DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Nawalnys Team veröffentlicht Recherche zu Putins «Geheimpalast»

19.01.2021, 16:11

Das Team von Alexej Nawalny hat einen Tag nach dessen Inhaftierung eine grossangelegte Recherche über einen angeblichen superteuren Geheimpalast des russischen Präsidenten Wladimir Putin veröffentlicht.

Unter dem Titel «Ein Palast für Putin. Die Geschichte der grössten Bestechung» posteten Nawalnys Mitarbeiter am Dienstag ein fast zwei Stunden langes Youtube-Video, in dem der Oppositionsführer dem russischen Staatsoberhaupt vorwirft, sich für 100 Milliarden Rubel (1.1 Milliarden Euro) ein «Königreich» gebaut zu haben, das 39 Mal so gross sei wie Monaco. Innerhalb einer halben Stunde wurde der Film auf Youtube fast eine halbe Million Mal angeklickt. Aus dem Kreml gab es zunächst keine Reaktion.

Der Film wurde demnach produziert, während sich Nawalny noch in Deutschland aufhielt, wo er sich bis Sonntag von einem Anschlag mit dem Nervengift Nowitschok im August erholte.

Eigentlich habe Nawalny die Recherche selbst nach seiner Rückkehr nach Russland präsentieren wollen, schrieb seine Sprecherin Kira Jarmysch auf Twitter. Doch da er direkt festgenommen wurde, sei das nicht möglich gewesen. «Nawalny hat viele Jahre für unsere Rechte gekämpft. Nun sind wir an der Reihe, für ihn zu kämpfen», heisst es in einem Einspieler vor dem eigentlichen Video.

Am Ende des Videos ruft Nawalny seine Anhänger zu Protesten am kommenden Samstag auf: «Unsere Zukunft liegt in unserer Hand. Schweigt nicht!» Protestaufrufe dieser Art werden in Russland immer wieder hart bestraft. Demonstrationen sind nur mit Genehmigung möglich und werden wegen der Corona-Pandemie seit Monaten nicht mehr erlaubt.

Der Oppositionspolitiker war am Montag in einem umstrittenen Eilverfahren auf einer Moskauer Polizeistation zu 30 Tagen Haft verurteilt worden, weil er gegen Bewährungsauflagen in einem früheren Strafverfahren verstossen haben soll. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Der Fall Nawalny

1 / 11
Der Fall Nawalny
quelle: sda / pavel golovkin
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

So geht es Alexej Nawalny –erstes Video-Interview seit seiner Vergiftung

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

41 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Yolo
19.01.2021 21:42registriert Mai 2015
Bei aller Navalny-Euphorie wird hier im Westen gerne seine aintiliberale und fremdenfeindliche Gesinnung totgeschwiegen. Der Typ passt so wenig zu unseren Werten wie Putin hinself.
20140
Melden
Zum Kommentar
avatar
Haarspalter
19.01.2021 21:41registriert Oktober 2020
Ja, die Anlage des Geheimpalastes ist in der Tat sehr eindrücklich!

Sicher gibt es auch eine eigene Angorakatzenzucht (zum Kraulen auf dem Schoss beim Aushecken teuflischer Schurkenpläne bekanntermassen sehr hilfreich).

Das Leben als superreicher Erzbösewicht bringt allerdings auch zahllose schlaflose Nächte in den zahllosen Schlafzimmern mit sich:

Denn irgend ein Doppelnull-Agent wird früher oder später seinen Weg in die Anlage finden.
7012
Melden
Zum Kommentar
41
Warum sich der US-Supreme-Court ins Knie geschossen hat
Der Widerruf des Abtreibungsgesetzes «Roe versus Wade» gilt als Triumph der Konservativen. Dummerweise macht jedoch die Basis gar nicht mehr mit.

Selbstverständlich hat Donald Trump den Entscheid des Supreme Court als persönlichen Triumph verbucht. Es sei der «grösste Erfolg der LIFE-Generation», liess der Ex-Präsident verlauten, und dieser sei möglich geworden, weil es ihm gelungen sei, drei konservative Richter in das höchste Gremium zu hieven. Damit nicht genug. Gegenüber Fox News teile Trump gar mit: «Gott hat diese Entscheidung getroffen.»

Zur Story