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Trump erwägt Einsatz von Bodentruppen im Iran

This image from video released by U.S. Central Command, shows an explosion at Bandar Abbas Naval Base, Iran, as three Corsair unmanned surface vessels, also called one-way attack surface drones, fired ...
Die USA hatten während des Iran-Kriegs bereits ab Mitte April eine Seeblockade gegen Schiffe durchgesetzt, die iranische Häfen oder Küstengebiete ansteuerten oder von dort wegfuhren.Bild: keystone

Trump erwägt Einsatz von Bodentruppen im Iran – die neusten Entwicklungen in Nahost

Nach den neuen Angriffen und Drohungen der USA gegen den Iran scheint eine diplomatische Lösung erneut in weite Ferne gerückt zu sein. Trump erwägt zudem eine Ausweitung des militärischen Vorgehens. Die neusten Entwicklungen in Nahost.
16.07.2026, 03:0516.07.2026, 06:49

Zwei Angriffswellen an einem Tag

Allein am Mittwoch hatte das US-Militär zwei weitere Angriffswellen gegen den Iran gestartet. Die jüngste begann um 15.00 US-Ostküstenzeit (21.00 Uhr Schweizer Zeit) und endete sechs Stunden später, wie das für die Region zuständige Kommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mitteilte. Attackiert wurden demnach Kommandozentren, Flugabwehrstellungen und andere militärische Ziele. Mit den Angriffen sei die Fähigkeit des Irans eingeschränkt worden, Handelsschiffe in der Strasse von Hormus zu bedrohen.

Die regierungsnahe iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete von drei Explosionen in der Hafenstadt Tschabahar. Angriffe soll es demnach auch in Rask im äussersten Südosten des Landes sowie in der Umgebung von Bandar Abbas am Persischen Golf und in Ahwas im Südwesten gegeben haben. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete unter Berufung auf einen lokalen Behördenvertreter, vier Orte am Rande von Ahwas seien getroffen worden. Das US-Militär sprach von «zahlreichen Zielen», erwähnte konkret aber nur Bandar Abbas und die grössere der beiden Tunb-Inseln.

Sirenen heulen in Bahrain

Kurz nach Beginn der neuen Angriffswelle auf Ziele im Iran waren in den mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain wieder Sirenen und Explosionsgeräusche zu hören. Die Flugabwehr sei wegen Drohnenattacken aktiviert worden, teilte die Armee des Emirats Kuwait auf der Plattform X mit. In Bahrain wurde die Bevölkerung aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Wie schon in den Nächten zuvor wurde auch diesmal nichts Näheres bekannt. Beide Länder sind im Krieg aber immer wieder Ziel iranischer Vergeltungsangriffe.

In Kuwait fingen die Streitkräfte schon am Mittwoch nach eigenen Angaben vier Marschflugkörper und 21 Drohnen ab, die in den Luftraum des Landes eingedrungen waren. Das US-Militär unterhält dort wie auch in Bahrain und anderen arabischen Staaten der Region Militärstützpunkte.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich «zutiefst besorgt» von der anhaltenden militärischen Eskalation in der Region. Er rief alle Beteiligten auf, sofort zu deeskalieren und zu Dialog und Diplomatie zurückzukehren. Sollten die Kampfhandlungen wieder in vollem Umfang aufgenommen werden, drohten «katastrophale Konsequenzen», warnte er. Zudem bekräftigte Guterres, der freie Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus müsse sichergestellt werden.

U.N. Secretary-General Antonio Guterres adresses his statement, during the opening ceremony of the Global Dialogue on AI Governance, at the Palexpo, in Geneva, Switzerland, Monday, July 6, 2026. (KEYS ...
UN-Generalsekretär António Guterres.Bild: keystone

USA setzen Seeblockade durch – auch mit Angriff auf Tanker

Neben den gegenseitigen Angriffen sorgt auch die US-Seeblockade gegen iranische Häfen für Spannungen, die US-Streitkräfte nach einer zwischenzeitlichen Pause seit Dienstag wieder durchsetzen. Innerhalb der ersten 24 Stunden leiteten sie nach eigenen Angaben zwei Handelsschiffe um, die versucht hätten, die Blockade zu durchbrechen.

