2 Tote, mindestens 20 Verletzte – das ist zur Amokfahrt in Leipzig bekannt
Was ist passiert?
In der deutschen Stadt Leipzig ist ein Mann in einem PKW in eine Menschenmenge gefahren. Das bestätigte die Polizei. Der Vorfall ereignete sich in der Grimmaischen Strasse, einer Einkaufsstrasse in der Innenstadt Leipzigs.
Der Verdächtige war am frühen Abend mit einem weissen Auto vom Augustusplatz kommend über den Marktplatz gefahren und fuhr dabei mehrere Menschen an. Der Ort gilt als einer der meistbesuchten Plätze der Stadt und als Touristen-Hotspot.
Kurz nach der mutmasslichen Amokfahrt war am Leipziger Marktplatz überall Blaulicht zu sehen, zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort. Ein Sichtschutz wurde aufgebaut. Vor dem weissen Auto des Täters war ein Tuch zu sehen. Mutmasslich bedeckte es eine der Leichen. Laut Augenzeugen sei der Fahrer mit 70 bis 80 km/h unterwegs gewesen sein, berichten mehrere deutsche Medien.
🚆 🚦 Une voiture a foncé dans la foule à LEIPZIG, faisant de nombreux blessés. L'incident soulève des questions urgentes sur la sécurité des espaces publics. Les autorités enquêtent sur les circonstances exactes de l'événement. (source : presse) pic.twitter.com/xev0OtU7lF
— Le Média Politique (@LeMediaPolitiFR) May 4, 2026
Nach der Amokfahrt durch die Leipziger Innenstadt ist das Areal durch die Polizei derzeit weiter abgesperrt.
An der Grimmaischen Strasse haben Passanten Kerzen und Blumen in Anteilnahme an die Todesopfer und Verletzten der Tat niedergelegt. Der betroffene Bereich der stark frequentierten Einkaufsmeile werde voraussichtlich den gesamten Tag über weiter gesperrt bleiben, sagte der Sprecher der Stadtverwaltung, Matthias Hasberg
Wie viele Tote und Verletzte gibt es?
Zunächst herrschte Unklarheit über die Opferzahlen. Dann bestätigte die Polizei, dass es zwei Todesopfer und drei Schwerverletzte gibt. Bei den Getöteten handelt es sich um eine 63-jährige Frau und einen 77-jährigen Mann deutscher Staatsangehörigkeit.
Die genaue Zahl der Verletzten ist auch am Tag danach weiterhin unklar. «Das war gestern sehr schwierig. Viele Leute haben den Ort selbstständig verlassen und sich zum Arzt begeben», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Sicher ist bislang nur: Drei Menschen wurden schwer verletzt, hinzu kommen zahlreiche weitere Betroffene. Insgesamt sollen rund 80 Menschen von den Ereignissen betroffen sein.
Was weiss man zum mutmasslichen Täter und zum Motiv?
Bei dem festgenommenen Fahrer handelt es sich um einen 33-Jährigen mit deutscher Staatsangehörigkeit, der in Deutschland geboren wurde und in der Region Leipzig wohnhaft sei. Er sei «psychisch auffällig» gewesen. Der Mann sei von Einsatzkräften noch an seinem Fahrzeug gestellt und festgenommen worden, teilte die Polizei am Abend bei einer Pressekonferenz mit. Er befinde sich aktuell in polizeilichem Gewahrsam.
Der mutmassliche Amokfahrer von Leipzig habe sich widerstandslos festnehmen lassen. «Der Täter wurde durch uns im Fahrzeug dingfest gemacht», sagte der Leipziger Polizeipräsident René Demmler.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes in zwei Fällen sowie versuchten Mordes in mindestens zwei Fällen. Leipzigs Leitende Oberstaatsanwältin Claudia Laube bekräftigte, man gehe von einer Amoktat aus. Es gebe keinerlei Anzeichen für «eine andere Lesart» und auch keine Anzeichen für weitere Täter.
Die Polizei geht nach bisherigen Erkenntnissen nicht von einem politischen oder religiösen Motiv des Täters aus. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) war der Mann vor der Tat polizeibekannt.
Der Täter ist nur wenige Tage zuvor in stationärer Behandlung in einer psychiatrischen Einrichtung gewesen. Wie das Sozialministerium des ostdeutschen Bundeslandes Sachsen in Dresden bestätigte, hielt sich der 33-Jährige auf eigenen Wunsch freiwillig in der Klinik auf.
Nach Ministeriumsangaben ist der in Leipzig lebende Amokfahrer Ende April entlassen worden. «Während der Zeit dieses Aufenthalts in der Klinik bestand keine Eigen- oder Fremdgefährdung. Es lagen damit keine medizinischen Gründe vor, den Patienten, der sich freiwillig in der Klinik aufhielt, am Verlassen der Klinik zu hindern und damit gegen seinen Willen festzuhalten», hiess es.
Wie sind die Reaktionen?
In der Stadt hat inzwischen die Trauer begonnen. Am Tatort legen Menschen Blumen und Kerzen nieder, die Flaggen am Neuen Rathaus wurden auf halbmast gesetzt.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zeigt sich auf X bestürzt:
Oberbürgermeister Jung und Innenminister Schuster bedankten sich ausdrücklich auch bei den Menschen, die vor Ort schnell und umsichtig geholfen hätten. Besonnene Passanten hätten schnelle Hilfe gespendet, Wasser gereicht und vorbildlich reagiert.
Für den Nachmittag ist eine zentrale Gedenkandacht geplant. In der Nikolaikirche soll um 17.00 Uhr eine ökumenische Feier stattfinden, an der Kretschmer teilnehmen will. Auch die Thomaskirche ist für Trauernde geöffnet.
Wie reagiert die Stadt Leipzig?
Die Stadt Leipzig will die Sicherheitsvorkehrungen in der Innenstadt überprüfen. Nach Angaben eines Sprechers konnte der Tatverdächtige offenbar über den Augustusplatz in die Fussgängerzone einfahren, ohne auf Hindernisse wie Poller zu treffen. Nun solle das gesamte Sicherheitskonzept der Innenstadt auf den Prüfstand gestellt werden.
(hkl/con, mit Material von sda/dpa)
Diese Story wird laufend aktualisiert.
