Italienischer Koch verliert Job wegen Pizza Hawaii
Das italienische Restaurant «La Costa» in Brisbane war laut seiner Webseite «inspiriert von den Sommern an der italienischen Riviera, mit freiliegenden Ziegelsäulen, einer Einrichtung in Meeresschaumgrün und Weiss, Leuchten aus geflochtenen Körben und Tischplatten aus europäischer Eiche». Der italienische Pizzabäcker Davide Tamburella fühlte sich in dem mittlerweile geschlossenen Lokal offenbar so heimisch, dass er auf die ungeschriebenen Regeln seines Heimatlandes pochte.
Er habe sich geweigert, Ananas auf seine Pizzen zu legen, da «dies eine Beleidigung seiner Kultur» darstelle, wie es in einer am Dienstag veröffentlichten Entscheidung der australischen Fair Work Commission heisst.
Demnach sei Tamburella am 20. Mai gefeuert worden, nachdem ihn sein Chef zwei Wochen vorher wegen «Bedenken hinsichtlich seiner Arbeitsleistung» vorgeladen hatte. Einer der Streitpunkte war demnach seine Weigerung, die Gerichte mit der Tropenfrucht zu bestücken.
Der Angestellte war gegen seine Kündigung vor die Kommission gezogen. Er war überzeugt, dass diese gegen das Arbeitsrecht verstossen habe, da sie teilweise durch einen Arbeitsunfall motiviert gewesen sei. Der Koch gab an, er habe sich die rechte Hand gebrochen, nachdem er am Arbeitsort gegen ein Metallgeländer geprallt war. Sein Antrag wurde zurückgewiesen, da er zu spät eingereicht worden sei.
Restaurantbetreiber mag Pizza mit Ananas auch nicht
Für den Restaurantbetreiber wurde sein Angestellter zum Geschäftsrisiko, wie er dem «Guardian» berichtete: «Wir hatten eine grosse Veranstaltung, bei der mehr als 15'000 Dollar ausgegeben wurden, und der Mann, der das Ganze bezahlte, sagte: ‹Hören Sie mal, ich brauche ein paar Pizzen mit Schinken und Ananas›». Laut der Fair Work Commission habe der Koch eingeräumt, dass dies bereits das dritte Mal gewesen sei, dass er sich den Anweisungen widersetzt habe.
Der Chef gab zu, dass auch er nicht der grösste Fan von Pizza Hawaii ist. «Soll ich mir eine Pizza mit Schinken und Ananas kaufen? Das ist wahrscheinlich nicht gerade mein absoluter Favorit», sagte er. «Aber ich werde die Nase nicht darüber rümpfen, das ist sicher.» Ausserdem sei die Variante früher schon auf der Kinderkarte gewesen.
Für den Koch hat der Fall neben dem Jobverlust noch weitreichendere Konsequenzen. Der Italiener befand sich bereits seit mehr als drei Jahren im Verfahren zur Erteilung eines 186-Visums – einem vom Arbeitgeber geförderten Weg zur dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung. Nach der Kündigung muss er diesen Prozess nun von vorn beginnen.
Im australischen Bundesstaat Queensland, in dem Brisbane liegt, werden jährlich über 35 Millionen Ananas geerntet. Die Frucht ist dort so beliebt, dass ihr mit der «Big Pineapple» an der Sunshine Coast ein 16 Meter hohes Monument gewidmet wurde.
Verwendete Quellen:
(t-online)

