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Syrien

Amnesty International: Kurden-Kämpfer zerstören massenhaft Häuser im Irak

Amnesty International: Kurden-Kämpfer zerstören massenhaft Häuser im Irak

20.01.2016, 18:5220.01.2016, 20:38

Kurdische Kämpfer im Irak haben nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International in Rachefeldzügen tausende Häuser arabischer Iraker zerstört. Die Kurden gehen in der Region gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor.

«Die Peschmerga-Truppen der Regionalregierung von Kurdistan und kurdische Milizen haben tausende Häuser mit Planierraupen zerstört, sie in die Luft gesprengt oder sie angezündet, um die vermutete Unterstützung (ihrer Besitzer für den IS) zu rächen», erklärte Amnesty am Mittwoch. Die Amnesty-Beraterin für Krisensituationen, Donatella Rovera, vermutet dahinter eine systematische Kampagne der Kurden gegen andere Ethnien.

Die kurdischen Truppen «scheinen eine mutwillige Kampagne zu führen, um mit Gewalt die arabische Bevölkerung zu vertreiben», erklärte sie.

Zerstörte Ortschaft Sinjar im Irak.
Zerstörte Ortschaft Sinjar im Irak.
Bild: Getty Images Europe
Kurdische - und IS-Truppen bekämpfen sich in Kobane in Syrien.
Kurdische - und IS-Truppen bekämpfen sich in Kobane in Syrien.
Bild: Lefteris Pitarakis/AP/KEYSTONE

Die gewaltsame Vertreibung von Zivilisten und die mutwillige Zerstörung von Häusern und anderen Gütern «ohne militärische Rechtfertigung kann Kriegsverbrechen gleichkommen». Überdies seien geflohene arabische Zivilisten an der Rückkehr in ihre Heimatorte gehindert worden.

Der Generalsekretär des kurdischen Peschmerga-Ministeriums, Dschabar Jawar, sagte in Erbil, für die Anschuldigungen gebe es keine Grundlage. Amnesty habe nicht die Sichtweise der kurdischen Peschmerga-Kämpfer eingeholt. Die Organisation liege falsch und habe keine Dokumente, die Verbrechen der Peschmerga belegten.

Beweise gesammelt

Im Oktober hatte Amnesty einen Bericht veröffentlicht, der den kurdischen Kämpfern in Syrien ebenfalls willkürliche Vertreibungen und Hauszerstörungen vorwarf.

Irak

Amnesty hat nun nach eigenen Angaben Beweise über Vertreibungen, massenhafte Zerstörungen sowie Plünderungen durch kurdische Kämpfer in den irakischen Provinzen Niniwe, Kirkuk und Dijala gesammelt.

Diese befinden sich ausserhalb der autonomen Region Kurdistan. Die kurdischen Truppen haben dort aber die Kontrolle übernommen oder sie verstärkt, nachdem die Soldaten der irakischen Armee im Zuge der IS-Offensive im Jahr 2014 die Flucht ergriffen hatten.

Die kurdische Führung will ihre autonome Region vergrössern, indem sie arabische Einwohner aus bestimmten Gebieten vertreibt. Die Zentralregierung in Bagdad ist strikt dagegen, kann den Kurden aber wenig entgegensetzen.

Nordiraks Kurden sind im Kampf gegen die Terrormiliz IS einer der wichtigsten Verbündeten des Westens und werden von westlichen Staaten militärisch unterstützt.

(sda/afp/dpa)

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