International
Ungarn

Nach tödlichem Schiffsunglück in Ungarn – Kapitän festgenommen

Nach tödlichem Schiffsunglück in Ungarn – Kapitän festgenommen

20.05.2024, 17:4720.05.2024, 17:47

Nach einem Schiffsunglück auf der ungarischen Donau mit zwei Toten und fünf Vermissten hat die ungarische Polizei den Kapitän des mutmasslich beteiligten Flusskreuzfahrtschiffs festgenommen. Der Seemann werde der unterlassenen Hilfeleistung mit Todesfolge verdächtigt, teilte die Behörde am Montag auf ihrer Webseite mit. Die Polizei geht davon aus, dass die «MS Heidelberg» am späten Samstagabend nahe Veröce, 50 Kilometer nördlich von Budapest, mit einem Motorboot zusammengestossen war.

Police investigators examine the bow of a river cruise ship after an incident, in Komarom, Hungary, Sunday, May 19, 2024. Police say two people have died and five are missing following a boat collisio ...
Das Flusskreuzfahrtschiff in der Donau.Bild: keystone

Ein Passagier des Motorboots hatte sich schwer verletzt ans Ufer gerettet. Noch in derselben Nacht bargen Rettungskräfte die Leichen eines Mannes und einer Frau. Nach weiteren drei Männern und zwei Frauen, die sich in dem Boot befunden hatten, suchten Polizei und Rettungsmannschaften auch am Montag noch mit grossen Aufgeboten. Die Rettungsdienste schätzten die Chancen, sie noch lebend zu finden, minimal ein.

Das Hotelschiff fuhr nach der mutmasslichen Kollision weiter. Die Polizei setzte es am Sonntag in der etwa 90 Kilometer entfernten Stadt Komarom fest. Am Rumpf des Schiffes waren Beschädigungen zu sehen. Nach eigenen Angaben vernahm die Polizei die Besatzungsmitglieder und die Passagiere des Kreuzfahrtschiffes. Zur Staatsbürgerschaft des festgenommenen Kapitäns machte sie keine Angaben.

Nach Medienberichten befand sich die «MS Heidelberg», die unter Schweizer Flagge fährt, auf dem Weg von Budapest nach Passau. An Bord des 110 Meter langen Hotelschiffs sollen sich 110 Passagiere aufgehalten haben. Das Unglück weckte in Ungarn Erinnerungen an eine Schifffahrtskatastrophe, die sich im Mai 2019 auf der Donau in Budapest abgespielt hatte. Damals hatte ein Flusskreuzfahrtschiff ein kleines Ausflugsboot gerammt. Dabei waren die zwei ungarischen Besatzungsmitglieder des kleineren Schiffes sowie 27 südkoreanische Touristen ums Leben gekommen. (saw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
TikToker zeigt geheime Orte an Bord der Kreuzfahrt-Riesen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Zwangsräumung einer 87-Jährigen bewegt ganz Spanien
Maricarmen Alabras lebt seit über 70 Jahre in ihrer Wohnung in Madrid. Diese ist nun am Mittwoch im Beisein von Hunderten Demonstranten geräumt worden. Der Fall schlägt politische Wellen durch ganz Spanien.
Seit Dienstagabend harrten Hunderte Menschen vor einem Wohnhaus im Madrider Stadtteil Retiro. Der Grund: Sie wollten die Zwangsräumung der 87-jährigen Maricarmen Abascal verhindern.
Zur Story