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Erste hochrangige Gespräche zwischen USA und Kuba seit vier Jahren

Erste hochrangige Gespräche zwischen USA und Kuba seit vier Jahren

22.04.2022, 10:1222.04.2022, 10:12

Erstmals seit vier Jahren haben die USA und Kuba auf hoher diplomatischer Ebene direkte Gespräche über Migration geführt. Es sei unter anderem um die Umsetzung bestehender Einwanderungsabkommen gegangen, teilte das US-Aussenministerium am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Die Zahl der Kubaner, die versuchten, auf illegale Weise in die USA zu gelangen, habe erheblich zugenommen, sagte Sprecher Ned Price vor Journalisten. Dies unterstreiche die Dringlichkeit der Gespräche in Washington.

Cuba's Director General of U.S. Affairs Carlos Fernandez de Cossio speaks at a press conference in Havana, Cuba, Tuesday, Jan. 12, 2021. The Trump administration has re-designated Cuba as a &quot ...
Kubas Vize-Aussenminister Carlos Fernández de Cossío war unter anderem an den Gesprächen beteiligt.Bild: keystone

Nach Angaben des US-Grenzschutzes griffen Beamte im März in mehr als 32'000 Fällen Kubaner bei dem Versuch auf, illegal in die USA einzureisen. Das waren etwa doppelt so viele wie noch im Februar. Es müsse darum gehen, eine sichere, legale und geordnete Migration zu ermöglichen, teilte das Aussenministerium in Washington mit.

Das kubanische Aussenministerium kritisierte, die USA hielten sich nicht an ein bilaterales Abkommen, das jährlich 20'000 Visa für Kubaner garantiere. Zudem förderten US-Sanktionen wie das seit Jahrzehnten bestehende Embargo gegen die sozialistische Karibikinsel illegale Migration. Präsident Donald Trump hatte in seiner Amtszeit eine von seinem Vorgänger Barack Obama eingeleitete Annäherung an Kuba zurückgefahren.

Bei den Gesprächen mit Kubas Vize-Aussenminister Carlos Fernández de Cossío sei es auch um eine begrenzte Wiederaufnahme der konsularischen Dienste und somit unter anderem der Visaausgabe an der US-Botschaft in Havanna gegangen, hiess es vom US-Aussenministerium.

Das Botschaftspersonal war vor Jahren wegen des sogenannten Havanna-Syndroms auf ein Minimum reduziert worden. Dutzende in der kubanischen Hauptstadt lebende US-Diplomaten und ihre Angehörigen hatten ab 2016 über rätselhafte Kopfschmerzen, Hörverlust, Schwindel und Übelkeit geklagt. Später wurden auch an anderen Orten der Welt ähnliche Beschwerden gemeldet. In einem Bericht der US-Geheimdienste hiess es im Februar, manche Fälle des «Havanna-Syndroms» könnten gezielt durch eine Art elektromagnetische Strahlung ausgelöst worden sein. (saw/sda/dpa)

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