International
Syrien

«Entscheidender Sieg» – Syrische Truppen dringen in Rebellenstadt ein

«Entscheidender Sieg» – syrische Truppen dringen in Rebellenstadt ein

20.08.2019, 14:0120.08.2019, 14:36
Die Gegend um Chan Scheichun war Ziel einer Regime-Offensive.
Die Gegend um Chan Scheichun war Ziel einer Regime-Offensive.bild: syrian civil war map

Bodentruppen der syrischen Regierung sind in die von Rebellen gehaltene Stadt Chan Scheichun in der Region Idlib eingedrungen. Damit ist ihnen nach Meinung der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte ein entscheidender Sieg gelungen.

Die umstrittene syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, die Regierungskräfte und ihren russischen Verbündeten seien nach heftigen Luftangriffen und Artilleriebeschuss am späten Montagabend in Stadtteile von Chan Scheichun eingezogen, nachdem sich die Rebellen zurückgezogen hätten.

Der Vorsitzende der Beobachtungsstelle Rami Abdel Rahman sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Das ist ein entscheidender Sieg für die Regierungstruppen.» Die grösste Stadt im Süden von Idlib, Chan Scheichun, liegt an der strategisch wichtigen Strasse von Damaskus nach Aleppo und führt auch durch Homs.

Aktivisten veröffentlichten in den sozialen Medien Videos, auf denen zu sehen ist, wie Dutzende Granaten auf die Stadt abgefeuert wurden. «Die Regimekräfte verfolgen eine Politik der verbrannten Erde, um Städte und Gemeinden unter Kontrolle zu bekommen», schrieben sie.

Rahman hatte vor wenigen Tagen gewarnt, dass, wenn die Regierungskräfte die Stadt einnehmen würden, die Rebellen auch im Norden der benachbarten Provinz Hama in eine schwierige Lage kommen würden. «Entweder werden sie sich zurückziehen müssen oder bis zum Ende kämpfen, weil sie belagert werden.»

Die USA forderten Syrien zur Mässigung auf. US-Aussenamtssprecherin Morgan Ortagus schrieb auf Twitter: «Das Assad-Regime und seine Verbündeten müssen zum Waffenstillstand in Idlib zurückkehren.»

25'000 Menschen vertrieben

Der Beobachtungsstelle zufolge wurden durch die Gewalt der vergangenen Tage im Süden von Idlib rund 25'000 Menschen vertrieben – meist in ländliche Gebiete im Norden, in die Stadt Idlib und Gebiete nahe der Grenze zur Türkei.

Die Vereinten Nationen hatten im Juli mitgeteilt, dass durch die Angriffe der syrischen Regierungstruppen zur Einnahme von Idlib seit April mehr als 400'000 Menschen vertrieben worden seien.

Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte erklärt, seit Beginn der Angriffe Ende April seien mehr als 900 Zivilisten getötet worden, darunter 235 Kinder. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
13 Gesichter von syrischen Flüchtlings-Kindern: Wo ist meine Zukunft?
1 / 15
13 Gesichter von syrischen Flüchtlings-Kindern: Wo ist meine Zukunft?
Zahra Mahmoud, 5 Jahre, aus Deir el-Zour, Syrien. Die Hälfte der fast 5 Millionen syrischen Flüchtlingen sind Kinder. Viele von ihnen leben wie Zahra unter prekären Verhältnissen in Flüchtlingscamps in Jordanien nahe der syrischen Grenze. Sie haben in ihrem Leben nichts anderes gesehen als Krieg und Flucht.
quelle: ap/ap / muhammed muheisen
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Wiederaufbau in Syrien wird zur Herkulesaufgabe
Video: srf
Was, wenn die Demokraten gewinnen?
Nächste Woche, am 3. November, finden in den USA die Midterm-Wahlen statt. Die US-Stimmbürger wählen einen Drittel des Senats und das gesamte House of Representatives. Aktuell verfügen die Republikaner, die Partei von US-Präsident Donald Trump, in beiden Kammern über eine Mehrheit.
Zur Story