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epa05747422 White House Press Secretary Sean Spicer responds to a question from the news media during a press conference in the Brady Press Briefing Room of the White House in Washington, DC, USA, 24 January 2017. US President Trump held meetings with Senate Majority Leader McConnell, another one with the full Senate leadership, and one with several automotive companies CEOs.  EPA/SHAWN THEW

Sean Spicer bestätigte am Dienstagabend, dass Donald Trump noch immer an Wahlbetrug glaubt. Bild: SHAWN THEW/EPA/KEYSTONE

«Ja, er glaubt noch immer daran»: Trump packt alte Lügen-Theorie wieder aus 

Donald Trump hält an einer Wahlbetrugs-Theorie fest, die schon unzählige Male widerlegt wurde. Die US-Medien laufen Sturm und selbst Partei-Kollegen distanzieren sich.



Nun, da der neue US-Präsident sein Amt im Oval Office übernommen hat, wäre es eigentlich an der Zeit, sich von gewissen zweifelhaften Aussagen zu distanzieren, die in der Hitze des Wahlkampfes gemacht wurden. Aber nicht so bei Donald Trump.

Um was geht es?

Donald Trump glaubt daran, dass drei bis fünf Millionen unautorisierte illegale Immigranten ihre Stimme den Demokraten abgegeben hätten. Doch diese Annahme wurde mehrfach widerlegt, für einen Betrug gibt es keine Beweise. Zwischenzeitlich wurde es denn auch ruhig um diese Behauptung.

Bis am Montag. Dort holte Trump die Theorie bei einem Treffen mit Mitgliedern des Senats wieder aus der Versenkung hervor. Die illegalen Stimmen hätten ihn den Sieg beim «Popular-Vote» gekostet, so Trump gegenüber den demokratischen und republikanischen Abgeordneten, die im Weissen Haus zu Gast waren.

Zur Erinnerung: Hillary Clinton holte bei den Wahlen rund 2,9 Millionen Stimmen mehr, scheiterte an einer Besonderheit des amerikanischen Wahlsystems. 

President Donald Trump, third from left, speaks during a reception for House and Senate leaders in the the State Dining Room of the White House in Washington, Monday, Jan. 23, 2017. He is surrounded by, from left, adviser Jared Kushner, House Minority Whip Steny Hoyer, D-Md., House Minority Leader Nancy Pelosi of Calif., House Speaker Paul Ryan of Wis., Senate Minority Leader Charles Schumer of N.Y., House Majority Leader Kevin McCarthy of Calif., Vice President Mike Pence, Senate Majority Whip Sen. John Cornyn, R-Texas., and Senate Majority Leader Mitch McConnell of Ky. (AP Photo/Susan Walsh)

Montagabend im Weissen Haus: Trump empfängt Senatoren aus der republikanischen und der demokratischen Partei. Bild: Susan Walsh/AP/KEYSTONE

Widerlegte Studien

Am Dienstagabend folgte die Bestätigung, Donald Trump glaubt noch immer an Wahlbetrug. Sein Pressesprecher Sean Spicer sagte am Pressebriefing: «Ja, der Präsident glaubt das, er hat seine Bedenken schon während seiner Kampagne ausgesprochen und glaubt jetzt immer noch daran.» 

Der Präsident stütze sich dabei auf «Studien und Beweise», die er gesehen habe, führte Spicer aus. Als die Reporter wissen wollten, um welche Beweise es sich denn handle, wich Spicer zunächst aus. «Wie gesagt, der Präsident glaubt das schon lange aufgrund der Informationen, die er hat.» 

Später nannte Spicer dann aber doch noch zwei Studien, die Trumps Annahmen stützen sollten. Neu sind diese allerdings nicht und es wurde bereits mehrfach aufgezeigt, dass diese Studien keinen Wahlbetrug beweisen.

Die Autoren der Studien unterstrichen am Dienstagabend, dass ihre Papiere keinen Wahlbetrug beweisen würden. Einer twitterte sogar: «Die Rechtschaffenheit war bei diesen Wahlen besser als jemals zuvor. Null Beweise für Betrug.»

Republikaner distanzieren sich

Unterstützung erhält Trump auch aus den eigenen Reihen nicht. Der Republikaner Paul Ryan sagte: «Ich habe keine Beweise für Betrug gesehen.» 

