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Zweitausend Tonnen Müll: Amazon vernichtet weiterhin massenhaft Neuware

Zweitausend Tonnen Müll: Amazon vernichtet weiterhin massenhaft Neuware

Amazon soll laut Berichten weiterhin tonnenweise Neuware vernichten. Nach einer Gesetzesänderung sei nur die interne Bezeichnung dafür geändert worden.
12.10.2022, 16:0512.10.2022, 17:05
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t-online

Der Online-Konzern Amazon vernichtet weiterhin tonnenweise Neuware. Das berichtet das Magazin «Business Insider» und die ZDF-Sendung «Frontal». Deren Reportern seien Unterlagen und Fotos von Mitarbeitern des Unternehmens zugespielt worden, die das belegen sollen.

Auf den Bildern der Amazon-Beschäftigten von verschiedenen Standorten seien «Paletten mit Solarleuchten, Tonerkartuschen, Lampen, Keyboards» zu sehen gewesen. Bei den Produkten soll es sich um Neuware gehandelt haben, die zum Vernichten vorgesehen gewesen sei.

Verkaufte Produkte stammten von Partnerunternehmen

Amazon habe intern die Bezeichnung für den Vorgang geändert, heisst es. An manchen Standorten nenne der Versandhändler es «Aufbereitung» oder «Remove» (entfernen). Amazon vermeide bewusst das Wort «Destroy» (zerstören), «um dem ganzen einen besseren Namen zu geben», zitiert «Frontal» einen Insider.

FILE - Then Amazon CEO Jeff Bezos speaks at the the Amazon re:MARS convention on June 6, 2019, in Las Vegas. Federal regulators are ordering Amazon founder Jeff Bezos and CEO Andy Jassy to testify in  ...
Amazon-Gründer Jeff Bezos.Bild: keystone

Das Magazin habe das Unternehmen mit seinen Recherche-Ergebnissen konfrontiert. Eine Konzernsprecherin habe schriftlich geantwortet, dass das Unternehmen weniger als ein Prozent der Amazon-eigenen Produkte entsorge. Mehr als die Hälfte der von Amazon verkauften Produkte stamme von Partnerunternehmen, heisst es.

Bund hatte die Obhutspflicht eingeführt

Die Umweltorganisation «Greenpeace» hatte 2019 dokumentiert, welche Neuwaren der Einzelhändler weggeworfen hatte. Daraufhin hatte der Bundestag 2020 im Zuge einer Reform des Kreislaufwirtschaftsgesetzes neue Regeln für Händler eingeführt.

Seitdem schreibt die sogenannte Obhutspflicht vor, «beim Vertrieb der Erzeugnisse, auch im Zusammenhang mit deren Rücknahme oder Rückgabe, dafür zu sorgen, dass die Gebrauchstauglichkeit der Erzeugnisse erhalten bleibt und diese nicht zu Abfall werden».

«Greenpeace» hatte wenig später bemängelt, dass Amazon auch weiterhin Neuware vernichte und sich nicht an die verschärften Regelungen halte. Am Amazon-Standort Winsen in Niedersachsen seien damals originalverpackte Produkte für die Vernichtung vorsortiert worden, hiess es. Schon damals betonte Amazon, dass die Zahl der Produkte, die entsorgt werden müssten, «im Promillebereich» liege.

Verwendete Quellen:

(t-online,sha)

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34 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Händlmair
12.10.2022 17:25registriert Oktober 2017
Ich habe nie und werde nie etwas bei diesem Unternehmen einkaufen. Jeder der bei Amazon bestellt ist an diesem ökologischen Marktversagen mitschuldig. Ohne Kunden, wäre nie ein derart grosser Moloch entstanden.
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TheRealDonald
12.10.2022 16:50registriert Juli 2017
Auch wenn sich der entsorgte Teil der Produkte "im Promillebereich" befindet, sind das jährlich immer noch unvorstellbar viele. Auch hier bereichern sich wieder einmal wenige auf Kosten der Allgemeinheit. Die fetten Gewinne gehen zum Herr Multimilliardär und die ökologischen Folgen müssen alle anderen tragen. Warum machen immer noch so viele diesen verwerflichen Unsinn mit?
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