12 Jahre alte Videos verbreiten sich als angebliche Beweise für Wahlbetrug
In mehreren Clips ist zu sehen, wie Wähler auf einem Touchscreen einen Kandidaten auswählen, die Maschine aber scheinbar eine andere Auswahl registriert. Die Aufnahmen werden nun als angebliche Beweise dafür verbreitet, dass Wahlmaschinen bei den Midterms 2026 Stimmen manipulieren.
Reuters hat drei besonders verbreitete Videos überprüft. Sie stammen aus Virginia Beach im Jahr 2014, aus dem Tippecanoe County in Indiana 2018 und aus dem Lafayette County in Mississippi 2019.
Maschinen werden gar nicht mehr eingesetzt
Alle drei Videos zeigen Geräte vom Typ AccuVote TSX. Dieses Modell kommt laut Reuters seit 2024 in keinem US-Bundesstaat mehr zum Einsatz. Die Videos können deshalb keine Vorgänge bei den Midterms 2026 zeigen.
Auch die damaligen Vorfälle waren dokumentiert. Verantwortliche führten die Probleme auf falsch kalibrierte, alte oder schlecht gewartete Touchscreens zurück. Betroffene Maschinen wurden ausgetauscht oder ausser Betrieb genommen. Im Fall aus Indiana konnte der betroffene Wähler seine gewünschte Auswahl am Ende korrekt eingeben.
In den drei betroffenen Wahlbezirken sind bei der aktuellen Wahl bislang keine vergleichbaren Probleme gemeldet worden. Virginia Beach verwendet inzwischen beispielsweise Papierstimmzettel.
Die alten Videos erhalten damit Jahre später eine völlig neue Bedeutung, weil sie ohne ihren ursprünglichen Kontext erneut verbreitet werden. Einen Beleg dafür, dass Wahlmaschinen bei den aktuellen Midterms systematisch Stimmen vertauschen, liefern sie nicht. (mke)
