Österreichischer Lokalpolitiker sorgt auf der Wiesn für Rassismus-Skandal
Dass es auf dem Münchner Oktoberfest feuchtfröhlich zugeht, ist kein Geheimnis. Doch manche verlieren dabei gänzlich ihre Manieren und werden gar ausfällig, wie das Beispiel eines österreichischen Lokalpolitikers zeigt.
Nach rassistischen Äusserungen gegenüber einem Influencer ermittelt die Polizei nun gegen den Tiroler Landwirt und Politiker Andreas Norz. Ein in den sozialen Medien viral gegangenes Video zeigt den alkoholisierten Mann, wie er den Influencer auf der Wiesn angeht.
Erst will der Österreicher wissen, woher der Influencer namens «c.adaamm» kommt – und lässt so schnell nicht locker, obwohl er schon die Antwort «München» erhalten hat.
Es folgt die Aussage: «Wie wäre es, wenn du mal nach Hause gehst?», woraufhin der Strassenreporter kontert, dass er schon zu Hause sei. Norz bleibt hartnäckig und sagt: «Weisst du, wer hier zu Hause ist? Die Deutschen.»
Auf die Frage des Influencers, wie die Deutschen denn aussehen würden, sagt der ÖVP-Politiker: «weiss».
Norz ist Mitglied in der Tiroler Volkspartei, einem Landesverband der bürgerlich-konservativen ÖVP. Das Video sei bei einem privaten Besuch auf dem Oktoberfest entstanden, sagt Norz gegenüber Bild. Es würde Aussagen zeigen, die «inakzeptabel und nicht in Ordnung sind». Im Nachhinein würden die Aussagen auch nicht seiner Wertehaltung entsprechen.
Weiter sagt Norz gegenüber der Zeitung:
Ebenso veröffentlichte der Tiroler ein Entschuldigungsvideo auf Social Media – das er inzwischen selbst wieder gelöscht hat.
@noinous They always seem to know how to apologize once they’ve been caught. Racism seems to be deeply ingrained in him. #NoToRacism #StopRacism #EndRacism #SayNoToRacism #StandAgainstRacism ♬ Originalton - noinous
Nicht nur in den sozialen Medien hagelte es Kritik. So nahm etwa der Verein der Tiroler Gemüsebauern Stellung: «Wir distanzieren uns ausdrücklich von den darin getätigten rassistischen Aussagen. Sie sind inakzeptabel und stehen im Widerspruch zu den Werten unseres Vereins», hiess es in einem inzwischen gelöschten Beitrag auf Instagram.
«Bild»-Informationen zufolge hat die Münchner Polizei Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung aufgenommen. (hkl)
