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Dieter Nuhr empört mit Witz über Gewalt gegen Frauen – ARD reagiert

Dieter Nuhr, deutscher Comedian.
Provoziert gern: Dieter Nuhr, Jahrgang 1960.Bild: imago-images.de

Dieter Nuhr empört mit Witz über Gewalt gegen Frauen – so reagiert die ARD

Dieter Nuhr ist als Kabarettist kein Kind von Traurigkeit, wenn es um gesellschaftliche Satire geht. Nun machte der Deutsche einen menschenverachtenden Witz im Fernsehen. Der Shitstorm folgte.
25.06.2026, 20:4425.06.2026, 20:44
Anika Jany, Jennifer Ullrich / watson.de

Mit der Satiresendung «Nuhr im Ersten» geht der 65-jährige Dieter Nuhr unter diesem Titel mittlerweile seit 2014 im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auf Sendung. Und während Nuhr immer mal wieder mit seinen gesellschaftskritischen Witzen aneckt, hat der Kabarettist es nun zu weit getrieben, wie viele Zuschauerinnen und Zuschauer finden.

In einer seiner Sendungen machte Nuhr einen frauenverachtenden «Witz» über Femizide, die schlimmste Form der geschlechtsspezifischen Gewaltverbrechen. Und der Shitstorm auf Social Media folgte prompt. Auf Anfrage von watson reagierte die ARD nun auf die weitverbreitete Kritik.

Slutshaming im öffentlich-rechtlichen Fernsehen?

In der Ausgabe vom «Nuhr im Ersten» vom 19. Juni erklärte der Kabarettist, dass die Wahrscheinlichkeit, vom eigenen Partner ermordet zu werden, «praktisch bei null» liegen würde. Immerhin würden ja «nur» 300 bis 350 Frauen jedes Jahr von ihrem Partner umgebracht.

Als wäre diese Aussage nicht schon skandalös genug, liess er sein Publikum direkt im Anschluss auch noch wissen, dass Frauen selbst schuld an ihrem Schicksal seien. Frauen sollten einfach ihre Männer besser kennenlernen, bevor sie mit einem x-beliebigen Partner ins Bett steigen.

Die Szene im Video:

User gehen auf die Barrikaden

Auf Social Media ist die Meinung zu diesem «Witz» eindeutig. Zahlreiche Menschen, darunter Influencerinnen und Influencer, machen deutlich, dass Nuhr damit nicht nur Frauen ihre Opferrolle abspricht und Scherze auf Kosten toter Frauen macht, sondern auch noch das gesamte weibliche Geschlecht in einem Atemzug «slutshamed».

Der Aufschrei gegen die Öffentlich-Rechtlichen ist riesig. Viele fragen sich, wie solche Aussagen unterstützt oder ausgestrahlt werden können, während täglich Frauen gegen häusliche Gewalt oder deren Folgen zu kämpfen haben.

Wie reagiert die ARD?

Auch watson fragte sich, wie die ARD zu der Aussage von Nuhr steht. Der Sender lieferte die folgende Antwort auf die Kritik der Zuschauerinnen und Zuschauer:

«Selbstverständlich sind wir uns unserer öffentlich-rechtlichen Aufgabe und Verantwortung bei der Gestaltung des Programms bewusst. Dass die zitierte Passage auf grosse Kritik stösst, können wir nachvollziehen. In Satireformaten gilt es jedoch auch die künstlerische Freiheit zu achten. ‹Nuhr im Ersten› ist eine bekannte vom RBB produzierte Satiresendung. Dieter Nuhr darf grundsätzlich als Künstler vor dem Hintergrund der Kunstfreiheit auch provozierend und zugespitzt formulieren.»

Weiter schrieben die ARD-Vertreter, dass es das Kerngeschäft von Satire sei, «Dinge bewusst zu verkehren. Satire funktioniert durch Polarisierung und Zuspitzung».

Weiter hiess es im Statement:

«Über Geschmacksgrenzen lässt sich diskutieren und streiten. Mit Blick auf den weiten Schutzbereich der Satirefreiheit sehen wir unseren Programmauftrag nicht verletzt. Unabhängig davon nehmen wir Rückmeldungen und Kritik als wichtige Impulse für die fortlaufende redaktionelle Auseinandersetzung mit unseren Programmen auf.»

Die ARD beruft sich demnach auf die künstlerische Freiheit und die Satire als Kunstform. Sollte sich die Empörung auf Social Media weiter nach oben schaukeln, bleibt dem öffentlich-rechtlichen Sender vermutlich nichts anderes übrig, als Konsequenzen zu ziehen. Auf Instagram wurde auf jeden Fall deutlich, dass sich einige Leute schon mit einer direkten Beschwerde an den Sender gewendet haben.

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Die beliebtesten Kommentare
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Nocciolo
25.06.2026 21:34registriert November 2014
Nichts neues von Nuhr. Der macht keine Satire, weil Satire gegen oben, und nicht gegen unten tritt. Nuhr ist geschmackloses gegen unten treten.
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Mocking Bert
25.06.2026 21:16registriert Februar 2022
Nuhr wird auch nur deshalb aufrechterhalten, weil er für die "das wird man ja noch sagen dürfen"-Fraktion steht.

Und man übersieht dabei, dass man auch heute noch sehr viel sagen darf, es aber halt leider einfach diskriminierend oder beleidigend ist.
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Balabar
25.06.2026 21:15registriert September 2017
Das Problem ist wohl, dass er das ernst meint, also fällt die Satire dahin.
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