Zudem griff das US-Militär am Mittwoch laut Centcom einen unbeladenen Öltanker an, der demnach einen iranischen Hafen im Persischen Golf ansteuern wollte. Die Schiffsbesatzung habe verschiedene Warnungen ignoriert und versucht, gegen die Seeblockade zu verstossen. Das Schiff sei in internationalen Gewässern in Richtung der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Charg unterwegs gewesen. Man habe den Schornstein des unter der Flagge Curaçaos fahrenden Schiffes mit Raketen beschossen und es manövrierunfähig gemacht, teilte das US-Militär mit.

Die USA hatten während des Iran-Kriegs bereits ab Mitte April eine Seeblockade gegen Schiffe durchgesetzt, die iranische Häfen oder Küstengebiete ansteuerten oder von dort wegfuhren. Diese wurde dann aber im Zuge des Rahmenabkommens mit Teheran Mitte Juni aufgehoben. Während dieser früheren Seeblockade hatte das US-Militär nach eigenen Angaben mehr als 140 Schiffe umgeleitet und neun Schiffe manövrierunfähig gemacht, deren Besatzungen nicht kooperieren wollten.

Trump erwägt Einsatz von Bodentruppen

Das «Wall Street Journal» berichtet unter Berufung auf US-Beamte, dass Trump zu einer Ausweitung des militärischen Vorgehens gegen den Iran tendiere, aber noch keine endgültige Entscheidung über die nächsten Schritte getroffen habe. Optionen sind demnach, die Luftangriffe auszuweiten, Bodentruppen zur Eroberung iranischer Inseln nahe der Strasse von Hormus einzusetzen sowie die Bombardierung einer iranischen Atomeinrichtung, die als «Pickaxe Mountain» bekannt ist. Trump hatte jüngst mit einem Angriff auf den Komplex gedroht, der im Berg Kuh-e Kolang südlich der Nuklearanlage Natans im Zentraliran liegt.

Der US-Präsident hatte dem Iran zudem einmal mehr mit Angriffen auf zivile Infrastruktur gedroht. Auf die Frage einer Journalistin, ob er dem Iran ein Ultimatum gebe, bevor das US-Militär mit Bombenangriffen auf Brücken beginnen würde, sagte Trump am Mittwoch: «Ich mag es nicht, Fristen zu setzen.»

Trump: Verhandeln oder die «Sache zu Ende bringen»

Am Dienstag hatte Trump in einem Interview des US-Senders Fox News noch gesagt, nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, «es sei denn, sie (die Iraner) kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln». Er kündigte zudem heftige Angriffe auch in den kommenden Nächten an.

Am Mittwoch wiederholte Trump dann seine Behauptung, der Iran wolle «unbedingt» eine Vereinbarung zur Beilegung der Kämpfe schliessen. «Ihnen gefällt nicht, was wir tun, und sie wollen die Sache tatsächlich beilegen», teilte Trump mit. «Wir werden sehen, ob wir uns mit ihnen einigen oder ob wir die Sache einfach zu Ende bringen.» (sda/dpa)

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46 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Barth Simpson
16.07.2026 05:51registriert August 2020
Sollte Trump es tatsächlich wagen Bodentruppen im Iran einzusetzen, wird die USA ein Vietnam 2.0 erleben.
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blubber69
16.07.2026 03:36registriert November 2019
Trumpdy-Dumpty macht auf Märtyrer und schaufelt sich gleich sein eigenes (politisches) Grab. Er träumt wohl von einer imposanten Kriegerbüste, die die USA dann zu seinen Ehren in den Mount Rushmore fräsen würden, wenn er in die dümmste aller Schlachten zieht.

Die Dems dürfen dann nach der Wahl erneut einen Kriegsscherbenhaufen aufräumen.
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Swen Goldpreis
16.07.2026 04:49registriert April 2019
"Auf die Frage einer Journalistin, ob er dem Iran ein Ultimatum gebe, bevor das US-Militär mit Bombenangriffen auf Brücken beginnen würde, sagte Trump am Mittwoch: «Ich mag es nicht, Fristen zu setzen.»"

Und da sage noch einer, Trump sei nicht lernfähig!

Ultimaten zu setzen ist keine gute Idee, wenn einem der Mut fehlt, die angedrohten Konsequenzen auch wirklich umzusetzen. Dadurch verlieren künftige Drohungen an Gewicht.

Die Hoffnung, dass er den Rest auch noch begreift, ist allerdings weiterhin klein.
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