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Wikileaks veröffentlicht Reden Clintons bei Goldman Sachs

epa05581626 The US Democratic party's presidential candidate and former Secretary of State Hillary Clinton speaks during her presidential campaign event at the Miami Dade College, in Miami, Flori ...
Hielt mehrere Reden bei Goldman Sachs: Hillary Clinton. Bild: CRISTOBAL HERRERA/EPA/KEYSTONE

Wikileaks veröffentlicht Reden Clintons bei Goldman Sachs

16.10.2016, 07:0216.10.2016, 08:49

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat am Samstag (Ortszeit) drei Reden der US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton veröffentlicht. Diese hatte die Demokratin vor ihrer Kandidatur gegen Bezahlung bei der Investmentbank Goldman Sachs gehalten.

Die Reden stehen nicht in klarem Widerspruch zu Clintons Wahlkampfäusserungen, allerdings äusserte sie sich damals freimütiger über Themen wie die Finanzmarktregulierung. In einer Rede vom Oktober 2013 legte Clinton demnach nahe, dass etwas gegen Eingriffe in die Finanzmärkte «aus politischen Gründen» unternommen werden müsse.

«Es müsste da auch etwas getan werden, denn aus politischen Gründen kann man, wenn man ein Kongressmitglied ist und die Leute im Wahlkreis ihre Jobs verlieren und Unternehmen dicht machen und alle in der Presse sagen, dass die Wall Street Schuld ist, nicht untätig rumsitzen und nichts tun», sagte Clinton den Unterlagen zufolge.

Clintons Wahlkampfteam bestritt die Echtheit der Redemanuskripte nicht. Wikileaks veröffentlicht seit gut einer Woche Unterlagen, die von einem Hackerangriff auf das E-Mail-Konto von Clintons Wahlkampfmanager John Podesta stammen. Clintons Team wie auch die US-Regierung machen Russland für die Cyberattacke verantwortlich, die aus ihrer Sicht eine Einmischung in den US-Wahlkampf zugunsten von Clintons republikanischem Rivalen Donald Trump darstellt. Russland weist diese Darstellung zurück.

Kritik an Nähe zur Finanzbranche

Clinton hielt die Reden bei Goldman Sachs, nachdem sie als Aussenministerin aus dem Amt geschieden war und bevor sie ihre Präsidentschaftsbewerbung verkündete. Im Vorwahlkampf hatte ihr parteiinterner Rivale Bernie Sanders die Tatsache, dass Clinton sich von einer Grossbank bezahlen liess, als Hinderungsgrund für ihre Präsidentschaft angeführt. Sie könne nicht eine Branche regulieren, von der sie sich selbst habe bezahlen lassen.

Sanders forderte damals, Clinton solle die Reden veröffentlichen, die ihr von der Wall Street hunderttausende Dollar eingebracht hätten. Dass Wikileaks dies nun tun konnte, hat damit zu tun, dass Wahlkampfmitarbeiter die Reden unter sich per E-Mail ausgetauscht hatten, um sich auf allfällige Angriffe vorzubereiten. Diese Mails wurden schliesslich gehackt.

Auch Trump kritisiert Clinton immer wieder als Teil des Washingtoner Establishment und als Kandidatin, die sich von Grossunternehmen einspannen lässt. (cma/sda/afp)

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