Der republikanische Senator Lindsey Graham drängte Trump dazu, von der Theorie abzulassen. «Dies wird seine Fähigkeit untergraben, das Land zu regieren, wenn er damit nicht aufhört», sagte Graham in einem CNN-Interview.

Dass Trump es erneut wagte, diese Aussage zu machen, überschattete am Dienstag die weiteren Amtshandlungen des US-Präsidenten. Die Schlagzeilen sprechen deutliche Worte, bereits jetzt ist klar, was in den USA das Thema Nummer 1 für die nächsten Stunden sein wird.

Grösster Skandal der Geschichte

Donald Trump geht also mit einer Theorie hausieren, die dem grössten Skandal in der Geschichte der amerikanischen Demokratie gleichkommen würde. Dennoch hat er dazu keine Untersuchungen eingeleitet, bestätigt Spicer auf Nachfrage. 

«Wenn er das wirklich glaubt, was bedeutet dies dann für unsere Demokratie», wollte ein CNN-Reporter dann von Spicer noch wissen. 

«Das bedeutet, dass ich Ihre Frage beantwortet habe», entgegnete Spicer.

«Haben Sie das?», fragte der CNN-Reporter. 

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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kommentareschreiber 25.01.2017 14:57
    Highlight Highlight Wenn es eine Lüge ist, sollte dies auch zu beweisen sein, oder? Die Medien konzentrieren sich zu sehr auf die Widergabe von Allgemeinplätzen. Schade, dass richtige Recherche so rar geworden ist!

    So abwegig ist die Aussage ja auch wieder nicht. Auch wenn es das Wahlresultat ja doch nicht verändert hat/hätte.
    2 7 Melden
  • Chili5000 25.01.2017 10:12
    Highlight Highlight Trump und sein Team werden wohl alternative Fakten dazu haben
    13 1 Melden
  • Go Canucks Go 25.01.2017 09:28
    Highlight Highlight Alles geht viral. Aber das Bild 5 geht besonders viral. Das geht somit viraler als die anderen viral gegangenen Bilder. Sogesehen das viralsten der viralen Bilder. Hach welch ein tolles Wort.
    2 0 Melden
  • PatCrabs 25.01.2017 09:15
    Highlight Highlight Interessant wäre, was er TATSÄCHLICH macht - in der Regel wird mit solchen Nebelpetarden anderes verschleiert.
    Dies wären dann die Dinge, über die es wert wäre, zu berichten.
    Vielen Dank schonmal im Voraus über bald folgende relevante Informationen.
    9 0 Melden
  • Linus Luchs 25.01.2017 08:58
    Highlight Highlight Ein Mann, für den nur wahr sein darf, was seinem kindlich-narzisstischen Ego dient, der logische Argumente und empirische Beweise vom Tisch wischt, wenn sie nicht in sein Wunschbild passen, dieser Mann kann über den Einsatz von Atombomben entscheiden. Hoffentlich ist Michael Moores Prognose richtig, dass Trumps Amtszeit kurz sein wird, weil ein Impeachment diesen Spuk beendet.
    14 1 Melden
  • DerTaran 25.01.2017 08:40
    Highlight Highlight Meine einzige Hoffnung, die US Amerikaner werden sich mittelfristig nicht so einfach manipulieren lassen wie die Russen und Türken, ansonsten erleben wir jetzt das Ende der Demokratie so wie wir sie kennen.
    Ich sagte Hoffnung!
    55 2 Melden
  • rodolofo 25.01.2017 08:30
    Highlight Highlight Allmählich dämmert es den Republikanern, dass sie von einem Schizophrenen angeführt werden, der Stimmen hört und einen Verfolgungswahn hat...
    Nicht einfach, diese vertrackte Situation, wirklich NICHT einfach!
    Der US-Präsident hat ja weitreichende Vollmachten!
    (Obama ging zurückhaltend mit diesen um.)
    Einen "Gewöhnlich Sterblichen" könnte man notfalls zwangsweise in eine Psychiatrische Klinik einweisen, wenn er Menschen belästigt und gefährdet.
    Aber wie geht man mit einem Präsidenten um, der bereits diskriminierte Minderheiten belästigt und gefährdet und der sich von den Medien verfolgt fühlt?
    56 9 Melden
  • saugoof 25.01.2017 08:19
    Highlight Highlight Wenn er sich da so sicher ist gibt es eigentlich nur eins, Neuwahlen anordnen.
    75 2 Melden
  • stookie 25.01.2017 08:14
    Highlight Highlight Wie sagte schon mal ein "grosser Meinungsmacher"?
    Wenn eine Lüge oft genug wiederholt wird, wird sie zur Wahrheit.

