Wie der KI-Boom zum Midterm-Wahlkampfthema wird
Ein Beispiel ist Spartanburg County. Dort entsteht ein Rechenzentrum für rund 2,8 Milliarden Dollar. Solche Anlagen beherbergen Tausende leistungsfähige Server und werden unter anderem für KI-Anwendungen benötigt. Sie benötigen grosse Mengen Strom und teilweise auch Wasser. Anwohner kritisieren laut der «Washington Post», dass der Bau begonnen habe, bevor vielen Menschen in der Region das Ausmass des Projekts bewusst gewesen sei. Selbst der frühere Rechenzentrum-Manager Tom Corbit, der drei Jahrzehnte in der Branche arbeitete, will deshalb bei der Senatswahl gegen die Republikanerin Darline Graham stimmen.
Zwei Jahre lang keine neuen Rechenzentren
Die demokratische Kandidatin Annie Andrews fordert ein zweijähriges Moratorium für neue Rechenzentren in South Carolina. In dieser Zeit sollen Regeln zu Infrastruktur, Ressourcenverbrauch und Mitsprache der Gemeinden geschaffen werden. Graham hält dagegen, der weitere Ausbau sei nötig, damit die USA beim technologischen Wettbewerb mit China mithalten könnten.
Der Streit wird zusätzlich durch Geld aus der Branche angeheizt. Ein neu gegründetes politisches Aktionskomitee mit Verbindungen zur Rechenzentrum-Industrie hat laut Berichten knapp 1,5 Millionen Dollar für Werbung zugunsten Grahams reserviert. Das Rennen zeigt damit, wie der rasante Ausbau der KI-Infrastruktur neben klassischen Themen wie Inflation, Migration und Abtreibung zunehmend auch lokale Wahlen beeinflusst. (mke)
