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Dieter Nuhr und Alice Hasters.

Alice Hasters Bestseller «Was weisse Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten» stiess bei Dieter Nuhr auf wenig Anklang. Bild: image/shutterstock/watson

«Zu rassistisch!»: Nuhr kritisiert Bestseller-Autorin – ohne ihr Buch gelesen zu haben

Wieder mal Kritik für den Komiker Dieter Nuhr. In seiner ARD-Show hat er inkorrekte und fragwürdige Aussagen gemacht. Prompt kassiert er einen Shitstorm.



In seiner Show «Nuhr im Ersten» blendete Dieter Nuhr am Donnerstagabend das Buch «Was weisse Menschen über Rassismus nicht hören wollen – aber wissen sollten» von der Journalistin und Podcasterin Alice Hasters ein. Dass er keinen Blick hineingeworfen hat, wurde schnell klar. Denn wie der 60-Jährige betonte, war ihm «der Titel ein bisschen zu rassistisch».

do-Alice Hasters neues Buch 2020.01.17 Autorin Alice Hasters stellte in Dortmund ihr neues Buch Was Weiße nicht über Rassismus hören wollen vor. Dortmund NRW Germany *** do Alice Hasters new book 2020 01 17 Author Alice Hasters presented her new book Was Weiße nicht über Rassismus hören wollen Dortmund NRW Germany

Autorin Alice Hasters. Bild: www.imago-images.de

«Zu glauben, die Hautfarbe – ob weiss oder schwarz, egal – bringe automatisch eine bestimmte Haltung mit sich, das ist ja klassischer Rassismus. Die Frau behauptet ernsthaft, als Weisser wäre ich automatisch Rassist», sagte Nuhr in seiner Show und führte dann selbst eine Behauptung an: «Das Buch war in den USA ein riesen Renner.»

Und weiter: «Ehrlich gesagt glaube ich, dass diese Form der Scheinintellektualität einer arroganten Linken massgeblich dafür verantwortlich ist, dass es so etwas wie Donald Trump geben konnte.»

Autorin Alice Hasters hat über Twitter auf Nuhrs Aussagen reagiert. Sie schreibt schlicht: «Wusstet ihr schon, dass mein Buch in den USA ein ‹riesen Renner› war?» Fakt ist nämlich: Das Buch ist bislang nicht einmal ins Englische übersetzt worden.

Alice Hasters, die 1989 in Köln geboren wurde, veröffentlichte ihr Buch im vergangenen Jahr. Sie hat einen Podcast, studierte in München Journalismus und arbeitet freiberuflich. Sie verfasste unter anderem Texte für «Die Zeit», gibt Lesungen und war beispielsweise zu Gast in den Talkshows «Anne Will» und «Kölner Treff». In ihrem Bestseller «Was weisse Menschen über Rassismus nicht hören wollen – aber wissen sollten» berichtet sie von eigenen Erfahrungen mit Alltagsrassismus.

Auf Twitter meldeten sich auch Moderatorin Dunya Hayali und die Rapperin Lady Bitch Ray zu Wort. Die Reaktionen auf Nuhrs Aussagen finden Sie hier.

«Irgendwo in diesem leeren, hallenden Raum macht er ganz leise Pieps»

Jo Lendle, Verleger des Hanser Verlages, in dem das Buch von Alice Hasters erschienen ist, äussert sich ebenfalls zum Thema. Ein Exemplar des Buches sei bereits per Post auf dem Weg zu Dieter Nuhr, schreibt er auf Facebook. Und auch:

«Lieber Nuhr, das ist alles nur in Ihrem Kopf. Der Rassismus ist hier, Sie baden gerade Ihre Hände darin. Das Buch ist zwar tatsächlich ein ‹riesen Renner›. Aber eben bei uns. Alice Hasters ist eine deutsche Autorin, sie hat es auf Deutsch geschrieben, die englischen Rechte haben wir leider noch nicht verkauft. Rassismus ist nah. Horchen Sie mal ganz aufmerksam in sich rein. Irgendwo in diesem leeren, hallenden Raum macht er ganz leise Pieps.»

Nuhr erregt immer wieder Kritik von verschiedenen Seiten. So löste er Proteste aus, als er zu Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland im März bei Twitter schrieb: «Wir haben eine Erkrankungsrate von 0,0001 Prozent der Bevölkerung. Also ich würde gerne einfach auftreten am Wochenende...» Auch wegen dieser Äußerung gab es später Kritik, als er sich auf Bitten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Online-Aktion #fürdasWissen beteiligte.

In einem dpa-Interview betonte Nuhr kürzlich: «Ich bin weder Corona- noch Klimaleugner, ich bin ja kein Idiot. Es geht mir um eine differenzierte Sicht auf die Dinge.»

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