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International
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Gefangenenaustausch: Mehrere in Venezuela inhaftierte Amerikaner frei

Ölmanager gegen Kokainschmuggler: USA und Venezuela tauschen Gefangene

01.10.2022, 22:3602.10.2022, 14:08

Mehrere seit Jahren in Venezuela inhaftierte Amerikaner sind im Austausch gegen zwei in den USA verurteilte Verwandte von Präsident Nicolás Maduro freigekommen. Bei den sieben Freigelassenen handelt es sich grösstenteils um ehemalige Ölmanager von Citgo, der US-Tochter des staatlichen venezolanischen Ölkonzerns PDVSA. Sie waren 2017 in Venezuela festgenommen und 2020 in einem Korruptionsprozess zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Sechs der Freigelassenen sind US-Bürger und einer hat seinen ständigen Wohnsitz in den USA.

Präsident Joe Biden und Aussenminister Antony Blinken verkündeten die Freilassung am Samstag. Der Austausch gegen zwei Neffen von Maduros Ehefrau wurde von einem Mitarbeiter des Weissen Hauses bestätigt.

FILE - This undated file photo posted on Twitter on June 18, 2020, by Venezuela's Foreign Minister Jorge Arreaza, shows CITGO oil executives Jose Angel Pereira, from left to right, Gustavo Cardenas, J ...
Dieses undatierte Foto zeigt Citgo-Ölmanager. Am Samstag, den 1. Oktober 2022, hat Venezuela sieben Amerikaner freigelassen, darunter fünf Ölmanager, die fast fünf Jahre lang inhaftiert waren. Im Gegenzug wurden zwei Neffen der Frau von Präsident Nicholas Maduro freigelassen.Bild: keystone

Die US-Regierung kritisierte den Prozess gegen die «Citgo 6» seinerzeit als politisch motiviert und unfair. Einer der ursprünglich sechs verurteilten Citgo-Manager war bereits nach Gesprächen zwischen den USA und Venezuela im März auf freien Fuss gesetzt worden. Beobachter werteten die Freilassung damals als Geste des guten Willens von Seiten der autoritären Regierung des venezolanischen Präsidenten Maduro.

Maduros Regierung bestätigt Austausch

Die venezolanische Regierung bestätigte den Austausch. «Wir möchten unser Volk und die internationale Gemeinschaft darüber informieren, dass wir nach einer Reihe von Gesprächen mit der US-Regierung die Freilassung von zwei unrechtmässig inhaftierten jungen Männern erreichen konnten», hiess es in einer Mitteilung der Regierung. «Ausserdem haben sich die Justizbehörden dazu entschlossen, eine Gruppe von verurteilten US-Bürgern aus humanitären Gründen freizulassen.»

Die USA hatten sich seit Jahren um die Freilassung der verbliebenen fünf Citgo-Manager und anderer Amerikaner, wie unter anderem eines Marine-Veterans, bemüht. Als klar geworden sei, dass dies mit der Begnadigung der beiden Neffen von Maduros Ehefrau zu erreichen wäre, habe Präsident Biden die «schwierige Entscheidung getroffen», den Wunsch zu erfüllen, sagte der ranghohe Mitarbeiter der US-Regierung. Er betonte, dass solche Schritte eine seltene Ausnahme bleiben würden: «Etwas anderes anzunehmen, wäre eine falsche Schlussfolgerung daraus.»

Neffen wurden wegen Kokainschmuggels verurteilt

Die Neffen von Venezuelas First Lady Cilia Flores waren 2017 wegen Drogenhandels in den USA zu jeweils 18 Jahren Haft verurteilt worden. Franqui Flores und Efraín Campo waren 2015 in Haiti festgenommen und an die USA ausgeliefert worden, weil sie versucht hatten, grosse Mengen Kokain in die USA zu schmuggeln. Den Ermittlern zufolge stellten sie sich dabei nicht sonderlich geschickt an. Angesichts der Spannungen zwischen Washington und Caracas erklärte Maduro damals, es handele sich um eine politische Aktion der Vereinigten Staaten, um seine Ehefrau anzugreifen.

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges in der Ukraine hatte es zuletzt wieder Gespräche zwischen Vertretern der US- und der Maduro-Regierung in Venezuela gegeben. Zwar haben die Vereinigten Staaten auch gegen Venezuela zahlreiche Sanktionen verhängt, allerdings verfügt das für die USA recht nahe Venezuela über die grössten Ölreserven der Welt. Die USA haben wegen des Angriffs auf die Ukraine den Import von russischem Öl verboten. Venezuela gehört neben Kuba und Nicaragua zwar zu den engsten Verbündeten Russlands in Lateinamerika, möchte aber auch seine marode Ölwirtschaft wieder ankurbeln.

(yam/sda/dpa)

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