegen die Demokratin Mary Peltola an. Sullivan sitzt seit 2015 für Alaska im US-Senat. Die ehemalige Kongressabgeordnete Peltola wäre die erste indigene Senatorin aus dem nördlichsten Bundesstaat.
Alaska verwendet zur Ermittlung ihrer Senatoren ein Präferenzwahlsystem. Statt nur einer Stimme, haben Wählerinnen und Wähler bis zu fünf nach ihrer Präferenz geordneten Stimmen für den einen Senatssitz. Nebst Peltola und Sullivan tritt ein weiterer republikanischer Kandidat namens Dan Sullivan an. Die Republikaner werfen dem Herausforderer Dan Sullivan vor eine Scheinkandidatur zu führen, um die Menschen in Alaska zu verwirren und so dem «echten» Dan Sullivan Stimmen zu klauen.
In den Präsidentschaftswahlen 2024 ging Alaska, mit 13 Prozentpunkten Vorsprung auf die ehemalige Vizepräsidentin Kamala Harris, an Donald Trump. In den Umfragen zum Senatssitz führt aktuell die Demokratin Peltola.
Iowa
In Iowa entschied sich die bisherige republikanische Senatorin Joni Ernst gegen eine erneute Kandidatur. In einem Kopf-an-Kopf-Rennen kämpfen nun die republikanische Abgeordnete Ashley Hinson und der Demokrat Josh Turek, zweifacher Paralympics Goldmedaillengewinner im Rollstuhlbasketball, um den Senatssitz von Iowa.
Ashley Hinson spricht sich öffentlich für ein Ende des Kriegs mit dem Iran aus, um die Spritpreise zu senken. Im Repräsentantenhaus stimmte sie jedoch mehrmals gegen Resolutionen, welche genau das von Präsident Trump verlangten.
Auch in Iowa konnte Donald Trump 2024 einen Sieg mit 13 Prozentpunkten Vorsprung auf Kamala Harris einfahren. In den Umfragen für die Senatswahl im November liegen die Kandidaten gemäss der «New York Times» beinahe gleich auf.
Maine
In Maine will die Republikanerin Susanne Collins ihre sechste Amtszeit Gewinnen. Collins sitzt seit 1996 im Senat und gilt als politisches Schwergewicht. Ihr demokratischer Herausforderer Troy Jackson ist auf Bundesebene bisher ein unbeschriebenes Blatt.
Die Vorwahlen gewann eigentlich ein Anderer. Graham Platner war die grosse demokratische Hoffnung in Maine und sollte Collins aus dem Amt drängen. Nach Berichten über Nazi-Tattoos und Vergewaltigungsvorwürfen, zog Platner seine Kandidatur zurück. Der Holzfäller Troy Jackson rückte nach.
Maine ist der einzige Bundesstaat dieser Liste, der in den Präsidentschaftswahlen 2024 nicht an Donald Trump ging. Stattdessen gewann Kamala Harris mit 25 Prozentpunkten Vorsprung. In den Umfragen hat der Demokrat Jackson einen hauchdünnen Vorsprung gegenüber Collins.
Michigan
Nach zwölf Jahren im Senat und davor fünf Jahren im Repräsentantenhaus tritt der Demokrat Gary Peters nicht mehr für den Senatssitz Michigans an. Die Demokraten schicken stattdessen den Epidemiologen Abdul El-Sayed ins Rennen, die Republikaner den ehemaligen Repräsentantenhaus-Abgeordneten Mike Rogers.
Nur knapp konnte sich der progressive El-Sayed in den Vorwahlen gegen die moderate Haley Stevens durchsetzen, weshalb die Demokraten nun um ihren Senatssitz in Michigan bangen. Doch auch sein Gegenkandidat Mike Rogers hat kein leichtes Spiel. Wie viele Republikaner in umkämpften Bundesstaaten distanziert er sich öffentlich von der Politik Trumps – insbesondere von den Zöllen gegen Kanada und dem Krieg mit Iran.
Michigan ging als klassischer Swing-State 2024 nur knapp an Donald Trump. 1,4 Prozentpunkte betrug sein Vorsprung auf Kamala Harris. Die Umfragen zeigen El-Sayed im Vorteil.
