Israel
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epa04753968 Israelis marching down the Light Rail tram tracks outside the Old City walls as they approach the Damascus Gate area in East Jerusalem in order to march into the Moslem Quarter of Jerusalem's Old City on 'Jerusalem Day,' 17 May 2015. The final destination for thousands of marchers, mostly right-wing Jews and Jewish settlers, is the Western Wall. Jerusalem Day for Jews mark the 'unification' of Jerusalem after the Six Day War in 1967, as Palestinians see if as the beginning of their 'occupation' in the Holy City.  EPA/JIM HOLLANDER

Jugendliche während dem Marsch. Bild: JIM HOLLANDER/EPA/KEYSTONE

Gedenkmarsch von Juden in Jerusalem: Mehrere Verletzte nach Zusammenstössen



Beim Marsch tausender überwiegend radikaler Juden durch die Altstadt von Jerusalem ist es am Sonntag zu Auseinandersetzungen mit Palästinensern gekommen. Der sogenannte Jerusalem-Tag erinnert an die israelische Eroberung von Ost-Jerusalem beim Sechs-Tage-Krieg 1967.

Dutzende Muslime hätten sich mit einer Gruppe von Juden ein Handgemenge geliefert, teilte die Polizei mit. Steine werfende Palästinenser verletzten zwei Polizeibeamte, mindestens vier Palästinenser seien festgenommen worden.

Nach Angaben von Augenzeugen wurden mindestens zwei Palästinenser bei mehreren Zusammenstössen mit den jüdischen Demonstranten verletzt. Auf einem Video war zu sehen, wie Sanitäter des Roten Halbmonds einen Mann auf einer Trage weg brachten.

Israeli police officers remove a Palestinian protester as they disperse a protest during a march marking Jerusalem Day near Damascus Gate outside Jerusalem's Old City May 17, 2015. Israeli police on horseback confronted dozens of Palestinian protesters who threw stones at the forces protecting thousands of flag-waving Jewish nationalists marching on Sunday on the anniversary of Israel's capture of East Jerusalem in a 1967 war. Israel later annexed the area, making it a part of its capital in a move never recognised internationally. REUTERS/Baz Ratner

Die Polizei führt einen Palästinenser ab. Bild: BAZ RATNER/REUTERS

Ein palästinensischer Kameramann des französischen Fernsehsenders TF1 wurde von jüdischen Demonstranten mit Fahnenstangen auf Kopf, Rücken und Hände geschlagen, wie TF1-Producer Michael Illouz der Nachrichtenagentur AFP sagte. Der Kameramann sei zur Untersuchung ins Spital gebracht worden.

Riesiges Polizeiaufgebot

Die Polizei teilte keine genaue Teilnehmerzahl des traditionellen Marsches mit. Auf ihrem Weg durch die Jerusalemer Altstadt zur Klagemauer liefen die Teilnehmer auch durch ein muslimisches Viertel. «Sie kommen hierher mit der Unterstützung einer extremistischen Regierung, die ihre Busse bezahlt hat», sagte die Palästinenserin Muna Barbar mit Blick auf die neue rechts-religiöse Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

Die Polizei war bei dem Gedenkmarsch, bei dem es alljährlich Auseinandersetzungen gibt, mit tausenden Beamten in Uniform und in zivil im Einsatz. Sie trieben Demonstranten mit Schlagstöcken auseinander, auch berittene Polizei war im Einsatz.

Polizeisprecherin Luba Samri erklärte, die Beamten würden «null Toleranz gegenüber jeder Form von physischer oder verbaler Gewalt üben». Zuvor hatte Israels Oberster Gerichtshof die Sicherheitskräfte aufgefordert, auch verbale Gewalt von Juden wie die Parole «Tod den Arabern» nicht hinzunehmen.

Netanjahu meldet sich zu Wort

Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem zur Hauptstadt eines Palästinenserstaates machen, die israelische Regierung erklärte aber wiederholt, dass Jerusalem die «ewige, unteilbare» Hauptstadt des jüdischen Staates Israel sei. Nach der Eroberung 1967 hatte Israel den mehrheitlich von Arabern bewohnten Ost-Teil der Stadt annektiert, die internationale Gemeinschaft erkennt dies bis heute nicht an.

Anlässlich des Jerusalem-Tages gab es am Sonntag eine Reihe von offiziellen Veranstaltungen. Bei einer davon sagte Netanjahu: «Jerusalem war immer allein die Hauptstadt des jüdischen Volkes und von keinem anderen Volk.» Ein geteiltes Jerusalem sei «eine Erinnerung der Vergangenheit»: «Die Zukunft gehört einem vollständigen Jerusalem, das nicht mehr geteilt werden wird», fügte der Regierungschef hinzu. (feb/sda/afp)

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