International
USA

Trump fordert alte Dampfkatapulte für Flugzeugträger zurück

Trump, der Militärexperte: Jetzt fordert er alte Dampfkatapulte für Flugzeugträger

Donald Trump fordert die Rückkehr einer veralteten Technik auf amerikanischen Flugzeugträgern. Vertreter der Industrie sind verwundert.
14.08.2026, 21:2214.08.2026, 21:22
Ein Artikel von
t-online

US-Präsident Donald Trump hat für den Bau neuer Flugzeugträger eine Rückkehr zu alten Dampfkatapulten für Kampfjets angeordnet – und damit für erstaunte Reaktionen gesorgt. In einem Memorandum zur nationalen Sicherheit zum Bau von Kriegsschiffen legte Trump am Donnerstag fest, dass die neuen elektromagnetischen Katapulte und moderne Fahrstühle für Kampfjets durch herkömmliche Dampf- und Hydraulik-Systeme ersetzt werden sollen. Zur Begründung erklärte der Präsident, es handle sich um «erprobte» Technik.

Start eines Kampfjets auf dem US-Flugzeugträger USS John C. Stennis mit Hilfe eines Dampfkatapults: Neue Schiffe setzen auf elektromagnetische Katapulte.
Start eines Kampfjets auf dem US-Flugzeugträger «USS John C. Stennis» mit Hilfe eines Dampfkatapults: Neue Schiffe setzen auf elektromagnetische Katapulte.Bild: imago

Als erster Flugzeugträger dürfte die «USS Doris Miller» betroffen sein, der vierte Flugzeugträger aus der Gerald-R.-Ford-Klasse, der 2034 ausgeliefert werden soll. Das Unternehmen General Atomics, das die elektromagnetischen Katapulte für die «USS Doris Miller» bauen sollte, reagierte zurückhaltend auf die Anordnung des Präsidenten und mahnte ein «sorgfältiges Überdenken» an.

Da die Produktion bereits zu fast 50 Prozent abgeschlossen sei, berge ein Kurswechsel erhebliche Risiken für Kosten, Zeitplan und Integration, teilte das Unternehmen mit. Die Marine hatte sich 2009 für das neue System entschieden, da es wartungsärmer ist und die Flugzeuge beim Start weniger belastet. Auf dem ersten Träger der neuen Klasse, der «USS Gerald R. Ford», wurden laut Pentagon-Dokumenten bis März 2026 bereits 36'863 Starts mit dem System absolviert.

epaselect epa12858424 The US Navy aircraft carrier USS Gerald R. Ford (CVN-78) sits anchored in Split, Croatia, 29 March 2026. The ship arrived for repairs following a non-combat fire during operation ...
USS Gerald Ford: Werden auf dem Flugzeugträger jetzt wieder Dampfkatapulte genutzt? (Archivbild)Bild: keystone

Flugzeugträger sind mit Katapulten ausgestattet, mit denen Kampfjets angesichts der kurzen Startbahn beschleunigt werden. China hat auf seinem neuesten Flugzeugträger elektromagnetische Katapulte installiert, Frankreich will die Technologie ebenfalls einsetzen.

Eine Rückkehr zu den alten Dampfkatapulten auf US-Flugzeugträgern könnte mehrere Milliarden Dollar kosten, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf einen Experten – ganz abgesehen davon, dass für den Betrieb und die Wartung solcher Katapulte mehr Matrosen benötigt werden.

«Nicht die Kraft»

Der Senator Mark Kelly von den US-Demokraten – ein früherer Navy-Kampfpilot und Astronaut – warf Trump vor, sich in militärische Angelegenheiten einzumischen. «Ich bin hunderte Male von Flugzeugträgern aus gestartet, ich habe einen Master als Luftfahrtingenieur, ich bin Testpilot, und selbst ich würde der Navy nicht vorschlagen, wie sie bestimmte Systeme auf ihren Schiffen entwerfen soll», schrieb Kelly im Kurzbotschaftendienst X.

Trumps Aversion gegen die modernen elektromagnetischen Katapulte reicht schon lange zurück. Schon 2017 bemängelte er, das System sei «nicht gut» und habe «nicht die Kraft» von Dampfkatapulten. «Sie haben Milliarden Dollar mehr für elektrische Katapulte ausgegeben, und sie sind nicht gut», sagte Trump auch im vergangenen Monat auf einem Verteidigungsgipfel in Pennsylvania.

«Sie sind bei Weitem nicht so gut, zu komplex.»

Die US-Navy gilt als die schlagkräftigste Seestreitmacht der Welt. Im Iran-Krieg und bei anderen Konflikten wurden aber auch Probleme mit alternden Schiffen und langwierigen Beschaffungsprozessen deutlich. So gab es zuletzt Berichte über unhaltbare Zustände an Bord des Flugzeugträgers «USS Abraham Lincoln».

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur AFP und Reuters
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
38 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Roelli
14.08.2026 22:38registriert November 2014
donnie gefällt es halt wenn irgendwo heisse Luft (Dampf) rauskommt, passt sehr gut zu ihm...
970
Melden
Zum Kommentar
avatar
Beat_
14.08.2026 22:25registriert Dezember 2018
Die 🍊 hat vor Jahren verpasst, in Magnete zu investieren und macht seine Aktien jetzt etwas Dampf.
490
Melden
Zum Kommentar
avatar
Rupolditor Luzius ⸸
14.08.2026 22:13registriert November 2020
Donnie. Wüsste er, dass es mal ein Trebuchet gab, würde er ein solches Verlangen. War auch erprobt das hölzerne Gestell.
420
Melden
Zum Kommentar
38
Aufatmen in Ceuta: Trotz Netz-Aufrufen kein neuer Ansturm – 294 Festnahmen
Der befürchtete neue Ansturm von Migranten auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta ist ausgeblieben. Trotz Aufrufen in Online-Netzwerken, erneut wie schon Ende Juli in Massen die Grenze zu überwinden, blieb die Lage am Wochenende ruhig. Spanien und vor allem Marokko hatten ihre Sicherheitsvorkehrungen im Vorfeld deutlich verstärkt.
Zur Story