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In den USA sterben Immer mehr Frauen an Eileiterschwangerschaften

epa11244770 Pro-choice protesters rally outside of the US Supreme Court, during a hearing to restrict an FDA-approved medication, in Washington DC, USA, 26 March 2024. The US Supreme Court is hearing  ...
Demonstrantinnen, die sich für das Recht auf Abtreibung einsetzen, versammeltenn sich am 26. März 2024 in Washington, D.C., USA.Bild: keystone

In den USA sterben immer mehr Frauen an Eileiterschwangerschaften

09.09.2026, 20:5510.09.2026, 07:46

In den USA ist die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Eileiterschwangerschaften in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das zeigt eine Auswertung von Gesundheitsdaten durch die US-Investigativredaktion ProPublica. Zwischen 2020 und 2025 starben fast 200 Frauen an der Komplikation. Das sind beinahe doppelt so viele wie in den sechs Jahren davor, als es insgesamt rund 100 Fälle waren.

Bei einer Eileiterschwangerschaft nistet sich der Embryo nicht in der Gebärmutter, sondern im Eileiter ein. Da kann er nicht überleben, wächst aber trotzdem weiter, bis das Organ reisst. Die Verletzung führt zu einem lebensgefährlichen Blutverlust.

Der Anstieg der Todesfälle betreffe die ganzen USA, falle aber in Bundesstaaten mit strengen Abtreibungsverboten deutlich stärker aus als in Staaten ohne derartige Gesetze, schreibt ProPublica. Der Grund: Da eine Eileiterschwangerschaft nicht lebensfähig ist, besteht die einzige Behandlung darin, sie zu beenden. Medizinisch bedeutet das einen Schwangerschaftsabbruch, der in diesen Staaten illegal ist.

Aus Angst vor Strafe

Zwar sehen die meisten Verbotsgesetze Ausnahmen für solche Fälle vor. Berichten und Klagen zufolge zögern manche Ärztinnen und Ärzte jedoch, diese zu nutzen ‒ aus Angst, strafrechtlich belangt zu werden. Eine eindeutige Diagnose per Ultraschall ist oft erst nach Tagen möglich. Das birgt das Risiko, dass sich der Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft als falsch herausstellt. Währen der Wartezeit schweben manche betroffenen Frauen in Lebensgefahr.

epa07590165 A woman holds a poster reading 'Men Should Not Be Making Laws About My Body' as pro-abortion protesters demonstrate at the West Hollywood City Hall in Hollywood, California, USA, ...
1973 bis 2022: Beinahe 50 Jahre lang garantierte ein Grundsatzurteil in den USA das Recht auf Abtreibung. Bild: EPA/EPA

In texanischen Spitälern erlitten 2023 und 2024 rund 29 Prozent mehr Patientinnen einen schweren Blutverlust durch eine Eileiterschwangerschaft als noch 2018 und 2019.

Bis zum 24. Juni 2022 galt in den USA noch bundesweit das Grundsatzurteil Roe v. Wade aus dem Jahr 1973. Es garantierte Abtreibungen als verfassungsrechtlich geschütztes Recht. In allen Bundesstaaten, also auch in Texas, waren Schwangerschaftsabbrüche bis dahin somit grundsätzlich legal.

Klare Zusammenhänge

Zudem wurde die zuständige Abteilung der US-Gesundheitsbehörde durch Personal- und Budgetkürzungen stark geschwächt. Expertinnen und Experten betonen zwar, dass Abtreibungsverbote allein den bundesweiten Anstieg nicht vollständig erklären können – die Risikofaktoren sind zu wenig erforscht. Dennoch sehen viele einen klaren Zusammenhang zwischen den restriktiven Gesetzen und den verzögerten Behandlungen.

Grossbritannien reagierte auf einen ähnlichen Anstieg während der Corona-Pandemie mit gezielten Untersuchungen, besserer Aufklärung und schnelleren Notfallprotokollen. Und hatte damit Erfolg. In den USA fehlt bislang eine vergleichbare Aufarbeitung. (val)

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44 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Überdimensionierte Riesenshrimps aka Reaper
09.09.2026 21:07registriert Juni 2016
Pro Life halt...
Das Leben der Mütter zählt nicht, da reine Geburtsmaschinen in deren Augen.
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Eisvogel
09.09.2026 21:31registriert Februar 2019
Ich habe gerade den Artikel über den Fall in Österreich gelesen (ein Fall wie Pélicot in Frankreich) und jetzt das über Frauen, die wegen des Abtreibungsverbots in den USA an einer Eileiterschwangerschaft sterben.
Tod bringend. Von der höchsten politischen Ebene bis zum Nachbarn.

Das Grundmuster bei beidem: ich/wir bestimmen über den Körper der Frauen. Ich/wir dürfen damit machen, was ich/wir wollen. Inklusive Demütigung, Sadismus, Vergewaltigung und Verkauf an andere Männer und Vorenthaltung medizinischer Hilfe.
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future--?
09.09.2026 21:09registriert November 2023
Die Republikaner bringen das Land zurück in die "Steinzeit".
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