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UN: Deutliche Zunahme von Todeszonen in den Weltmeeren

UN: Deutliche Zunahme von Todeszonen in den Weltmeeren

22.04.2021, 05:4922.04.2021, 05:49
In this May 2016 photo released by The Ocean Agency/XL Catlin Seaview Survey, an underwater photographer documents an expanse of dead coral at Lizard Island on Australia's Great Barrier Reef. Cor ...
Bild: AP/The Ocean Agency / XL Catlin Seaview Survey

Die Zahl der sogenannten Todeszonen in den Weltmeeren ist nach einem Bericht der Vereinten Nationen (UN) deutlich gestiegen. Dabei handelt es sich um sehr sauerstoffarme Gebiete im Meer, in denen kaum noch Leben möglich ist.

Die Zahl dieser Zonen sei von 2008 bis 2019 von mehr als 400 auf etwa 700 gestiegen, heisst es im zweiten «World Ocean Assessment» der UN zum Zustand der Meere, der am Mittwoch in New York vorgestellt wurde. Besonders betroffen sind demnach neben dem Golf von Mexiko und dem Südchinesischen Meer auch die Ost- und die Nordsee.

Das Phänomen tritt in einigen Meeresregionen natürlicherweise auf. Eine Ursache sind Algenblüten. Nach dem Absterben sinken die Algen langsam nach unten und werden dabei von Bakterien abgebaut, die Sauerstoff verbrauchen. So können sich in der Tiefe riesige Zonen bilden, in denen es zeitweise kaum mehr Sauerstoff im Wasser gibt. Der Eintrag von Nährstoffen wie etwa Stickstoff und Phosphor in die Meere begünstigt solche Algenblüten.

Die UN sehen eine Tendenz zur weiteren Verschlechterung der Lage: «Es wird geschätzt, dass sich der menschengemachte Stickstoffeintrag an den Küsten in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts verdoppeln wird», heisst es in dem Bericht. Zudem hätten durch den Klimawandel auch steigende Wassertemperaturen einen negativen Einfluss.

UN-Generalsekretär António Guterres nannte die Befunde im Bericht «alarmierend»: «Die Belastungen durch viele menschliche Aktivitäten strapazieren weiterhin die Ozeane, zerstören wichtige Lebensräume - wie Mangrovenwälder und Korallenriffe - und behindern deren Fähigkeit, die Auswirkungen des Klimawandels zu bewältigen», teilte er mit. Guterres betonte die Rolle des CO2-Ausstosses, durch den biologische Vielfalt in den Meeren zerstört und Küstenabschnitte wegen des steigenden Wasserspiegels bedroht würden.

Eine positive Entwicklung sehen die Vereinten Nationen derweil bei der Anzahl der Vorfälle mit Schiffen. Die Unfälle auf den Weltmeeren seien in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Von 2014 bis 2018 seien jährlich im Schnitt 88 Schiffe «verloren gegangen», in den fünf Jahren zuvor seien es im Schnitt 120 gewesen. Fortschritte gebe es auch bei der Senkung von Luftverschmutzung durch Schiffsabgase. Zudem seien Vorfälle mit Öllecks nach wie vor selten. (sda/dpa)

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