Cringes Wiedersehen: Vor sechs Jahren entjungferte Ariel Lionel
Na, was reimt sich auf «Bachelorette»? Raclette natürlich! Willkommen in der Jahreszeit, die hierzulande nichts so sehr fördert wie flüssige Käsegerichte. Schön, oder? Ich komme gerade aus gefühlten 33 Wochen italienischem Spätsommer (in Realität waren es bloss zwei, aber in der Reality meiner entspannten Wahrnehmung waren sie viel länger), zu essen gab es viel Fisch und viel Pasta, beides war fantastisch, doch irgendwann sagte mein Liebesleben, dass es sich ganz wahnsinnig auf Fondue freue. Und auf Raclette, ergänzte ich.
Und da sind wir nun. Käse läuft aus dem Pfännchen und Käse läuft im Fernsehen.
Im italienischen Spätsommer habe ich von Letzterem herzlich wenig mitbekommen, aber ich sah ein paar Kurzfilme mit Ariel auf Instagram. In einem sagte sie, dass sie Reality des Geldes wegen mache und wisse, wie viel sie wert sei, schliesslich sei sie ein Star. Natürlich sagt sie in der «Bachelorette», dass sie teilnehme, weil sie nach der grossen Liebe suche. Das muss sie so sagen. Glauben tut es eh niemand.
Man ist hier des Ruhmes wegen. For the love of fame. Und damit man in zwei Monaten an einem anderen Strand auf einem anderen Sender nach einer weiteren Paarungsmöglichkeit suchen kann.
Die deutsche «Bild»-Zeitung, die ihre Augen und Ohren überall hat, wo Körpersäfte fliessen, sagt, dass Ariel in der «Bachelorette» keine Liebe gefunden habe. Weil sie sich nämlich kurz nach den Bätschi-Dreharbeiten in den Reality-Star und Boxer Lorik Bunjaku verliebt habe und während einer «Fame Fighting»-Veranstaltung Mitte Oktober in Essen «immer wieder in der Umkleidekabine» von ihm verschwunden sei.
Dating-Shows sind Spiele, und Spiele haben Regeln, und die wichtigste davon lautet, dass man zwischen Dreh-Ende und jener Folge, in der die Finalisten rumdrucksen und schliesslich gestehen, dass sie sich ineinander getäuscht haben, sein Liebesleben aus jeder Art von Öffentlichkeit raushält. Dazu gehören auch Boxer-Garderoben inklusive Boxer-Shorts. Aber vielleicht hat sich die «Bild» auch getäuscht, und sie sind einfach nur Freunde, die dringend zusammen «A la recherche du temps perdu» diskutieren mussten?
Doch wenn es stimmt, muss man sich schon fragen: Wer ist hier fake? Ist es Chyna, der nicht seine echten Augen zeigt, sondern grüne Linsen trägt? Ist es Rapper Eric, der sagt, dass er als Musiker ins Fernsehen habe gehen wollen? Ist es der eitle Österreicher Daniel, der sich für den eigentlichen Superstar der Show hält, obwohl er erst ein einziges Mal im TV war, was Ariel peinlich wenig findet? Ist es dieser eine Kandidat, dessen Namen ich mir echt nicht merken kann, weil er aussieht wie Lorik Bunjaku und sieben andere Kandidaten, der sagt: «Ich find de Basler Dialäkt halt sexy»? Oder ist es Liebesschummlerin Ariel selbst?
Na, was reimt sich auf Ariel? Selbstverständlich Lionel! Beide kommen aus Basel. Beide sind 23. Ariel hat mal einen Lionel aus Basel gekannt. Sie zerbricht sich den Kopf: Ist der Lionel von früher etwa der Lionel auf Koh Samui? Sie fragt ihn. Ja, sagt er, aber früher habe er anders ausgesehen, dünn und kurzhaarig, nicht muskulös und lockig. Das ist jetzt sehr peinlich für Ariel, denn sie erkennt, dass sie Lionel vor sechs Jahren entjungfert hat. Er ist ihr dafür «dankbar».
Nach der Entjungferung eines 17-Jährigen durch eine 17-Jährige sprang jedoch kein weiterer Funken. Auf Koh Samui springt auch keiner. Lionel kriegt keine Rose. Schade eigentlich. Es hätte noch zu vielen Cringe-Momenten zwischen den beiden führen können.
Auch ein gewisser Arlind muss gehen, da versucht Ariel nicht mal den kleinsten Sonnenstrahl eines Interesses zu heucheln. Gewiss hätte sie gern auch Massimo entlassen, der noch bei Mami und Papi lebt, Diego, der sagt: «Ich bin null wäge dir cho», Adrian, dem sie nicht einmal eine Millisekunde ihrer Zeit widmen mochte, und vermutlich auch den schweizerischen Daniel, der zwar der älteste ist, aber unerwachsener als Ariels kleine Tochter sein dürfte.
Ein minimales Charisma besitzen bis jetzt ... auf jeden Fall Ariels Fingernägel! Es gab ja schon mal eine oder sogar zwei Bacheloretten, die sich keine Waffen auf die Nägel geklebt hatten, sondern Hände besassen, die man brauchen konnte. Etwa, um starke Elefanten und weichgecremte Männerhaut zu streicheln. Ariel suggeriert da mal wieder die pure Selbstverteidigung. Abwehr. Aber wieso? Was spielt da unbewusst mit?
Die doppelte ESC-Gewinnerin Loreen hat mir mal erzählt, dass sie ihre grotesken Bühnenfingernägel ganz klar als Teil einer urmatriarchalen Rüstung versteht. Und sie sagte: «Wünschen Sie mir Glück, wenn ich mit diesen hier auf Toilette will», was definitiv der ehrlichste Satz ist, den ich jemals zu diesem Thema gehört habe. Danke, Loreen.
Und sonst? Wie gross ist die Star-Quality von Ariel wirklich? Definitiv im Daniela-Katzenberger-Segment. Ziiiiiemlich weit oben. Die weiss schon, was sie tut, wirkt spontan und ein bisschen verschroben, und ihr Lachen klingt, als würde ein Stern gekitzelt. Ob sie wohl Raclette mag?
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