«Ich glaube, sie schämt sich für mich vor ihren Freunden …»
Frage von teroli:
Heyho!
Ich habe schon länger das Gefühl, dass meine Freundin sich vor ihren Freunden für mich schämt. Zu den Eckdaten: Wir sind seit etwa einem Jahr zusammen, wir sind beide Mitte 30, sie ist beruflich sehr erfolgreich, was auch immer das heissen mag, so bezeichnet sie sich auf alle Fälle. Mir ist mein Job egal, ich habe ihn einfach, damit ich Geld verdiene. Ich definiere mich nicht über meine Arbeit. Sie aber legt grossen Wert darauf, dass ich ihren Job-Titel, der aus 30 verschiedenen englischen Wörtern besteht, ganz korrekt wiedergebe, wenn ich sie z. B. irgendwem vorstelle, den sie noch nicht kennt aus meinem Umkreis. Ich glaube, ihr könnt euch jetzt ein bisschen vorstellen, wie sie so drauf ist, wenn es um ihre Arbeit geht …
Also, so viel dazu. Und sonst: Wir verstehen uns, haben ähnliche Werte, lachen viel zusammen. Also eigentlich nichts, wo ich sagen würde, dass etwas grundsätzlich nicht stimmt. Aber sobald es um ihr Umfeld, ihre Freunde (alles Arbeitskollegen oder Ex-Arbeitskollegen oder Ex-Ex-Arbeitskollegen aus derselben Branche) geht, fühlt sich alles anders an. Zum Beispiel: Ich habe bisher nur einen Teil ihrer Freunde kennengelernt, und das eher zufällig. Sie sagt oft, dass sich noch keine richtige Gelegenheit ergeben hat, mich allen vorzustellen. Gleichzeitig sehe ich auf Social Media oder höre in Gesprächen, dass sie sich regelmässig mit ihnen trifft, mir das teilweise nicht mal sagt, nur dass sie dann keine Zeit hat an dem Abend.
Wenn ich (sehr selten) dabei bin, habe ich manchmal das Gefühl, sie ist irgendwie distanzierter zu mir. Weniger körperlich, weniger «wir». Sie macht dann eher ihr eigenes Ding und ich stehe so ein bisschen daneben. Es ist nicht so, dass sie mich schlecht behandelt, aber ich fühle mich auch nicht wirklich integriert.
Was mich zusätzlich stört: Sie postet viel aus ihrem Leben, aber ich komme eigentlich nie vor. Nicht mal indirekt. Ich weiss, das ist vielleicht oberflächlich, aber es verstärkt dieses Gefühl, dass sie mich irgendwie aus einem Teil ihres Lebens raushält.
Ich habe sie einmal vorsichtig darauf angesprochen, und sie meinte, ich würde überinterpretieren und sie sei einfach jemand, der Beziehungen eher privat hält. Das kann ja auch stimmen. Aber dann frage ich mich, warum sie andere Dinge aus ihrem Leben so offen teilt, nur mich eben nicht.
Ich frage mich, ob ich ihr vielleicht nicht «genug» bin für ihr Umfeld. Ob sie denkt, ich passe nicht rein oder ich könnte einen schlechten Eindruck machen. Ich will ihr nichts unterstellen, aber ich will auch nicht einfach so tun, als wäre alles okay, wenn es sich für mich nicht so anfühlt. Ich finde es absurd, dass sich jemand so sehr über die Arbeit identifiziert … So sehr, dass man einen Partner, der nicht aus dieser Bubble kommt, nicht mal seinen Freunden vorstellen kann …
Was würdest du in dieser Situation tun?
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