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Autorin von «wie man seinen Ehemann ermordet» wegen Mordes an Ehemann angeklagt

Sie hat ihre Fantasien in die Tat umgesetzt: Autorin Nancy Crampton Brophy hat ihren Ehemann ermordet. Die 71-Jährige wurde gestern von der Geschworenenjury in Portland, im US-Bundesstaat Ohio, für das Erschiessen ihres Ehemannes für schuldig befunden.
27.05.2022, 17:0627.05.2022, 22:39

Am 2. Juni 2018 fand das Leben des 63-jährigen Daniel Brophy ein abruptes Ende. Seine Leiche wurde in der Küche der Kochschule «Oregon Culinary Institut» gefunden. Der als Küchenchef tätige Mann war dabei, eine Lektion für seine Schüler vorzubereiten, als ihm einmal von hinten in den Rücken und einmal aus nächster Nähe in die Brust geschossen wurde.

Nancy Crampton-Brophy im Juni 2018 vor Gericht.
Nancy Crampton-Brophy im Juni 2018 vor Gericht.Bild: keystone

Monatelang galt der Mord als mysteriös. Drei Monate später kam man Nancy Crompton-Brophy aber auf die Schliche und nun wurde ihr der Prozess gemacht.

Ihre Unschuldsbeteuerungen überzeugten die Jury nicht. Sie könne sich nicht mehr an die Details des Morgens erinnern, an dem ihr Mann ermordet worden war und die Präsenz ihres Minivans in der Nähe der Kochschule, soll ein blosser Zufall gewesen sein. Auch der Kauf einer Pistole sowie eines Ghost-Gun Kit – eine Art Baukasten, der einem erlaubt, eine Pistole legal und nicht zurückverfolgbar zusammenzubauen – habe ganz harmlose Gründe, so die Autorin:

«Es wurde für das Schreiben benötigt. Es war nicht um, wie man glauben könnte, meinen Ehemann zu töten.»

Umso ironischer erscheint es, dass sie sieben Jahre vor dem Tod ihres Ehemannes einen Blogbeitrag unter dem Titel «wie man seinen Ehemann ermordet» veröffentlicht hat. Der Beitrag – der mittlerweile auf privat umgestellt wurde und nicht vor Gericht verwendet wurde – umfasst 700 Wörter und zählt Pro und Kontra Argumente, für das Ermorden eines gemeinen Ehemannes, auf. So stellt sie auch folgende Frage, die unmissverständlich für einen Mord spricht:

«Eine Scheidung ist teuer, und willst du wirklich all deinen Besitz aufteilen?»

Geschrieben hat sie den Text im Rahmen eines Schreibseminars, so ganz ehrlich war es also nicht gemeint. Oder doch?

Auf ihrer Autoren-Website stellt sie sich unter der Rubrik «über mich» kurz vor. Die ersten Worte kommen dabei beinahe einer Beichte gleich:

«Schriftsteller sind Lügner. Ich kann mich nicht daran erinnern, wer das gesagt hat, aber es ist nicht wahr. Beim Schreiben von Romanen gräbt man tief und bringt Dinge des eigenen Lebens an die Oberfläche, die man längst vergessen oder absichtlich tief vergaben hatte.»

Vor Gericht zeichnete sie das Bild einer glücklichen Ehe. Die beiden lebten in einem Vorort von Portland, wo sie einen Gemüsegarten pflegten und Hühner und Truthähne hielten.

«Ich bin ein Mensch mit Fehlern, Dan war ein Mensch mit Fehlern ... zusammen waren wir ein wirklich gutes Team.»

Das Paar hatte allerdings finanziell zu kämpfen. Auch wenn Nancy Crampton-Brophy eine passionierte Autorin war, viel Einkommen generierte sie dabei nicht. So schien sie sich eines Tages von ihren eigenen Ideen leiten zu lassen und glaubte, eine lukrative Lösung ihres Problems gefunden zu haben: den Tod ihres Ehemannes. Dadurch hätte sie 1.5 Millionen Dollar aus mehreren Lebensversicherungspolicen und anderen Vermögenswerten kassieren können.

The Wrong Brother.. Eines ihrer veröffentlichten Bücher.
The Wrong Brother.. Eines ihrer veröffentlichten Bücher.http://www.nancybrophyauthor.com/

Dieser Plan ging allerdings nicht auf. Pech für die Autorin hielt sie in ihrem Blogbeitrag doch fest:

«Und lassen Sie mich für das Protokoll klar sagen: Ich mag keine Overalls und Orange ist nicht meine Farbe.»

Noch steht die Verurteilung aus. Doch feststeht: Sie wird mindestens 25 Jahre lang einen Overall tragen müssen. Und um ihren Besitz wird sie sich auch nicht mehr kümmern müssen. (saw)

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Mordermittler Max Suter weiss, wie der perfekte Mord funktioniert

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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Hans Doe
27.05.2022 17:36registriert Juni 2018
Irgendwie ein schlechter Artikel. Ein Artikel an einem alten Blog-Eintrag aufzuhängen, welcher nicht mal Bestandteil des Verfahrens war und die Jurymitglieder somit davon nichts wissen sollten, ist müssig. Auch bezüglich des Falls fehlen wichtige Angaben. Wurde sie nur Aufgrund von Indizien (z.B. der geparkte Van) verurteilt oder konnten z.B. nachgewiesen werden, dass die Schüsse aus einer der beiden Pistole stammt. So wie der Artikel hier steht, ist er für mich einfach ein gutes Beispiel wie schlecht Jurys sein können.
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outdoorch
27.05.2022 20:11registriert Dezember 2017
Der Buchtitel war schlecht gewählt. Er hätte „wie man seinen Ehemann ermordet, ohne überführt zu werden“ lauten müssen.🥶
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