International
Terrorismus

Christchurch-Attentäter: Schuldeingeständnis angeblich «unter Folter»

Christchurch-Attentäter: Schuldeingeständnis angeblich «unter Folter»

01.12.2022, 09:0501.12.2022, 09:05
epa07441048 The man charged in relation to the Christchurch mosque massacre Brenton Harrison Tarrant (Pixelated) is lead into the dock for his appearance for murder, in the District Court, Christchurc ...
Der Christchurch-Attentäter vor Gericht Bild: EPA/SNPA POOL

Der für tödliche Anschläge auf zwei Moscheen in Neuseeland zu lebenslanger Haft verurteilte Rechtsextremist Brenton Tarrant will das Urteil anfechten. Er habe sich nur unter Folter schuldig bekannt, schrieb der Australier an das Berufungsgericht in der Hauptstadt Wellington. Ein Mitarbeiter des Gerichts bestätigte die Angaben am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Tarrant war im August 2020 - unter anderem wegen 51-fachen Mordes - zu lebenslanger Haft ohne die Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung verurteilt worden. Es war das erste Mal, dass in Neuseeland dieses Strafmass verhängt wurde. In Folge der Tat verschärfte die Regierung die Waffengesetze.

Ein Datum für eine mögliche Anhörung nannte das Berufungsgericht nicht. Bereits Anfang November war bekannt geworden, dass der heute 32-Jährige Widerspruch gegen den Rechtsspruch einlegen wollte. Dies muss aber normalerweise innerhalb von 20 Tagen nach der Urteilsverkündung geschehen. Tarrant schrieb, er lege mit Verspätung Berufung ein, weil er «unter illegalen und qualvollen Haftbedingungen festgehalten wurde, mir notwendige juristische Dokumente vorenthalten wurden, es Auseinandersetzungen mit früheren Anwälten gab und wegen Irrationalität, die durch die Haftbedingungen verursacht wurde».

Bei dem bislang folgenschwersten Anschlag in der jüngeren Geschichte des Pazifikstaats hatte Tarrant im März 2019 zwei Moscheen in der Stadt Christchurch angegriffen und 51 Menschen erschossen. Dutzende weitere wurden teils lebensgefährlich verletzt. Viele Überlebende leiden bis heute unter den Folgen, sind arbeitsunfähig oder müssen mit starken Schmerzen leben. Das minutiös geplante Massaker übertrug der Täter damals per Helmkamera live ins Internet. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Treibstoff wird knapp: Südkorea liefert wohl Diesel an Russland
Südkorea umgeht offenbar westliche Sanktionen und versorgt Russland mit knappem Diesel. Westliche Fachleute sind entsetzt.
Südkorea unterstützt das russische Regime von Staatschef Wladimir Putin offenbar trotz Sanktionen mit Treibstofflieferungen. Nach Informationen der britischen Zeitung «The Guardian» lieferte Seoul allein in diesem Sommer rund 176'000 Tonnen Sprit – vornehmlich Diesel – mit Schiffen der Schattenflotte ins russische Wladiwostok.
Zur Story