International
Schule - Bildung

«Gegen illegale Migranten und Terror»: Israels Regierungschef Netanjahu verkündet Baubeginn von Grenzzaun zu Jordanien 

Dient Regierungschef Netanjahu als Vorbild für sein Unterfangen: Der Grenzzaun zwischen Israel und Ägypten.
Dient Regierungschef Netanjahu als Vorbild für sein Unterfangen: Der Grenzzaun zwischen Israel und Ägypten.
Bild: NIR ELIAS/REUTERS

«Gegen illegale Migranten und Terror»: Israels Regierungschef Netanjahu verkündet Baubeginn von Grenzzaun zu Jordanien 

06.09.2015, 14:0406.09.2015, 16:22

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat am Sonntag den Baubeginn für Sperranlagen an der Grenze zu Jordanien verkündet. «Wir werden nicht zulassen, dass Israel von einer Welle illegaler Migranten und von Terrorismus überschwemmt wird», sagte er.

Zwar sei sein Land nicht gleichgültig gegenüber dem «tragischen Schicksal der Flüchtlinge aus Syrien und Afrika, aber wir sind ein sehr kleines Land ohne demografische und geografische Tiefe, weshalb wir unsere Grenzen kontrollieren müssen», sagte Natanjahu am Sonntag zu Beginn einer Kabinettssitzung.

Christlicher Protest gegen Bildungspolitik
Mehrere tausend Demonstranten haben am Sonntag vor dem Amtssitz von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gegen die Diskriminierung christlicher Bildungseinrichtungen protestiert. Der Sprecher der katholischen Bischofskonferenz im Heiligen Land, Wadie Abunassar, sagte am Rande der Demonstration, die Schulen der ultraorthodoxen Juden hätten den gleichen Rechtsstatus wie die katholischen: anerkannt, aber nicht staatlich. «Und die werden zu hundert Prozent mit öffentlichen Mitteln finanziert, wobei viele nicht einmal die Grundfächer lehren. Wir verlangen Gleichbehandlung.» (sda)

Zu diesem Zweck werde Israel «heute beginnen Sperranlagen entlang unserer Ostgrenze zu Jordanien zu errichten». Das erste Teilstück verlaufe vom Badeort Eilat zum neu geplanten Flughafen bei Timna. Es handelt sich um die vierte Sperranlage, die Israel um sich zieht.

Sinai-Zaun als Vorbild

Derartige Grenzanlagen gibt es bereits zu Ägypten, auf dem annektierten Golanplateau zur Abschottung von Syrien und zum Westjordanland, wo Mauern und Zäune oftmals tief in das besetzte Palästinensergebiet reichen.

Herzog verlangt regulierte Flüchtlingsaufnahme. Die 240 Kilometer langen, elektronisch gesicherten Zäune zur ägyptischen Sinai-Halbinsel waren vor zwei Jahren fertiggestellt worden. Seitdem haben es kaum noch afrikanische Flüchtlinge geschafft, nach Israel zu gelangen.

Zuvor hatten mehr als 50'000 Menschen, zumeist aus dem autoritär regierten Eritrea und den Bürgerkriegsgebieten des Sudan, über den Sinai Israel erreicht. Die Sperranlagen auf den Golanhöhen, die zu zwei Dritteln von Israel besetzt sind, sollen ab sofort verstärkt werden, kündigte Netanjahu am Sonntag an. (tat/sda)

240 Kilometer lang sind die elektrischen Zäune, die den Zugang von der Sinai-Halbinsel her abriegeln.
240 Kilometer lang sind die elektrischen Zäune, die den Zugang von der Sinai-Halbinsel her abriegeln.
Bild: BAZ RATNER/REUTERS
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Trump erwägt Einsatz von Bodentruppen im Iran – die neusten Entwicklungen in Nahost
Nach den neuen Angriffen und Drohungen der USA gegen den Iran scheint eine diplomatische Lösung erneut in weite Ferne gerückt zu sein. Trump erwägt zudem eine Ausweitung des militärischen Vorgehens. Die neusten Entwicklungen in Nahost.
Allein am Mittwoch hatte das US-Militär zwei weitere Angriffswellen gegen den Iran gestartet. Die jüngste begann um 15.00 US-Ostküstenzeit (21.00 Uhr Schweizer Zeit) und endete sechs Stunden später, wie das für die Region zuständige Kommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mitteilte. Attackiert wurden demnach Kommandozentren, Flugabwehrstellungen und andere militärische Ziele. Mit den Angriffen sei die Fähigkeit des Irans eingeschränkt worden, Handelsschiffe in der Strasse von Hormus zu bedrohen.
Zur Story