International
Schule - Bildung

Alle wichtigen News zum grossen Protest-Wochenende in Frankreich

A car burns at Republique square during a protest against rising living costs, joining students' grievances, in Paris, Saturday, Oct. 17, 2026. (AP Photo/Thibault Camus)
APTOPIX France Protests
Ausschreitungen am vergangenen Samstag in Paris. Solche Szenen will die französische Regierung mit einem starken Polizeiaufgebot verhindern. Bild: keystone

Heisses Protest-Wochenende in Frankreich – Behörden in Alarmbereitschaft

Wegen der angekündigten landesweiten Proteste herrscht in ganz Frankreich höchste Anspannung. Die Sicherheitskräfte befürchten eine Wiederholung der schweren Ausschreitungen vom letzten Wochenende.
24.10.2026, 11:2624.10.2026, 11:46

Die aktuelle Krise trifft die französische Regierung in einer politisch äusserst schwierigen Phase, rund ein halbes Jahr vor den Präsidentschaftswahlen.

Präsident Emmanuel Macron fordert rigorose Strafverfolgung. Gleichzeitig prüft die Regierung, eine Erhöhung des Mindestlohns vorzuziehen, um die Lage zu beruhigen.

Ausserdem hat die Regierung angekündigt, fehlende Lehrkräfte ersetzen und Schulhäuser renovieren zu wollen.

Anschlag am Vortag

Ein mutmasslich rassistisch motivierter Terrorangriff nahe Paris verschärft die Sicherheitslage zusätzlich – ein Mann erschoss einen Menschen und verletzte fünf weitere.

Der französische Innenminister Laurent Nuñez hat 70'000 Sicherheitskräfte mobilisiert. In der Hauptstadt Paris wurde nur ein einziger Marsch bewilligt und die Route stark verkürzt.

In Lyon sind Demos im Stadtzentrum komplett untersagt, in Marseille ist nur eine einzige Kundgebung zugelassen. Ladenbesitzer verrammeln ihre Schaufenster.

Wut und existenzielle Sorgen

Die Protestierenden kommen aus einem breiten Bündnis unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen. Die Hauptgründe sind existenzielle Sorgen sowie die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit und strukturellen Reformen.

Das Bündnis vereint auch klima- und agrarpolitische Anliegen. Neben der Forderung nach konsequentem Klimaschutz machen Bauern auf ihre prekäre finanzielle Situation nach einem extremen Dürresommer aufmerksam.

Gerade bei jungen Leuten richtet sich die Wut zunehmend auch gegen empfundene staatliche Repression. Das harte Vorgehen der Polizei bei vorherigen Schülerprotesten sowie Massenfestnahmen und zum Teil schwer verletzte Jugendliche haben die Mobilisierung weiter angefacht.

Der News-Ticker

Schicke uns deinen Input
11:33
Protest gegen rechtspopulistische Partei
Eines der ersten von Nachrichtenagenturen verbreiteten Pressefotos vom heutigen Samstag zeigt eine friedliche Kundgebung: Die Generalsekretärin der französischen Gewerkschaft CGT, Sophie Binet (Mitte), nimmt an einer Protestkundgebung am Rande des 19. Parteitags des Rassemblement National (RN) in Orléans teil.

10:26
Behörden in Alarmbereitschaft
In Frankreich sind für heute erneut landesweite Demonstrationen angekündigt, bei denen die Behörden Ausschreitungen wie schon am vergangenen Wochenende befürchten. Mit einem massiven Polizeiaufgebot sollten Gewalt und Plünderungen verhindert werden, kündigte Innenminister Laurent Nuñez an. Landesweit seien 70'000 Beamte im Einsatz. Es gebe zahlreiche Aufrufe zu Gewalttaten und Plünderungen.

(sda)

Die Vorgeschichte

Bei Demos mit bis zu 800'000 Teilnehmenden eskalierte am vergangenen Wochenende die Gewalt. Die Bilanz: 1200 Festnahmen und über 150 verletzte Polizisten. Randalierer plünderten Geschäfte, setzten Autos in Brand und zerstörten das über 140 Jahre alte Rathaus in Limoges.

Die rechtspopulistische US-Regierung nutzte die dramatischen Bilder und Videos für ihren eigenen Wahlkampf. Präsident Donald Trump und Vize JD Vance machten fälschlicherweise Migranten für die Ausschreitungen verantwortlich.

(dsc)

    DANKE FÜR DIE ♥
    Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
    (Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
    5 CHF
    15 CHF
    25 CHF
    Anderer
    Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
    Frankreich Studentenproteste am 17. Oktober
    1 / 46
    Frankreich Studentenproteste 17. Oktober
    quelle: www.imago-images.de / imago images
    Auf Facebook teilenAuf X teilen
    Proteste in Frankreich eskalieren: Rathaus steht in Flammen
    Video: watson
    Das könnte dich auch noch interessieren:
    Volvo in der Krise: Tausende Jobs weg, Aktie stürzt ab
    Der von Chinesen kontrollierte schwedische Autobauer Volvo Cars streicht nach einem desaströsen Quartal mit einem neuen Sparprogramm weitere Tausende Jobs. Vorstandschef Hakan Samuelsson baut weltweit rund 2500 Stellen ab, um die jährlichen Ausgaben um rund 5 Milliarden schwedische Kronen (415 Mio. Franken) zu senken, wie das Unternehmen am Freitag in Göteborg mitteilte. Allein 2000 Arbeitsplätze sollen in der schwedischen Heimat wegfallen. Einerseits würden Beraterverträge beendet und natürliche Weggänge genutzt, andererseits sollen Mitarbeiter Abfindungsangebote erhalten.
    Zur Story