Spanien ruft wegen Waldbränden für zwei Regionen Notstand aus
Das Innenministerium kündigte in der Nacht die Entsendung weiterer Kräfte zur Bekämpfung der Flammen an. Das operative Kommando übernahm eine militärische Kriseneinheit, die direkt bei der Regierung angesiedelt ist. Zudem steht mit der Ausrufung eines «Notstands von nationaler Tragweite» mehr Geld zur Verfügung.
Nach einem Bericht des öffentlich-rechtlichen Senders RTVE ist dies das erste Mal, dass wegen Waldbränden ein solcher Notstand erklärt wird. Wegen der Brände mussten inzwischen mehr als 11'500 Menschen ihre Häuser verlassen, davon allein 10'000 im Grossraum Madrid. In der nordwestlich davon gelegenen Region Ávila wurden etwa 1'500 Anwohnerinnen und Anwohner evakuiert. In mehreren Gemeinden bedrohten die Flammen sogar das Zentrum.
Touristen evakuiert: Waldbrände wüten in Frankreich und Spanien
Wetterlage am Freitag «besonders ungünstig»
Viele warten nun in Notunterkünften oder bei Familienangehörigen oder Freunden darauf, dass sie zurückkönnen – ohne dass es dafür einen konkreten Termin gibt. Befürchtet wird, dass noch mehr Menschen evakuiert werden müssen, weil die Feuer nicht mehr unter Kontrolle gehalten werden können. Das Innenministerium warnte für Freitag vor «besonders ungünstigen» Wetterbedingungen: Starke Windböen könnten die Brände weiter anfachen.
Insgesamt sind in Spanien dieses Jahr bereits mehr als 125'000 Hektar Land verbrannt. Grössere Brände gibt es auch in Frankreich und in Italien. (dab/sda/dpa)
