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Schweres Erdbeben vor Philippinen – Tsunami-Warnung

Video: watson/lucas zollinger

Starkes Erdbeben auf den Philippinen: Mindestens 15 Tote, Tsunami-Warnung aufgehoben

08.06.2026, 02:3508.06.2026, 12:38

Nach dem schweren Erdbeben vor der Küste der südphilippinischen Provinz Sarangani haben die Behörden die Tsunami-Warnungen weitgehend aufgehoben. Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Morgen (Ortszeit) Teile der Insel Mindanao erschüttert, Gebäude einstürzen lassen und Menschen in Panik auf die Strassen getrieben. Besonders betroffen war die Stadt General Santos City mit rund 700.000 Einwohnern.

Video: watson/lucas zollinger

Verschiedenen Behörden zufolge kamen mindestens 15 Menschen ums Leben. 129 weitere seien bei dem Beben verletzt worden, sagte der Direktor des philippinischen Zivilschutzes, Rod Sosmena, vor Journalisten.

Er sprach von zwölf Todesopfern in drei Regionen, die meisten davon in der schwer betroffenen Stadt General Santos City. Der Katastrophenschutz bestätigte drei weitere Tote in der Provinz Davao Occidental. «Die Schadensbewertung und die Erfassung der Opfer dauern noch an», sagte Sosmena weiter. So gebe es Berichte, dass Menschen in einer Schule eingeschlossen sind. «Aber wir haben noch keine genaue Zahl», betonte er.

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Das Epizentrum lag nur unweit südlich der Stadt General Santos auf der philippinischen Insel Mindanao.Bild: phivolcs

Das US-Tsunami-Warnzentrum hob seine Warnung mehrere Stunden nach dem Erdeben wieder auf. Zuvor hatte die Behörde vor Wellen von bis zu drei Metern Höhe gewarnt. Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) registrierte nach eigenen Angaben in sechs Küstengebieten Flutwellen von bis zu 1,4 Metern Höhe und beobachtete die Lage zunächst weiter.

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Ein eingestürztes Gebäude in der Stadt General Santos im Süden Mindanaos.Bild: keystone

Kleinere Flutwellen in Indonesien

Auch in Indonesien, wo die Erdstösse ebenfalls deutlich zu spüren waren, wurden kleinere Tsunami-Wellen registriert. Der Meeresspiegel stieg nach Angaben der zuständigen Behörde jedoch nur leicht an. Die dortige Tsunami-Warnung wurde ebenfalls aufgehoben.

Die philippinische Katastrophenschutzbehörde erhielt derweil Berichte über Schäden an Schulen, Krankenhäusern, Einkaufszentren und Kirchen. Mehrere Gebäude auf Mindanao stürzten teilweise oder ganz ein. Der Flughafen von General Santos City wurde vorübergehend geschlossen.

Das Beben traf die Region um 7.37 Uhr (Ortszeit) am ersten Schultag des neuen Schuljahres. An Schulen und Behörden fanden vielerorts gerade Flaggenzeremonien statt – Glück im Unglück, denn zahlreiche Schüler, Lehrkräfte und Beschäftigte hielten sich gerade im Freien auf. Der Unterricht wurde in den betroffenen Gebieten ausgesetzt, ebenso die Arbeit in vielen öffentlichen und privaten Einrichtungen.

«Wir haben nur noch geschrien»

Viele Menschen reagierten panisch auf die heftigen Erdstösse. «Ich dachte, es wäre mein Ende. Ich habe einfach angefangen zu beten», sagte die Provinzreporterin Noreen Ygonia lokalen Medien. «Es hat so heftig gebebt, dass ich mich kaum bewegen konnte.» Eine Bewohnerin der Stadt Koronadal sagte: «Wir haben nur noch geschrien, weil wir solche Angst hatten.»

epa13023641 People gather at open spaces outside a commercial complex after an earthquake in Davao City, southern Philippines, 08 June 2026. According to the Philippine Institute of Volcanology and Se ...
Menschen versammelten sich aus Vorsicht wegen möglicher Nachbeben ausserhalb von Gebäuden (hier in der Stadt Davao).Bild: keystone

An einer Schule in der Provinz Davao del Sur stürzte nach Angaben der Schulleitung ein Gebäude ein. Verletzt wurde niemand. «Zum Glück fand gerade unsere Flaggenzeremonie statt und alle waren draussen», sagte Schulleiterin Elene Marie Jane Gamboa. Das Gebäude sei bereits bei einem Erdbeben im Jahr 2019 beschädigt worden und sollte ohnehin abgerissen werden.

Was ist der Pazifische Feuerring?

Präsident Ferdinand Marcos Jr. sicherte den Betroffenen staatliche Unterstützung zu. Die nationale Regierung werde Mindanao nicht alleinlassen, erklärte er. Er stehe in ständigem Kontakt mit den regionalen Behörden vor Ort. Die Bevölkerung hatte er zuvor aufgerufen: «Begeben Sie sich jetzt in höher gelegene Gebiete. Warten Sie nicht.» Das Leben der Menschen sei wichtiger als alles, was sie zurücklassen müssten.

Die Philippinen und Indonesien liegen am Pazifischen Feuerring – einem gigantischen, hufeisenförmigen Vulkangürtel. Dort treten besonders häufig starke Erdbeben und Vulkanausbrüche auf, weil mehrere Erdplatten aneinanderstossen.

(sda/dpa/nil)

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