Frachtschiff im Schwarzen Meer nach Drohnenangriff gesunken – Besatzung vermisst
Zwei Handelsschiffe sind in bulgarischen Gewässern des Schwarzen Meeres von Drohnen angegriffen worden. Das teilte Bulgariens Ministerpräsident Rumen Radew laut der bulgarischen Nachrichtenagentur BTA in Sofia mit.
Beide Schiffe seien beschädigt worden, eines von ihnen gesunken. Die gesamte Besatzung der «Alfa Watan», des gesunkenen Schiffs, das unter der Flagge von Togo unterwegs gewesen sei, werde vermisst. Die Suche nach ihr sei im Gange.
Auf dem anderen Schiff, der «Able», sei ein Brand ausgebrochen – 18 Menschen seien von dort gerettet worden, zwei davon schwer verletzt, sagte Radew weiter. Dieses Schiff habe unter der Flagge von Palau Getreide transportiert. Die Crew bestehe aus elf Türken und sieben Indern.
Bulgarien verurteilt Verstoss gegen das Völkerrecht
Zu dem Zwischenfall sei es gegen 03.00 Uhr morgens 70 Seemeilen östlich der bulgarischen Schwarzmeer-Stadt Byala gekommen. Zum Ursprung der Drohne äusserte sich Radew nicht. Es seien mehrere Drohnen gewesen, die aus dem Meer und aus der Luft gekommen seien.
Radew verurteilte den Vorfall als «absolut groben Verstoss gegen das Völkerrecht» im Kontext des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Es drohe eine Ausweitung des Krieges, falls er nicht beendet werde, sagte Bulgariens Premier weiter.
Von der Leyen: Besorgnis wächst
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete daraufhin die Situation im Schwarzen Meer als «zunehmend besorgniserregend», wie sie auf der Plattform X schrieb. «Handelsschiffe – und unschuldige Crews – werden zum Ziel genommen, es hat bereits Leben auf See gekostet.» Die EU stehe solidarisch an der Seite ihrer Mitglieder an der Ostflanke.
The situation in the Black Sea is increasingly concerning. Commercial ships – and innocent crews – are being targeted, with lives already lost at sea. Today, two commercial vessels were hit in Bulgaria’s economic zone in Black Sea. This comes just one day after a Turkish ship carrying Ukrainian grain was struck and sunk off the Romanian coast. While exact circumstances of these incidents are still being established, the developments are very concerning. Attacks on civilian shipping are unacceptable. We stand in full solidarity with our Member States on the Eastern flank.
— Ursula von der Leyen (@vonderleyen) October 6, 2026
Von der Leyen bezog sich damit auch auf einen ähnlichen Vorfall am Montag an der rumänischen Küste. Dort war auf einem Handelsschiff Feuer ausgebrochen, zwei Seeleute starben. Rumänische Medien mutmassten, dass ein Drohnenangriff Ursache des Vorfalls war, eine offizielle Bestätigung rumänischer Behörden gab es dafür bislang nicht.
Allerdings bezeichnete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Vorfall als «schrecklichen Angriff» zweier russischer Drohnen auf den Frachter. Das türkische Schiff habe ukrainisches Getreide transportiert, schrieb von der Leyen. (sda/dpa)
