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Grönlander gehen auf Konfrontation mit Trump und bremsen US-Ölfirma aus

Grönlander gehen auf Konfrontation mit Trump – und bremsen US-Ölfirma aus

Die Regierung stoppt Probebohrungen im Osten der Insel und spricht von «Desinformation».
14.08.2026, 20:5014.08.2026, 20:50
Niels Anner, Kopenhagen / ch media

Grönland hat die grossen Pläne der US-Firma Greenland Energy für Öl-Probebohrungen im Osten der Insel vorerst auf Eis gelegt. Die Regierung hat erklärt, es sei unmöglich, diesen Winter zu beginnen. «So kann man in Grönland nicht agieren», sagte Jørgen Hammeken-Holm, Chef des Rohstoffdepartements, dem dänischen Fernsehen. Die Zeit sei viel zu knapp für die nötigen Umweltverträglichkeitsprüfungen und Vernehmlassungen, die Prognosen der Amerikaner seien klar zu optimistisch gewesen. Er kritisierte zudem deren Ankündigungen bezüglich eines wahren Ölbooms, einem zweiten Alaska, als übertrieben, ja als «Desinformation» der Bevölkerung gegenüber.

Anti-Trump Protest in auf Grönland: Die Einheimischen wehren sich gegen den übergriffigen US-Präsidenten.
Anti-Trump Protest in auf Grönland: Die Einheimischen wehren sich gegen den übergriffigen US-Präsidenten.Bild: getty

Donald Trumps Sondergesandter für Grönland, Jeff Landry, hatte im Mai unterstrichen, dass die Ausbeutung riesiger Öl-Vorkommen innerhalb kurzer Zeit beginnen könnte – und wie wichtig die Rohstoffvorkommen für die Insel, aber auch die Interessen der USA seien. Greenland Energy hat Investoren und eine Verwaltungsrätin mit Verbindungen zu Trump. Die Firma mit Sitz in Texas kooperiert mit dem britischen Unternehmen 80 Mile, das die Lizenz zur Ölförderung besitzt.

Beide reagierten enttäuscht auf den zwischenzeitlichen Stopp ihrer Pläne. Man wolle aber, so 80 Mile, das «äusserst aussichtsreiche Projekt» weiterhin vorantreiben. Greenland Energy, dessen Aktienkurs nach der Mitteilung um über einen Drittel einbrach, erklärte, man werde nun «die Beziehungen zur Lokalbevölkerung und den Behörden vertiefen».

A boy holds a crossed out map of Greenland topped by a hairpiece symbolizing U.S. President Donald Trump, during a protest against Trump's policy towards Greenland in front of the US consulate in ...
Bereits Anfang Jahr wurde in Grönland protestiert, als US-Vizepräsident JD Vance auf die Insel reiste.Bild: keystone

Exorbitante Versprechungen für die Bevölkerung

Im Juli hatte der CEO der Firma mit der Bevölkerung des einzigen Dorfes in der Nähe der geplanten Ölbohrungen gesprochen und exorbitante Löhne für die Mitarbeit bei dem Projekt versprochen. Doch die meisten der 330 Einwohner von Ittoqqortoormiit fürchten die Bedrohung der fragilen, unberührten Natur – und die Machtansprüche von US-Präsident Trump auf ihre Heimat. Im Juli gab es in ganz Grönland Demonstrationen gegen das Ölprojekt.

Die Regierung wird nun ebenfalls deutlich. Sie betont, dass die Firmen diverse Eingaben liefern müssen, damit der Prozess mit mehrstufigen Bewilligungen und Vernehmlassungen überhaupt in Gang kommt. Ein Entscheid sei frühestens Ende 2027 zu erwarten. Sie hat zudem scharf darauf reagiert, dass Greenland Energy bereits – ohne Bewilligung – erstes Material nach Ostgrönland geschippert hat. Departementschef Hammeken-Holm sagte dazu: «Das ist ja ein gewisses Signal dafür, wie sich das Unternehmen gegenüber den Behörden verhält.» Im Wiederholungsfall, droht er, würde Grönland nicht zögern, die Polizei einzusetzen. (schweizheute.ch)

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