Mette-Marit, König Harald V: Das schwierige Jahr der norwegischen Royals
Besonders häufig sorgte die Schwiegertochter von König Harald V. in den vergangenen Monaten für Schlagzeilen: Mette-Marits Lungenerkrankung verschlimmerte sich, das Ausmass ihrer früheren Kontakte zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wurde bekannt, und ihr Sohn Marius Borg Høiby musste sich wegen Vergewaltigungs-, Gewalt- und Drogendelikten vor Gericht verantworten.
Norwegens Königsfamilie hat schwere Zeiten hinter sich. Es gab Krankheiten, Todesfälle und Skandale. Die Ereignisse im Überblick.
König Harald V.
Harald V. hatte den Thron 1991 nach dem Tod seines Vaters Olav V. bestiegen und war der älteste regierende Monarch Europas. In den vergangenen Jahren hatte er wiederholt mit teils schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.
Am 17. August war der 89-Jährige erneut ins Krankenhaus gekommen. Wegen einer hämolytischen Anämie – einer Form der Blutarmut – war er mit Kortison behandelt worden, was zu einer Flüssigkeitsansammlung im Körper geführt hatte. Anschliessend zog er sich zusätzlich eine bakterielle Infektion des Blutkreislaufs zu.
Am Freitagmorgen ist der norwegische Monarch gestorben. Wie der Palast bekannt gab, ist er um 6.35 Uhr friedlich im Nationalkrankenhaus in Oslo eingeschlafen. An seiner Seite: sein Sohn Haakon.
Prinzessin Astrid
Im März musste Haralds ältere Schwester wegen einer Lungenentzündung behandelt werden, Mitte Mai folgte das nächste gesundheitliche Problem für Prinzessin Astrid: Die 94-Jährige kam wegen Herzinsuffizienz in eine Klinik und liess sich am Tag der Einlieferung einen temporären Herzschrittmacher einsetzen.
König Harald V. und Prinzessin Astrid hatten eine enge Geschwisterbeziehung. Ihre älteste Schwester, Prinzessin Ragnhild, ist bereits 2012 im Alter von 82 Jahren gestorben. Jetzt ist Astrid die letzte der Kinder Olavs V.
Mette-Marit
Im Jahr 2018 wurde bei der damaligen Kronprinzessin Mette-Marit eine chronische Lungenfibrose diagnostiziert – eine unheilbare Erkrankung, die das Atmen zunehmend erschwert. Ende 2025 verschlechterte sich ihr Zustand erheblich, und es wurde öffentlich, dass eine Transplantation in Betracht gezogen wurde.
Im Juni 2026 wurde sie auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt und erhielt wenig später erfolgreich ein Spenderorgan, was ihr Leben rettete. Die Genesung verlief allerdings langsam, und Mette-Marit wird ihr Leben lang auf Medikamente angewiesen sein. Trotz der gesundheitlichen Herausforderungen bemüht sich die 53-Jährige weiterhin, ihre repräsentativen Aufgaben wahrzunehmen.
Verwicklungen in den Fall Epstein
Mette-Marit geriet Anfang 2026 nicht nur wegen ihres Gesundheitszustand in die Schlagzeilen: Anfang Februar wurde bekannt, dass ihr Name in den Epstein-Akten mehr als 1'000-mal auftaucht. Zwischen 2011 und 2014 hatte sie mehrfach Kontakt zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, darunter Treffen in den USA und ein Aufenthalt in einem seiner Häuser.
In einem Interview mit dem norwegischen Sender NRK zeigte sich Mette-Marit tief betroffen und erklärte, sie sei von Epstein manipuliert worden und bereue die Bekanntschaft zutiefst. Das Königshaus teilte indes mit: «Die Kronprinzessin distanziert sich nachdrücklich von Epsteins Missbrauch und seinen kriminellen Komplizen. Es tut ihr sehr leid, dass sie nicht früh genug erkannt hat, was für ein Mensch er war.» Die Enthüllungen belasteten nicht nur Mette-Marit, sondern schadeten auch dem Ansehen der norwegischen Königsfamilie.
Marius Borg Høiby
Bereits im August 2024 geriet der älteste Sohn von Mette-Marit in den Fokus der Öffentlichkeit, als er wegen zahlreicher Delikte festgenommen wurde. Die Ermittlungen gegen Marius Borg Høiby erstreckten sich über Monate und führten im August 2025 zur offiziellen Anklage durch die Staatsanwaltschaft Oslo.
Marius wurden diverse Straftaten vorgeworfen, darunter Vergewaltigungs-, Gewalt- und Drogendelikte. Der Fall sorgte für grosses mediales Aufsehen und belastete die norwegische Königsfamilie schwer. Im Juni 2026 wurde er schliesslich in 34 Anklagepunkten schuldig gesprochen und zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt.
Gegen das Urteil legte der 29-Jährige Berufung ein, während die Staatsanwaltschaft ein höheres Strafmass anstrebte. Derzeit befindet er sich in U-Haft mit Fussfesseln auf dem Gelände von Schloss Skaugum.