    Vielleicht sind es Rauchgranaten um im Hintergrund was anderes zu machen, vielleicht ist es auch um sein Land vollends zu spalten und die, die ihn gewählt haben zu festigen.
    Vergesst bitte nicht das fast die Hälfte trotz allem ihm die Stimme geschenkt haben.

    Die Geschichte wird es zeigen.
    41 3 Melden
    • Schneiderlein 25.01.2017 08:26
      Highlight Highlight Fliegt der jetzt in der Airforce 1/2 -2,9?
      9 4 Melden
  • Butzdi 25.01.2017 08:07
    Highlight Highlight Trump schafft sich seine eigene Realität und versucht dann dies als Wirklichkeit zu verkaufen:
    'Ich hatte einen historischen Erdrutschsieg auf allen Ebenen, ich hatte die grösste Einführungsfeier aller Zeiten, ich werde von allen geliebt, nur ich kann die USA führen, einen und heilen... was ich sage ist wahr'
    Das tönt nach Grössenwahn und ist extrem verstörend und gefährlich.
    105 3 Melden
    • zombie woof 25.01.2017 08:35
      Highlight Highlight Caesarenwahn trifft es
      36 1 Melden
    • Firefly 25.01.2017 10:47
      Highlight Highlight Verstörend ist vor allem auch, dass solch Grössenwahnsinnige es immer wieder nach ganz oben schaffen, sei das in der Wirtschaft oder Politik.

      Grössenwahnsinn scheint eine besondere Anziehungskraft auf Mitmenschen zu haben, die es nach Führung verlangt.
      6 1 Melden
  • Midnight 25.01.2017 08:01
    Highlight Highlight Wow, er kann wohl einfach nicht wahrhaben, dass er nicht die meisten Wählerstimmen erhalten hat. WTF?!
    61 4 Melden
  • Almghandi 25.01.2017 07:49
    Highlight Highlight Aber genau so funktioniert Trump. So manipuliert er seine politischen Gegner und vor allem auch die Medien. Wie viel Zeit und Geld haben die wohl scho investiert um "Fakten" zu checken, die man so gar nie beweisen bzw. halt eben auch nicht widerlegen kann? Und in der Zwischenzeit kann er ungestört weiter an seinen Plänen arbeiten.
    Gibt dazu ein unterhaltsames Video:
    Play Icon
    44 3 Melden
  • Döst 25.01.2017 07:42
    Highlight Highlight Trump ist gewählt, auch ohne popular vote.
    Fakt ist aber auch, dass man in einigen Bundesstaaten ohne Personalausweis wählen kann. Daher ist Trumps Kritik sicher nicht ganz unberechtigt. Beweisen lässt sich aber kaum, dass viele nicht Stimmberechtigte ohne Personalausweis ihre Stimme abgegeben haben.
    Eine klare einheitliche Richtlinie über alle Bundesstaaten wäre künftig sicher von Vorteil, um solche Diskussionen auszumerzen.
    206 40 Melden
    • Butzdi 25.01.2017 08:09
      Highlight Highlight Hm, und wenn es so war - was ich nicht glaube, da es null Hinweise gibt - wer sagt dass es nicht Trump-Stimmen waren? Die einzige Dame die wirklich beim Betrügen erwischt wurde war eine Trumpette.
      58 5 Melden
    • Döst 25.01.2017 10:18
      Highlight Highlight @Butzdi:
      Dieses Schlupfloch (wählen ohne Personalausweis) steht natürlich allen offen.
      Wähler ohne Personalausweis sind aber meist schon Leute mit Migrationshintergrund oder Minderheiten. Und diese wählen nun mal meistens Demokraten.
      Die Frage wäre nun, handelt es sich um Einzelfälle oder x%? Wie auch immer. Wahlen sind demokratischer und fairer, wenn nur wirklich Wahlberechtigte ihre Stimme abgeben können.
      3 4 Melden
    • Lowend 25.01.2017 11:22
      Highlight Highlight Als Einziger hier über 200 zustimmende Herzchen?
      Da muss aber einer ganz übel die Abstimmung manipulieren, damit seine Verschwörungstheorie als Wahrheit erscheint!
      Verschwörungstheoretiker scheinen ganz schlechte Demokraten zu sein!
      5 2 Melden
  • Gott 25.01.2017 07:31
    Highlight Highlight Anmerkung: Lindsey Graham ist ein Mann
    33 0 Melden
    • Daniel Huber 25.01.2017 07:46
      Highlight Highlight @Gott: Das stimmt. Danke für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert.
      20 1 Melden
    • Raembe 25.01.2017 09:27
      Highlight Highlight Name ist zugegeben sehr irreführend...
      4 1 Melden
  • SkyBound 25.01.2017 07:31
    Highlight Highlight Habe mir diese Woche schon gefühlt 1000 Facepalms gegeben

