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ICE-Beamter erschiesst mexikanischen Einwanderer: Sohn widerspricht

Ronaldo Salgado, son of Lorenzo Salgado Araujo, speaks during a news conference Wednesday, July 8, 2026, in Houston. (AP Photo/David J. Phillip)
APTOPIX US Immigration Enforcement Houston
Ronaldo Salgado an einer Pressekonferenz.Bild: keystone

ICE-Beamter erschiesst mexikanischen Einwanderer: Sohn widerspricht Behörde

Der von einem Beamten der US-Migrationsbehörde ICE getötete Mexikaner stand nach den Worten seines Sohnes kurz vor dem Erhalt einer Arbeitserlaubnis.
09.07.2026, 02:4709.07.2026, 02:47

Sein Vater sei ein Familienmensch gewesen, der seit 35 Jahren Häuser in der Region gebaut habe, um seinen drei Söhnen ein Studium sowie seinen Arbeitern «den amerikanischen Traum zu ermöglichen», sagte Ronaldo Salgado auf einer Pressekonferenz. Eine kriminelle Vorgeschichte habe sein Vater nicht gehabt.

Lorenzo Salgado Araujo war am Vortag bei einem Einsatz der umstrittenen ICE-Beamten in Houston ums Leben gekommen. Nach Darstellung des Heimatschutzministeriums hatte sich Salgado den Anweisungen der Beamten widersetzt, mit seinem Auto ein Einsatzfahrzeug gerammt und anschliessend versucht, einen Beamten mit seinem Fahrzeug zu erfassen. Daraufhin habe ein ICE-Beamter geschossen. Die Angaben der Behörden lassen sich bislang nicht unabhängig überprüfen.

«Er war überzeugt, dass denen Gutes widerfährt, die hart arbeiten»

Salgado habe genau gewusst, wie er sich bei einer Kontrolle der Einwanderungsbehörde verhalten müsse, sagte dessen Sohn. Hätten sich die Beamten eindeutig als solche zu erkennen gegeben, hätte er angehalten und kooperiert. Sein Vater habe bei dem Einsatz Todesangst gehabt und sei deshalb vor ihm unbekannten Fahrzeugen geflohen, sagte er. «Er war überzeugt, dass denen Gutes widerfährt, die hart arbeiten.»

Salgados Sohn sagte zudem, er habe über Berichte in sozialen Medien vom Tod seines Vaters erfahren – nicht von Behörden oder dem Krankenhaus, in dem er verzweifelt nach ihm gesucht habe. In einem dort verbreiteten Video, in dem ein Mann auf dem Boden liege, blute und um Hilfe flehe, habe er seinen Vater an seiner Stimme erkannt. Weder das Heimatschutzministerium noch ICE hätten sich bislang direkt bei der Familie gemeldet.

Familie, Bürgerrechtsorganisationen und demokratische Politiker verlangen eine unabhängige Untersuchung des Einsatzes. Die Behörde, deren Beamte geschossen hätten, könne nicht zugleich die Ermittlungen durchführen, sagte der Chef der Bürgerrechtsorganisation LULAC, Roman Palomares. Dabei geht es auch um die Veröffentlichung von Bodycam-Aufnahmen sowie sämtlicher weiterer Beweise. Der demokratische US-Abgeordnete aus Texas, Al Green, sprach von der Notwendigkeit, einen möglichen Vertuschungsversuch auszuschliessen. (sda/dpa)

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