International
Waffen

Nato kündigt Verteidigungsübung mit Atomwaffen an

Nato kündigt Verteidigungsübung mit Atomwaffen an

10.10.2024, 15:4410.10.2024, 15:44
epa11652464 NATO Secretary General Mark Rutte (R) gestures as he speaks to members of the media following a bilateral meeting with the British prime minister at Downing Street, London, Britain, 10 Oct ...
Über die Verteidigunsübung hat der Generalsekretär Mark Rutte in London informiert.Bild: keystone

Die Nato beginnt an diesem Montag ihr jährliches Manöver zur Verteidigung des Bündnisgebiets mit Atomwaffen. An der Übung «Steadfast Noon» werden diesmal Besatzungen von mehr als 60 Flugzeugen beteiligt sein, kündigte Generalsekretär Mark Rutte am Rande von Gesprächen in London an.

Sie sollen vor allem in Grossbritannien, über der Nordsee sowie in Belgien und den Niederlanden trainieren.

Nach Angaben von Rutte geht es bei dem Manöver aber auch um Abschreckung. «In einer unsicheren Welt ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir unsere Verteidigung testen und stärken, damit unsere Gegner wissen, dass die Nato bereit und in der Lage ist, auf jede Bedrohung zu reagieren», erklärte er.

Zum Übungsszenario und zu Details macht die Nato keine Angaben. Nach Angaben von Militärexperten wird bei den regelmässig im Oktober stattfindenden Manövern geübt, wie man die US-Atomwaffen sicher aus unterirdischen Magazinen zu den Flugzeugen transportiert und unter die Kampfjets montiert. Die Übungsflüge finden dann allerdings ohne die Bomben statt. Die Nato betont, dass «Steadfast Noon» keine Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ist.

Die sogenannte nukleare Teilhabe der Nato sieht vor, dass in Europa stationierte Atomwaffen der USA im Ernstfall auch von Flugzeugen der Partnerstaaten abgeworfen werden und dann zum Beispiel gegnerische Streitkräfte ausschalten. US-Atomwaffen sollen offiziell unbestätigten Angaben zufolge in Norditalien, der Türkei, in Belgien sowie in den Niederlanden und im rheinland-pfälzischen Büchel lagern. Die Bundeswehr beteiligte sich zuletzt unter anderem mit Tornado-Jets an den «Steadfast-Noon»-Übungen. (sda/dpa/lyn)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
14 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14
«Iran hat einen Pyrrhussieg errungen», sagt der Nahostexperte Volker Perthes
Anders als viele Beobachter glaubt der deutsche Politologe nicht, dass das Teheraner Regime gestärkt aus dem Krieg mit den USA hervorgegangen ist. Aber auch sonst gebe es keine Sieger.
Derzeit laufen Verhandlungen zwischen Iran und den USA; gleichzeitig kommt es immer wieder zu Kampfhandlungen zwischen beiden Staaten. Sind diese Teil der Verhandlungstaktik oder kündigen sie bereits ein Scheitern der Gespräche an?
Volker Perthes: Ich denke, sie sind Teil des Verhandlungsprozesses. Nicht unbedingt der Taktik, und schon gar nicht einer Strategie. Es gibt praktisch kein Vertrauen zwischen den Verhandlungsparteien, von daher sind die Hürden für Störungen niedrig. Die 14 Punkte, auf die man sich in einem Memorandum geeinigt hat, können unterschiedlich interpretiert werden. Noch werden die Eskalationen eingefangen, weil beide Seiten ein Interesse daran haben, dass der Schiesskrieg nicht wieder beginnt. Beide haben gelernt, dass sie diesen Krieg nicht gewinnen können.
Zur Story