    Meine Stirn tut langsam weh

    71 3 Melden
    • Butzdi 25.01.2017 08:11
      Highlight Highlight Durchhalten, sind 'nur' noch 3 J 360 T.
      28 2 Melden
    • Raembe 25.01.2017 09:27
      Highlight Highlight Trag Stoffhandschuhe das dämpft den Schlag
      3 0 Melden
  • Fischra 25.01.2017 07:15
    Highlight Highlight Wir kennen mittlerweile seine Unterschrift, welche mir als Laien den Eindruck macht, dass kindische Züge im Spiel sind. Was macht man bei zwängenden Kids? Ignorieren und warten bis Ruhe einkehrt. Ihn ernst nehmen, wäre wohl das Schlechteste, was man tun kann.
    34 10 Melden
    • Fischra 25.01.2017 11:36
      Highlight Highlight @Yallix. Da haben Sie recht. Aber macht mir keine Sorge. Es gibt schon hürden um die codes zu benutzen. Da sind andere gefährlicher. Aber gewisse gefahren birgt das ganze.
      1 0 Melden
  • Miikee 25.01.2017 06:58
    Highlight Highlight .
    User Image
    88 3 Melden
  • Deverol 25.01.2017 06:50
    Highlight Highlight Wir hatten jetzt eine Woche Spass mit den trump'schen Nebelkerzen, jetzt dürfte man aber so langsam vermehrt über seine tatsächliche Arbeit berichten.
    17 57 Melden
    • Fabio74 25.01.2017 07:45
      Highlight Highlight Nein wenn ein gewählter Präsident diese Lügen weiterhin verbreitet soll berichtet werden
      76 4 Melden
    • j0nas 25.01.2017 07:48
      Highlight Highlight Naja, wenn ein amerikanischer Präsident Wahlbetrug vermutet ist das durchaus sehr Berichtenswert.
      56 0 Melden
    • nickname2000 25.01.2017 08:48
      Highlight Highlight Nicht im falle von trump
      7 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Fichtenknick 25.01.2017 06:25
    Highlight Highlight Lindsey Graham ist - trotz des Namens - ein Senator und keine Senatorin...
    28 0 Melden

«Trump wird die Macht teilen müssen – und dann sterben»

Eine politische Analyse der etwas anderen Art: Martin Zoller kann anhand der Analyse der Aura eines Menschen seine Zukunft sehen. So hat er die Wahl von Donald Trump richtig vorausgesagt. Jetzt allerdings scheint sich das Blatt zu wenden: Die Demokraten werden gemäss Zoller die Midterms gewinnen – und Trump wird noch vor Ablauf seiner ersten Amtszeit sterben.

Sie haben die Wahl von Donald Trump vorausgesagt. Wie ist Ihnen das gelungen? Schon 2014 wusste ich, dass Hillary Clinton keine Chance haben wird. Ich sah im Sommer dieses Jahres einen Mann als kommenden Präsidenten. Als Trump von den Republikanern zum Präsidentschaftskandidat erkoren wurde, war mir klar, dass er auch gewählt werden wird. Ich habe das damals schon in verschiedenen TV-Interviews ausgeführt.

Wie kommen Sie zu solchen Aussagen? Machen Sie politische Analysen und verbinden diese …

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