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Zugunglück in Spanien: Mehrere Tote gemeldet

Video: watson/nina bürge

Mindestens 46 Tote nach Zugkollision in Spanien – das wissen wir

28.10.2026, 10:1028.10.2026, 12:19

Was ist passiert?

Beim Zusammenstoss zweier Hochgeschwindigkeitszüge sind in Spanien mindestens 46 Personen gestorben. Das meldet der Zivilschutz gegenüber «El Espanol». Zur Kollisio kam es nahe Urda in der Provinz Toledo rund 130 Kilometer südlich von Madrid zusammen. Es gebe auch Dutzende Verletzte, sagte Esther Padilla, Sprecherin der Regionalregierung von Kastilien-La Mancha, im spanischen Fernsehen. Zur Zahl der Verletzten gab es zunächst keine Angaben.

epaselect epa13336232 A general view showing the derailed carriages of the two high-speed trains (AVE in Spanish symbols), one of Renfe and another of Iryo, that have crashed in the village of Urda, T ...
Am Mittwoch ereignete sich in Spanien ein schweres Zugunglück.Bild: keystone

Wie kam es zum Unglück?

Zwei Waggons eines Zuges des privaten Bahnunternehmens Iryo entgleisten nach dem Zusammenstoss kurz nach 9 Uhr und stürzten nach Angaben des Fernsehsenders RTVE einen Bahndamm hinunter. Nach Angaben Padillas waren im Iryo-Zug 146 Passagiere und ein Baby an Bord. Im Zug der staatlichen Bahngesellschaft Renfe befanden sich demnach 397 Menschen.

Etwa auf dieser Höhe ereignete sich das Unglück:

Warum es zu dem Unglück kam, war zunächst unklar. Der Iryo-Zug war offenbar aus bislang unbekannten Gründen zum Stehen gekommen. Der nachfolgende Renfe-Zug sei kurz vor neun Uhr auf ihn aufgefahren, hiess es aus Kreisen des spanischen Bahnnetzbetreibers Adif. Beide Züge waren in Richtung Süden nach Andalusien unterwegs. Nach ersten Ermittlungen könnte menschliches Versagen die Ursache sein, berichtete die Zeitung «El País».

Der Bahnverkehr zwischen Madrid und Andalusien wurde in beide Richtungen unterbrochen. Am Unglücksort waren Feuerwehrleute aus den nahe gelegenen Orten Alcázar de San Juan und Orgaz sowie Zivilschutzkräfte aus mehreren umliegenden Gemeinden im Einsatz. Zudem wurden drei Rettungshubschrauber und zwei mobile Intensivstationen zur Versorgung der Verletzten eingesetzt. Das Innenministerium in Madrid ordnete ausserdem den Einsatz der Militärischen Nothilfeeinheit UME an.

epa13336233 Rescue team and Civil Guards members arrive at the scene where two high-speed trains (AVE in Spanish symbols), one of Renfe and another of Iryo, that have crashed in the village of Urda, T ...
Rettungskräfte betreuen die Passagiere vor Ort.Bild: keystone

Was sagen Überlebende?

Es sei «brutal» gewesen, meldet Passagier Jesus Jeronimo gegenüber «El Pais». Er sass in einem Waggon des Renfe-Zuges auf dem Weg nach Sevilla und arbeitete an seinem Laptop. «Ich spürte plötzlich eine heftige Beschleunigung und wurde mit voller Wucht gegen den Vordersitz geschleudert. Menschen flogen durch die Luft», sagte der 54-Jährige.

Zunächst hätten die Passagiere gedacht, ihr Zug sei entgleist. Als sie nach und nach ausgestiegen seien, hätten sie gesehen, dass der Zug schräg stand. Es habe viele Verletzte und aufgeregte Menschen gegeben. Jerónimo half anschliessend den Rettungskräften, unter anderem indem er Infusionen hielt. Die Feuerwehr konzentrierte ihre Arbeit nach seinen Angaben auf den stärker beschädigten Zug.

Video: watson/nina bürge

Was sind weitere Reaktionen?

Spaniens Regierungschef Pedro Sanchez zeigte sich bestürzt. Er stehe mit Verkehrsminister Oscar Puente sowie lokalen Behörden in Kontakt. Vor Ort werde alles probiert, um den Betroffenen zu helfen und ihre Sicherheit zu gewährleisten. «Meine Zuneigung, Solidarität und Unterstützung gelten allen Opfern und ihren Familien», schreibt Sanchez.

epa13309648 Spanish Prime Minister Pedro Sanchez speaks during a final press conference at the second day of a European Council Summit in Brussels, Belgium, 16 October 2026. EU leaders met with Ukrain ...
Spaniens Regierungschef Pedro Sanchez.Bild: keystone

Auch weitere europäische Spitzenpolitiker haben den Angehörigen der Opfer ihr Beileid ausgedrückt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb auf X, ihr Mitgefühl gelte den Familien und Angehörigen der Opfer. «Heute trauert Europa mit euch.»

EU-Ratspräsident António Costa drückte den Angehörigen der Todesopfer sein Beileid aus und wünschte den Verletzten schnelle Genesung. Er dankte den Rettungskräften und schrieb: «Meine ganze Unterstützung gilt dem spanischen Volk in diesen Stunden der Trauer.»

Roberta Metsola, Präsidentin des Europäischen Parlaments, schrieb, sie sei tief bestürzt. «Ich teile die Trauer der Familien und Freunde der verstorbenen Opfer angesichts des unersetzlichen Verlusts ihrer Angehörigen und wünsche den Verletzten eine schnelle und vollständige Genesung.»

Manfred Weber, Partei- und Fraktionsvorsitzender der konservativen EVP im Europäischen Parlament, schrieb: «Wir stehen dem spanischen Volk in dieser schweren Zeit nach dem tragischen Zugunglück in Toledo zur Seite.» Die Gedanken seien bei den Opfern, den Familien, die ihre Angehörigen verloren haben, allen Verletzten und allen, die von dieser Tragödie betroffen sind.

Wie geht es weiter?

Derzeit laufen die Bergungsarbeiten. Der Bahnverkehr zwischen Madrid, Ciudad Real und Andalusien komplett eingestellt. Weiter wird der Unfallhergang ermittelt.

Gibt es ähnliche Fälle?

Schon im Januar ereignete sich in Südspanien ein schweres Zugunglück, bei welchem 46 Personen starben und rund 150 verletzt wurden. Gemäss aktuellem Kenntnisstand brach die Schweissnaht einer Schiene, was zur Entgleisung einiger Waggons eines Iryo-Zuges führte. Diese gerieten auf das Gegengleis und rammten einen Alvia-Zug, welcher in die Gegenrichtung fuhr.

Zu einem noch schwereren Unglück kam es im Juli 2013. Damals entgleiste ein Zug in Angrois wenige Kilometer vor Santiago de Compostela mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit an einer Kurve. 80 Menschen kamen ums Leben.

(dab/hkl, mit Material von Keystone-SDA)

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