Ohio
In Ohio fordert der Demokrat Sherrod Brown den Republikaner Jon Husted heraus. Brown sass bereits im Senat, wurde 2024 jedoch abgewählt. Husted wurde 2024 vom Gouverneur Ohios zum Nachfolger von JD Vance – nachdem dieser zum Vizepräsidenten aufstieg – als Interims-Senator ernannt. Über Vances Sitz darf nun die Stimmbevölkerung entscheiden. Beide Kandidaten verfügen über mehrjährige politische Erfahrung in beiden Kammern, sowie auch auf bundesstaatlicher Ebene.
Auch in Ohio gewann vor zwei Jahren mit elf Prozentpunkten Vorsprung Donald Trump. Laut der «New York Times» führt aktuell jedoch der Demokrat Brown die Umfragen an.
Texas
1988 gewannen die Demokraten mit Lloyd Bentsen das letzte Mal eine Senatswahl in Texas. Dieses Jahr versucht James Talarico die republikanische Senatsbastion in Texas zu stürzen. Die Republikaner ziehen mit dem von Donald Trump unterstützten Ken Paxton ins Rennen. Er konnte sich in den Vorwahlen gegen den bisherigen und Trump-kritischen Senator John Cornyn durchsetzen.
Paxton, Generalstaatsanwalt von Texas gilt als Risikokandidat. Juristische und politische Skandale, machen es den Demokraten einfach eine Negativ-Kampagne zu bewirtschaften. Generalstaatsanwalt Paxton wurde 2023 unter anderem Bestechung vorgeworfen, weshalb das texanische Repräsentantenhaus ein Amtsenthebungsverfahren einleitete. Zudem stand er unter Anklage wegen Wertpapierbetrugs, feierte Silvester 2024 mit zwei wegen Betrugs gesuchten Flüchtigen, betrog seine Ehefrau und stahl einen teuren Kugelschreiber eines Mitarbeitenden.
Der Demokrat James Talarico sitzt seit 2018 im texanischen Repräsentantenhaus. Als junger linker Pastor und ehemaliger Lehrer sorgt er bei vielen Demokraten für Begeisterung und stellt einen klaren Gegenentwurf zu Ken Paxton dar. Dieser geht einer öffentlichen Debatte mit Talarico bisher konstant aus dem Weg.
In den Präsidentschaftswahlen 2024 siegte Donald Trump auch im tiefroten Texas. 14 Prozentpunkte lagen zwischen ihm und Kamala Harris. Laut «New York Times» führt Talarico im Rennen um den Senatssitz in Texas die Umfragewerte aktuell.
Die grosse Rechnerei
Die Republikaner verfügen über eine Mehrheit im Senat. 53 der 100 Abgeordneten sind dem republikanischen Lager zuzuordnen, 47 dem der Demokraten. Um die Mehrheit zu erlangen, müssen die Demokraten netto mindestens vier Sitze gutmachen, damit sie eine 51-49-Mehrheit halten. Denn bei 50-50-Patts entscheidet jeweils der US-Vizepräsident, JD Vance.
Inklusive den Ersatzwahlen von Vizepräsident Vance und Aussenminister Rubio, welche vom Senat in die Regierung wechselten, stehen im Senat 35 Sitze zur Wahl. 22 davon besetzten bisher die Republikaner, 13 die Demokraten.
Gemäss dem Cook Political Report scheint lediglich in 13 der 35 Senatsrennen ein Sitzgewinn möglich zu sein. Am realistischsten sei dies in sechs oben aufgeführten Staaten sowie Kansas. Von diesen sieben sehr umkämpften Rennen haben die Republikaner sechs zu verteidigen, die Demokraten einen. Dazu kommt, dass North Carolina – ein bisher republikanischer Sitz – gemäss Umfragen eine starke demokratische Tendenz hat.
Was die ganze Rechnerei aussagen soll: Gewinnen die Demokraten in vier der sieben Bundesstaaten Alaska, Iowa, Maine, Michigan, Ohio, Texas und Kansas, erlangen sie höchstwahrscheinlich die Mehrheit im Senat. Die Umfragen führen sie in fünf davon an – auch wenn nur knapp.
